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Schmerzempfindliche Zähne vertragen Gels besser als Pasten

Beim Putzen die Bürste nur sanft aufdrücken

Erftstadt (dapd). Es passiert beim Eisessen oder beim Kaffeetrinken: Ein stechender Schmerz zieht durch den Zahn in den Kiefer. Immer mehr Menschen leiden unter derart schmerzempfindlichen Zähnen. Mathias Eubisch vom Deutschen Zahnärzte Verband kennt den Hauptgrund dafür: "Die Deutschen sind die Nation der Schrubber: Wir wollen auch beim Zähneputzen Weltmeister sein und drücken daher häufig viel zu fest auf - auch mir passiert das gelegentlich." Die Folgen: Der Zahnschmelz wird immer mehr abgetragen und das Zahnfleisch geht zurück, bis irgendwann die Zahnhälse zum Vorschein kommen. "Ist die schützende Schmelzschicht weg, liegen die Dentinkanälchen frei, die für die Reizweiterleitung von beispielsweise Druck und Temperatur zuständig sind. Dadurch werden etwa Kälte und Hitze verstärkt wahrgenommen", erklärt der Zahnarzt aus Erftstadt bei Köln.

Im Anfangsstadium könne der Zahnarzt noch schützende Fluoridlacke auftragen, die anschließend mit UV-Licht gehärtet werden und die Kanälchen wieder verschließen. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich das Zahnfleisch schon weit zurückgezogen hat, bleibe jedoch häufig nur noch eine Zahnhalsfüllung, also eine Art Verblendung, die den Zahnhals schützen soll.

Besser ist es natürlich, wenn es erst gar nicht so weit kommt. Vorbeugen ist eigentlich gar nicht so schwer: "Man sollte eine weiche Bürste verwenden und beim Putzen sehr darauf achten, nicht zu fest aufzudrücken", rät Eubisch. Außerdem empfiehlt er seinen Patienten, anstelle von Pasten lieber Zahngels zu verwenden, da diese weniger Schleifpartikel hätten und somit den Zahnschmelz weniger angriffen. "Man kann zum Vergleich mal ein bisschen Paste zwischen zwei Finger verreiben und dann ein bisschen Gel, man spürt den Unterschied."

Natürlich könne man auch spezielle Zahncremes für sensible Zähne nehmen, allerdings seien die meist stark überteuert. Vorsichtshalber rät der Zahnarzt zudem dazu, nicht über Jahre hinweg das gleiche Präparat zu nutzen, sondern gelegentlich zu wechseln, "dadurch wird das Risiko, einen 'Schleifer' zu erwischen, gestreut". Keinesfalls sollten bei schmerzempfindlichen Zähnen sogenannte Weißmacher-Zahncremes zum Einsatz kommen, die oft besonders grobe Schleifpartikel enthielten.

dapd

 
erschienen am 09.02.2011
 
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