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Rivalen bis ins Alter
Konflikte unter Brüdern und Schwestern werden oft ein Leben lang ausgetragen
Berlin/Düren (dapd). Beziehungen zwischen Geschwistern sind selten konfliktfrei. Verhaltensmuster aus der Kindheit bleiben meist bis ins Erwachsenenalter bestehen. So wird die kleine Schwester auch im späteren Leben als unselbstständig beurteilt oder der verwöhnte Bruder in den Augen seiner Geschwister immer Mamas Liebling bleiben. "Diese Konflikte und Rivalitäten kann man überwinden", sagt Thomas Hax-Schoppenhorst.
Der Pädagoge aus Düren hat für sein Buch "Große Schwester - kleiner Bruder" (Neukirchener) zahlreiche Geschwisterbeziehungen untersucht. Dabei stellte er fest, dass jedes Mitglied einen festen Platz in der Familie einnimmt. "Jeder hat seine Rolle mit bestimmten Verhaltensmustern und bekommt dafür oft positive Rückmeldungen von den Eltern", sagt Hax-Schoppenhorst. Andere Facetten der Persönlichkeit würden weder abgerufen noch gefördert. So bleibe man in der Wahrnehmung der Geschwister "der Besserwisser" oder "die Zicke", selbst wenn man sich im Laufe seines Lebens verändert.
Außerdem spielten oft verletzte Gefühle eine Rolle, die auf einem starken Gerechtigkeitssinn beruhten, sagt Horst Petri, Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Berlin: "Kinder wollen von ihren Eltern gleich geliebt werden." Das sei aber in der Realität nicht umsetzbar und eine Überforderung für Mütter und Väter. Die Gefühle für die eigenen Kinder seien zu vielschichtig und veränderten sich ständig. "Dadurch kann allerdings Neid oder Konkurrenzdenken zwischen Geschwistern entstehen", sagt der Buchautor ("Geschwister - Liebe und Rivalität", Kreuz).