Der neue Präsident Franz Voigt (links) und Ehrenpräsident Michael Lohse.
Foto: Wolfgang Schmidt
Industrie- und Handelskammer wählt neue Führungsriege
Neuer Präsident der IHK Chemnitz wird Franz Voigt, Geschäftsführer eines Bauunternehmens im Vogtland
Chemnitz. Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK) hat gestern ein neues Präsidium gewählt. An der Spitze der Interessenvertretung für die rund 80.000 Mitgliedsunternehmen steht künftig ein Bauunternehmer. Franz Voigt ist Geschäftsführer der Vogtländischen Straßen-, Tief- und Rohrleitungsbau GmbH (VSTR) in Rodewisch, ein Unternehmen mit rund 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 56,5 Millionen Euro (2010). Voigt löst Michael Lohse ab, der von der Vollversammlung gestern wegen seiner großen Verdienste für die Kammer zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde. Lohse hatte 14 Jahre an der Spitze der Kammer gestanden.
Mehr regionale Präsenz
Der neue Präsident kündigte an, die regionale Präsenz der Kammer zu stärken, um noch besser mit der regionalen Politik und Verwaltung zusammenzuarbeiten. "Wir spüren, dass die Unternehmen auch in ihrer Region vertreten werden wollen", sagte Voigt. Insbesondere im Erzgebirge gebe es da Nachholbedarf. "Mit unserer neuen Struktur der Regionalversammlungen sind wir dafür sehr gut aufgestellt", meinte der neue IHK-Präsident. Die neue Satzung müsse jetzt mit Leben gefüllt werden. Die IHK Chemnitz hatte sich im Herbst 2009 eine neue Satzung erarbeitet, die das Ehrenamt in den einzelnen Teilregionen stärken soll. Es gibt fünf Wahlbezirke, in denen je 16 Regionalvertreter gewählt werden. Damit sollten auch die politischen Kontakte in den jeweiligen Landkreisen gestärkt werden. Nicht gerüttelt wurde allerdings an der Struktur der Regionalkammern, die noch in Plauen und Zwickau existieren, während es in Freiberg und Annaberg nur Geschäftsstellen mit wenigen Mitarbeitern gibt. Gerade von Unternehmern aus Mittelsachsen und dem Erzgebirge wurde deshalb Kritik über das personelle Ungleichgewicht im Kammerbezirk laut.
Engere Zusammenarbeit
Ausbauen will der neue Präsident auch die Kontakte zu den anderen Interessenvertretungen der Wirtschaft. Dazu zählt er vor allem die beiden anderen IHK sowie die Handwerkskammern und die Vereinigung der sächsischen Wirtschaft. "Wenn wir mit einem gemeinsamen Votum nach außen gehen, können wir uns mehr Gehör verschaffen", sagte Voigt. Themen, die der Wirtschaft auf den Nägeln brennen, gebe es genug. Als Beispiel nannte er den Fachkräftemangel, die Zuwanderungsproblematik, die derzeitige Energiepolitik oder auch die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schule. Die IHK sieht Voigt im Ehrenamt als breit aufgestellt an, um die vielfältigen Themen sachgerecht angehen zu können. Die einzelnen Branchen sind in den Gremien vertreten, sagte der Bauunternehmer aus dem Vogtland.



