Den Herstellern ist es künftig verboten, die klassische Glühlampe in den Handel zu bringen.
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Licht und Schatten neuer Leuchtmittel
Ab Samstag verschwinden die klassischen Glühbirnen aus den Läden
Chemnitz. Die Glühbirne steht vor ihrem endgültigen Aus: Alle Modelle, auch die mit 25 und 40 Watt, dürfen ab Samstag in der EU "nicht mehr in den Verkehr gebracht werden", wie es so schön im Amtsdeutsch heißt. Von da an sind nur noch Lampen erlaubt, die mindestens der "Energieeffizienzklasse C" zuzurechnen sind. Die herkömmliche Glühbirne schafft das nicht. Zwar dürfen die alten Glühlampen weiterhin verkauft werden, sofern sie sich jetzt schon im Handel befinden. Und es gibt auch die eine oder andere kleine Ausnahme, aber im Großen und Ganzen kommt die Regelung, die am 1. September in Kraft tritt, einem Verbot der Glühbirne gleich.
Die erste Stufe der Vorgabe der Europäischen Union, der die 100-Watt-Birnen und die mattierten Exemplare zum Opfer gefallen sind, trat 2009 in Kraft. Während die Befürworter schon damals von dieser Idee der Energieeinsparung überzeugt waren, können sich die Kritiker bis heute nicht so recht damit anfreunden. Sie hoffen auf 2014, wenn die aktuelle Regelung noch einmal auf den Prüfstand soll.
In der Tat hat die gute alte Glühbirne nicht nur Nachteile, sondern durchaus auch Vorteile. Der größte Nachteil allerdings, der ihr letztendlich auch zum Verhängnis wurde, ist ihre verschwenderische Art und Weise mit der Energie umzugehen. Nur etwa drei bis fünf Prozent der aufgenommen Energie wandelt sie in sichtbares Licht um, der Rest geht praktisch als Wärme verloren. Das reicht der EU-Kommission in Zeiten von Klimawandel und Energiewende nicht und somit hat sie der Glühbirne schon vor Jahren den Kampf angesagt.
Ab Samstag sind nun nur noch Beleuchtungsmittel erlaubt, die sorgsamer mit der ihr anvertrauten Energie umgehen, Energiesparlampen etwa, LED-Beleuchtungen oder auch einige Halogenbirnen. Ausgerechnet die Energiesparlampe, die die herkömmlichen Glühbirne kurzfristig ersetzen kann, ist aber in die Kritik geraten. Während die EU-Kommission von einem "Energieeinsparungspotenzial von bis zu80 Prozent" im Vergleich zur herkömmlichen Glühbirne ausgeht und durch das Verbot "bis 2020 dieKohlendioxidemissionen um 15Millionen Tonnen pro Jahr" verringern will, so zweifeln Kritiker dieses Einsparungspotenzial an. Ferner bemängeln sie die geringere Einschaltgeschwindigkeit der Energiesparlampe gegenüber der Glühbirne und neben dem höheren Preis auch die kühlere Farbtemperatur, die als zu kühl und unfreundlich empfunden werde. Zwar gibt es auf dem Markt inzwischen Versionen mit wärmeren Lichtfarben, wie auch schon bei den Halogen- und LED-Lampen, richtig überzeugt sind die Kritiker davon aber noch nicht.
Mit der Lichtfarbe ist das aber auch so eine Sache: Je geringer die Farbtemperatur ist, desto gemütlicher empfindet der Mensch das emittierte Licht. Eine Kerze kommt gerade einmal auf ganze 1500 Kelvin Farbtemperatur, während eine 40-Watt-Glühbirne schon 2600 Kelvin erreicht, Halogenlampen liegen bei etwa 3000 Kelvin. Das Tageslicht ist flexibler: Von 4500 Kelvin in der Frühe bis 7000 Kelvin ist eigentlich alles drin, an einem richtig schönen Sonnentag am Meer oder hoch oben in den Bergen sind sogar bis zu 27.000 Kelvin möglich.
