Foto: dapd
Der Herbst ist die beste Zeit für eine Pollenimmunisierung
Langzeittherapie lindert Beschwerden von Allergikern
Mönchengladbach/Ulm (dapd). Der Sommer neigt sich dem Ende zu, viele Pollenallergiker können im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen. Doch das nächste Frühjahr kommt bestimmt und der Herbst ist genau die richtige Jahreszeit, um eine sogenannte Hyposensibilisierung zu starten. Sie kann allergische Reaktionen deutlich herabsetzen, erläutert die Biologin Anja Schwalfenberg, Expertin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund. "Frühblüher wie Haselnuss oder Erle sind je nach Witterung schon ab Dezember/Januar wieder aktiv, die Hauptblütezeit der Birke folgt dann zwischen Ende März und Anfang Mai."
Es gilt also, die Ruhezeit auszunutzen. Durch die Hyposensibilisierung bekommt der Patient genau den Stoff, der seine Allergie auslöst. Bei der klassischen Langzeittherapie wird die Dosierung allmählich gesteigert, bis ein Niveau erreicht ist, das es dem Körper erlaubt, die Allergene zu tolerieren. Diese Dosierung wird dann alle vier bis acht Wochen gespritzt. Durch den kontrollierten und wiederholten Kontakt mit dem Allergen soll der Patient sich schonend daran gewöhnen. "Im Idealfall lindert das die Beschwerden gut und senkt das Risiko, dass sich aus der Pollenallergie ein allergischen Asthma entwickelt", erläutert Schwalfenberg.
Meist spritzt die Ärztin oder der Arzt die Allergenextrakte unter die Haut. Sie können aber auch in Tropfen- oder (bei Gräserpollenallergien) Tablettenform über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, berichtet Allergieexpertin Schwalfenberg: "Das hat den Vorteil, dass man die Therapie auch zu Hause durchführen kann, wenn beispielsweise eine Spritzentherapie mangels Zeit für die Arzttermine nicht möglich ist." Unterschiede gibt es nicht nur in den Darreichungsformen sondern auch im zeitlichen Rhythmus. Eine Hyposensibilisierung ist immer auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt.