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Manroland-Mitarbeiter demonstrieren in Wiesbaden und Plauen

IG Metall rechnet mit baldiger Entscheidung des Insolvenzverwalters

Wiesbaden/Plauen (dapd). Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland haben am Freitag in Wiesbaden und im sächsischen Plauen für die Rettung ihres Unternehmens demonstriert. In der hessischen Landeshauptstadt zogen nach Angaben der IG Metall rund 1.000 Teilnehmer durch die Innenstadt und hielten eine Kundgebung vor der Staatskanzlei ab. In Plauen ging der Protestzug von rund 700 Mitarbeitern unter dem Motto "Kein schwarzer Freitag für Manroland" vom Wendedenkmal zur Niederlassung der Arbeitsagentur.

Manroland mit 6.500 Beschäftigten in Augsburg, Offenbach und Plauen hatte im November Insolvenz angemeldet. Ende Januar läuft das vorläufige Insolvenzverfahren aus. Sollte das Unternehmen bis dahin nicht an einen Investor verkauft werden, wird das förmliche Insolvenzverfahren eröffnet. Dies hätte einen massiven Stellenabbau zur Folge.

In Wiesbaden warf der hessische SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel der Landesregierung "Schlafmützigkeit" vor. Er forderte sie auf, endlich für die Arbeitsplätze zu kämpfen. Die Landesregierung müsse eine Perspektive aufzeigen, wie sie Manroland mit Bürgschaften unterstützen könne.

Der Bezirksbevollmächtigte der IG Metall Zwickau, Stefan Kademann, sagte in Plauen: "Würde der Konzern sterben, wäre das grausam für die Region, die ohnehin schon von Abwanderung und fehlenden Industriearbeitsplätzen gebeutelt ist." Er drängte den Insolvenzverwalter zu einer raschen Lösung. "Uns läuft allmählich die Zeit davon", sagte Kademann.

Die IG Metall erwartet bereits für das Wochenende eine Entscheidung über den Verkauf des Unternehmens. Der Insolvenzverwalter favorisiere dabei offenbar die Variante einer Zerschlagung des Unternehmens in die Bereiche Rollendruck (Augsburg) und Bogendruck (Offenbach), sagte Kademann. Plauen mit der Ausrichtung Bogendruck hätte in diesem Fall die Chance, als Zulieferer für das Werk Augsburg weiter produzieren zu können.

dapd

 
erschienen am 13.01.2012
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