Menü

Themen:

 
Jedes Jahr müssen 20.000 Kinder in Deutschland wegen einer Rotavirus-Erkrankung ins Krankenhaus. Jedes Jahr müssen 20.000 Kinder in Deutschland wegen einer Rotavirus-Erkrankung ins Krankenhaus.

Foto: Rotarix

Kindlicher Darm ist noch sehr anfällig für Keime

Insbesondere Säuglinge müssen dann stationär behandelt werden, weil der Flüssigkeitsverlust zu hoch ist

erschienen am 04.05.2012

Chemnitz. Etwa zwei Drittel aller Kleinkinder in Sachsen sind vor Rotaviren geschützt. Die Schluckimpfung ist gut wirksam und meist problemlos zu verabreichen. Außerdem übernehmen viele Krankenkassen die Kosten dafür. Der Sächsische Impfkalender empfiehlt die Immunisierung der Kinder in der Zeit zwischen der siebten Lebenswoche und dem sechsten Lebensmonat. Je nach verwendetem Impfstoff sind zwei oder drei Impfungen vorgesehen.

Dennoch unterschätzen viele Eltern und besonders auch Ärzte die Gefahr, die von dieser Infektion ausgeht. Das hat eine Umfrage eines Impfstoffherstellers ergeben, die Bestandteil einer europaweiten Studie ist. Demnach müssen jedes Jahr in Deutschland etwa 20.000 Kinder wegen einer Rotavirus-Infektion ins Krankenhaus - das ist mehr als jedes zweite betroffene Kind. Da sich das Immunsystem bei Heranwachsenden noch im Aufbau befindet, sind sie viel anfälliger für Durchfallerreger. Denn erst im Laufe der ersten Lebensjahre wird durch wiederholte Virusinfektionen eine spezifische Immunität aufgebaut.

Rotaviren sind die häufigste Ursache von akutem Brechdurchfall von Babys und Kleinkindern. Praktisch jedes Kind erkrankt mindestens einmal innerhalb der ersten fünf Lebensjahre an dem hochansteckenden Virus. Dabei ist der typische Weg der Ansteckung die Schmierinfektion, zum Beispiel beim Spielzeug-Tausch oder Spielen in der Gruppe.

Ist ein Baby an Rotaviren erkrankt, zeigt es oftmals klassische Symptome einer Austrocknung (Dehydrierung). Bis zu 20 Brech-Durchfall-Attacken pro Tag machen dem kleinen Körper zu schaffen. Häufig reicht es nicht aus, den immensen Flüssigkeits- und Nährstoffverlust nur durch Trinken wieder auszugleichen, meist muss den Kindern mit einer Infusion geholfen werden.

Bei einer Dehydrierung wirkt das Kind teilnahmslos und hat neben einem ausgetrockneten Mund auch eine trockene Zunge. Ein weiteres deutliches Zeichen ist eine eingesunkene Fontanelle oberhalb der Stirn. Auch die Haut ist nicht mehr rosig, frisch und voller Spannkraft. Innerhalb kürzester Zeit können die Kleinen mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Bei einer drohenden Dehydrierung gilt es, keine Zeit zu verlieren. Eltern sollten so schnell wie möglich einen Arzt oder die Notfallambulanz eines Krankenhauses aufsuchen.

Durchfallerreger

Drei Haupterregergruppen kommen für Durchfälle im Kindesalter in Betracht: Rotaviren, Noroviren und Darmbakterien wie Salmonellen.

Rotaviren gelten als Hauptverursacher von schweren Durchfallerkrankungen. Sie sind für etwa 70 Prozent der Darminfektionen im Kindesalter verantwortlich.

Noroviren bedingen knapp ein Drittel der Magen-Darm-Erkrankungen. Rota- und Noroviren breiten sich vor allem durch Schmierinfektionen aus. Sie sind hochinfektiös.

Die Salmonellose, eine Magen-Darm-Grippe durch Salmonellen, ist die klassische Lebensmittelinfektion.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Lesen Sie auch:
  • 22.06.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
Frank May
Bloß kein Sport mit Virus: Herzmuskelentzündung vorbeugen 

Münster (dpa/tmn) - Eine Magen-Darm-Grippe oder eine Erkältung ist für viele lästig, wird aber letztendlich als banal abgetan. Im Prinzip liegt man damit ... weiter lesen

  • 01.06.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
Achim Scheidemann
Dutzende Fälle seit April: Masernviren breiten sich aus 

Berlin (dpa) - In Berlin sind erneut die Masern ausgebrochen. «Derzeit wird circa ein Fall pro Tag gemeldet», heißt es beim Landesamt für Gesundheit und ... weiter lesen

  • 17.04.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
dpa
Infektion kann Fehlgeburt auslösen  

Die Infektionskrankheit Toxoplasmose ist einer Studie zufolge möglicherweise für mehr Schädigungen bei Babys in Deutschland verantwortlich als bisher ... weiter lesen

  • 23.05.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
Patrick Pleul
Für Babys gefährlich: Menschen mit einer Herpesinfektion 

Düsseldorf (dpa/tmn) - Menschen mit einer Herpesinfektion sollten sich von Neugeborenen und Säuglingen lieber fernhalten. Da das Immunsystem von Babys ... weiter lesen

 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Onkel-Max-Frage
Ziehen Edelmetalle Gewitter an?
Onkel Max
Tomicek

Warum gibt es im Erzgebirge so viele Gewitter? Liegt es daran, dass im Boden so viele Edelmetalle enthalten sind? (Die Frage stellte Karin Leßmüller aus Stollberg.)

Antwort lesen
 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken & Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte von Annaberg bis Zwickau finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
 
 
 
 
 
Unsere Top-News bei Whatsapp & Co.

MorePixels/istockphoto.com

Weitere Informationen finden Sie hier

 
 
 
 
 
 
 
 
Body Mass Index
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm