Toyotas Auris Hybrid. Toyotas Auris Hybrid.

Foto: Toyota

Die Zukunft? Durchaus möglich

Toyota preist den Auris Hybrid als den einzigen Vollhybrid in der Kompaktklasse

Chemnitz. Eines hatte die Radiowerbung erreicht: Spannung zu erzeugen. Die Botschaft hieß: "Das Auto der Zukunft - der neue Auris Hybrid". Und dieses Auto der Zukunft sollte bald für zwei Wochen zum Testen auf dem Redaktionshof stehen. Doch als es dann so weit war, überwog zunächst Enttäuschung. Das soll das Auto der Zukunft sein?

Also im Design waren die Japaner in der Vergangenheit schon mal weiter. Als der Auris noch Corolla hieß, konnte unserer Ansicht nach vor allem sein Modell Liftback mit seinem unverwechselbaren Äußeren überzeugen. Der in zwei Ausstattungsvarianten erhältliche Auris dagegen wirkt eher etwas bieder, vor allem die komischen Dreieck-Fenster in der Seiten-Front sind überflüssig. Das kann also nicht die Zukunft sein. Aber wieder einmal zeigt sich, dass man sich eben nicht immer von Äußerlichkeiten leiten lassen sollte. Denn Toyotas Kompakter überzeugt vor allem durch seine inneren Werte. Dieser Hybridtechnik scheint wirklich die Zukunft zu gehören, ganz im Gegensatz zu reinen Elektromobilen, bei denen ja letztens bereits die hoch geschraubten Erwartungen nach unten korrigiert werden mussten. Es ist ja auch kaum lukrativ, wenn man alle 150 bis 200 Kilometer für Stunden an die Steckdose muss.

Der mehrfach ausgezeichnete Hybrid dagegen läuft mit Benzin und Strom: Der 1,8-Liter-Benzinmotor mit sogenannter variabler Ventilsteuerung wird mit einem 60 kW Elektromotor kombiniert und bringt insgesamt 136 PS Leistung, vergleichbar mit dem 2,0-Liter-Diesel und -Benziner. Die Batterie wird immer dann aufgeladen, wenn man mit Benzin fährt. Man kann das auch schön über den Bordcomputer verfolgen, wann welche Energiequelle zum Einsatz kommt. Zum Beispiel beim Anlassen. Das ist schon eine echte Umstellung, wenn es nicht "brrrrrumm" macht, sondern der Motor stumm bleibt. Hilfreich für den Fahrer, wenn dann im Display ein grünes "Ready" für Fertig bzw. Betriebsbereit aufleuchtet.

Natürlich ist der Toyota Auris Hybrid 1.8 ein Sparmeister, hat nach Herstellerangaben den niedrigsten Verbrauch und den geringsten CO2-Ausstoß seiner Klasse. Aber er zeigte sich im Test durchaus nicht als Langweiler, war spritzig beim Überholen und spulte seine 180km/h Spitze locker ab. Dann aber fließt auch der Sprit in Strömen. Ist man mit vier Personen und etwas Reisegepäck unterwegs, wird es schon etwas eng, denn der Kofferraum ist arg begrenzt. Dazu kommt, dass man nicht einmal eine gerade Ladefläche zur Verfügung hat. Positiv festzustellen ist die umfassende Serienausstattung mit Start-Knopf, Klimaautomatik, Berganfahr-Assistent und sieben Airbags.

"Toyota fährt wieder an die Spitze", titelte "Freie Presse" am 23. Mai auf Seite Wirtschaft. Der im britischen Burnaston gefertigte Auris ist sicher ein Argument dafür. Er soll der erste Schritt dazu sein, die Hybridantriebstechnik bis Anfang des nächsten Jahrzehnts auf die gesamte Modellpalette auszudehnen. Damit hat Toyota sicher den Trumpf in der Hand. Jetzt und in der Zukunft.

Typenblatt

Toyota Auris Hybrid, Fünftürer, 1,8 l Life: Länge/Breite/Höhe (in m): 4,25/ 1,76/1,51; Kofferraum: 310 bis 1540 l; Motorisierung: 1,8-Liter-Benzin- plus Elektromotor, Systemleistung 100kW/136 PS, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, Normverbrauch: 3,8 l/100 km bei 15-Zoll-Reifen, CO2-Ausstoß: 89 g/km bei 15-Zoll-Reifen; Preise ab 22.950 Euro.

 
erschienen am 13.07.2012 ( Von Dietmar Bartel )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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