Eines der wichtigsten Argumente der Kritiker ist aber die potenzielle Gesundheitsgefährdung durch Energiesparlampen. Sie enthalten nämlich Quecksilber und genau das kann im Falle einer Beschädigung der Birne austreten. Da helfe es auch nicht, wenn eine fachgerechte Entsorgung empfohlen werde oder kräftiges Lüften nach einem Bruch, denn Quecksilber sei schließlich hochgiftig und gelange im Schadensfall auch in die Raumluft, wo es eingeatmet werden könne.
Ob diese Argumente die EU-Kommission überzeugen können, von ihrem Vorhaben doch noch Abstand zu nehmen, wenn die derzeitige Regelung 2014 auf den Prüfstand kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht auf jeden Fall, dass die Nachfolgetechnologie der Energiesparlampe längst ihren Kinderschuhen entwachsen ist und heute schon bereit steht, Licht ins Dunkel des EU-Paragrafendschungels zu bringen: die Leuchtdiode (LED).
Wichtige Fragen und Antworten zu sparsamen Lichtquellen
Welche Alternativen zur Glühbirne gibt es? Die sogenannten Energiesparlampen oder Kompakt-Leuchtstofflampen mit leuchtenden Röhren. Sie verbrauchen bei gleicher Lichtleistung mindestens 75 Prozent weniger Strom als eine Standardglühlampe. Zudem gibt es Halogenlampen und Leuchtdioden (LED). Herkömmliche Glühlampen nutzen nur fünf Prozent des verbrauchten Stroms für die Lichterzeugung, der Rest verpufft als Wärme. Bei Halogenlampen beträgt der Energieverlust über 90 Prozent. Energiesparlampen und Leuchtdioden wandeln rund 25 Prozent des Stroms in Licht um.
Wie teuer sind Energie sparende Lampen? Alle Varianten energiesparender Lampen sind beim Kauf teurer als die Glühbirne. Dennoch lohnt sich laut Stiftung Warentest der Kauf von Sparlampen wegen sinkender Energiekosten und weil sie deutlich länger halten. Es gibt aber sehr große Preisunterschiede - eine Lampe für 40 Euro etwa lohnt sich nur dort, wo sie häufig und lange eingeschaltet ist und so die Stromkosten deutlich senkt.
Machen Sparlampen das gleiche Licht wie Glühbirnen? Das Licht von Halogenlampen kommt dem der Glühbirne besonders nah. Bei den Energiesparlampen sollte man auf Lichtfarbe und Farbwiedergabe achten. Die Helligkeit wird in Lumen (lm) gemessen. Je höher der angegebene lm-Wert, desto heller das Licht. Der Lichtleistung der klassischen 60-Watt-Birne entspricht zum Beispiel eine Energiesparlampe mit 700 lm. Bei der in Kelvin (K) gemessenen Lichtfarbe gilt: Je niedriger der Wert, desto wärmer die Farbe. Die Energiesparlampen sind im Gegensatz zu LED- und Halogenlampen meist nicht dimmbar. Und viele brauchen lange, um ihre maximale Helligkeit zu erreichen.
Welche Gefahr sehen Kritiker bei Energiesparlampen? Viele Energiesparlampen enthalten geringe Mengen Quecksilber. Zunehmend wird das giftige Schwermetall aber durch Amalgam ersetzt. Fürs Kinderzimmer gibt es Energiesparlampen mit Silikonmantel. Kaputte Lampen mit Quecksilber sollte man mit Handschuhen in eine geschlossene Plastiktüte entsorgen und das betroffene Zimmer gut lüften.
Wie werden die Lampen entsorgt? Halogenglühlampen und Leuchtdioden können mit dem Hausmüll entsorgt werden. Energiesparlampen mit Quecksilber sind Sondermüll. Bislang gibt es bundesweit über 8000 Sammelstellen für Privathaushalte. (afp)