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Wutausbrüche in Partnerschaftskonflikten frühzeitig bremsen
Paare sollten sich Regeln geben
Bönningstedt (dapd). Bei vielen Paaren arten Streitereien regelmäßig in Dramen aus. Selbst sanfte Wesen geraten bei einer falschen Bemerkung ihres Partners so außer sich, dass sie brüllen, heulen und sogar mit Porzellan werfen. "In Partnerschaftskonflikten stößt man oft auf sehr intime, schwierige Themen, die einen stark berühren", erklärt Friedhelm Schwiderski, Paartherapeut aus Bönningstedt bei Hamburg. Häufig würden dabei Konflikte neu entfacht, die schon in der Kindheit der Partner ihren Ursprung haben - beispielsweise beim Thema Vertrauen und Eifersucht.
"Wenn sich die Wut konkret auf einen Regelverstoß des Partners bezieht, beispielsweise auf wiederholte Zuspätkommen, kann sie manchmal sehr sinnvoll sein", sagt Schwiderski. Dann helfe einem die starke Emotion, den Konflikt zu benennen und zu einer konstruktiven Lösung zu gelangen. Oft gerieten Betroffene aber aus einer Nichtigkeit heraus in eine starke Wut. "Diese Wut hat nichts Konstruktives mehr, sie lässt einen nicht mehr klar denken und macht die Auseinandersetzung unsinnig", sagt der Experte.
Wer zu solch unverhältnismäßigen Reaktionen neige, sollte sich in einem ruhigen Moment bewusst machen, dass dieses Verhalten noch nie zu einem guten Ergebnis geführt hat. "Beide Partner sollten sich außerdem darauf einigen, in Konflikten nicht auf diese Schiene einzusteigen", sagt Schwiderski. Auch ein gemeinsam vereinbartes Stopp-Signal könne sinnvoll sein, das dem anderen deutlich macht: Sag jetzt erst einmal gar nichts mehr und lass mich in Ruhe.
Wenn die Wut doch zu groß wird, empfiehlt Schwiderski, erst einmal mehrere Male ruhig ein- und auszuatmen. "Man kann dem Partner in dieser Situation auch beschreiben, was gerade in einem vorgeht, welchen Impuls man zu unterdrücken versucht." Wichtig sei, dass der andere sich um Ruhe und Ausgeglichenheit bemühe. "Das ist das beste Angebot für den Wütenden", sagt der Experte.
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