Gefahr für Mikrokosmos Gartenteich
Bei hohen Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt
Düsseldorf. Erst Hitzewelle mit 30 bis 35 Grad Celsius, dann wieder herbstliche Kühle und Regen: Der Sommer zeichnet sich bisher durch sehr instabile Wetterlagen aus. Da fragen sich viele Teichbesitzer, ob diese klimatischen Kapriolen auch für einen Mikrokosmos wie den Gartenteich Folgen haben.
Fachleute geben Entwarnung: Auch extreme Temperaturschwankungen können Flora und Fauna eines Gartenteichs nicht so rasch etwas anhaben. "Entscheidend ist, dass der Teich sinnvoll angelegt wurde", so Florian Grabsch vom Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde. "Das heißt, die Wassertiefe sollte mindestens 100 Zentimeter betragen." Wichtig ist auch eine gute Teichpflege: Da sich an der tiefsten Stelle Pflanzenreste und -substrat sammeln, sollte der Teich im Spätherbst einmal gründlich gereinigt werden.
Grundsätzlich sollten Teichbesitzer im Sommer dennoch auf einige Dinge achten: Da sich bei hohen Außentemperaturen das Wasser erwärmt, sinkt der Sauerstoffgehalt im Teich. Gleichzeitig nimmt der Sauerstoffbedarf wechselwarmer Tiere wie Fische und Amphibien bei Hitze zu. Die Teichpumpe, die sonst theoretisch nachts auch abgeschaltet werden kann, sollte in diesem Fall 24 Stunden laufen, während der Teichfilter ohnehin durchgehend in Betrieb sein muss. Im Idealfall bedenkt man vorher, ob man überhaupt sauerstoffbedürftige Fischarten ansiedeln möchte.
Hitze beschleunigt zudem das Wachstum von Pflanzen und Algen. "Deshalb ist es sinnvoll, regelmäßig die Wasserwerte zu kontrollieren, altes Laub und Pflanzenreste zu entfernen und die Teichbewohner nur maßvoll und mit hochwertiger Nahrung zu füttern", rät Grabsch. Weiterhin sollte bei starker Verdunstung der Wasserverlust möglichst rasch ausgeglichen werden. Wenn die Wasserqualität nicht optimal ist, ist unter Umständen ein Teilwasserwechsel erforderlich. (lu)