Wirtschaft
Team entwickelt Ferndiagnose für Windräder
Preisträger im Gründerwettbewerb Futuresax im Druckzentrum der "Freien Presse" gekürt
Die Preisträger der ersten Phase des diesjährigen Gründerwettbewerbs stehen fest: Tobias Meyhöfer vom Chemnitzer Team Fiber Check (vorn), Dierk Wittig (Team Retinogen), Franziska Dusch (Team Raumkompanie) und Sascha Seewald (Team Caterna, hinten, von links).
Foto: Ronny Rozum
Chemnitz. Die Preisträger der ersten Phase des diesjährigen Gründerwettbewerbs Futuresax stehen fest: Zwei Existenzgründerteams aus Dresden und je eines aus Chemnitz und Leipzig haben nach Einschätzung der mehr als 100 Juroren die innovativsten und überzeugendsten Geschäftsideen vorgelegt. Im Druckzentrum der "Freien Presse" in Chemnitz wurden die Sieger am Mittwochabend ausgezeichnet.
Der Geschäftsführer der Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG, Johannes Schulze, betonte, er sei froh, dass sich junge Leute zu Innovationen verpflichtet fühlen. Er forderte aber zugleich die jungen Menschen in der Region Chemnitz auf, sich künftig stärker an dem Wettbewerb zu beteiligen. Von den 106 Teams, die sich beworben haben, kommen 20 aus dem Regierungsbezirk Chemnitz. Der Vorstandsvorsitzende der Chemnitzer Sparkasse, Reiner Grimm, machte den Teilnehmern Mut, ihre Träume, Ziele und Visionen nicht aus den Augen zu verlieren. Auch Rückschläge sollten daran nichts ändern, so Grimm.
In der Kategorie Technologie beeindruckte das Team Fiber-Check aus Chemnitz die Jury am stärksten. Das Forscherteam entwickelte an der TU Chemnitz neuartige Sensorsysteme zur Überwachung von Rotorblättern an Windkraftanlagen. Durch die permanente Kontrolle und die Fernübertragung der Daten können Schäden frühzeitig erkannt werden. In der Kategorie Bio-/Nanotechnologie gewann Retinogen aus Dresden. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, eine Therapie zur Behandlung degenerativer Augenerkrankungen mit körpereigenen Stammzellen in Kliniken einzuführen.
Aus der Landeshauptstadt kommt auch der Preisträger im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie. Caterna hat auf Basis eines bestehenden Sehtrainings für schielende Kinder eine Lösung entwickelt, die das Training als Computeranwendung über eine Onlineplattform zu Hause verfügbar macht. In der Kategorie Service machte Team Raumkompanie aus Leipzig das Rennen. Die Geschäftsidee der fünf Akademiker: Sie wollen Schreibtische mit wählbaren Extradienstleistungen zeitlich flexibel vermieten. Das Konzept richtet sich an Menschen, "die zum Arbeiten nicht mehr als ihren Laptop und Internet brauchen", hieß es. Diese bekämen so einen flexiblen Arbeitsort und Anschluss an ein soziales Netzwerk.
Der Wettbewerb, der inzwischen ins achte Jahr geht, ist in drei Phasen gegliedert, in der die Teilnehmer ihre Geschäftsidee zu einer Marketingstrategie und dann zu einem tragfähigen Businessplan ausbauen. Er ist mit insgesamt 68.000 Euro dotiert. Nach Angaben der Businessplan-Wettbewerb Sachsen GmbH wurden bisher über 230 Firmen von Futuresax-Teilnehmern gegründet und mehr als 2670 Arbeitsplätze geschaffen.
Von Jan-Dirk Franke

Erschienen am 20.01.2010