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Traditionell oder bunt und schrill

Bei der Gestaltung der Weihnachtstafel ist Individualität gefragt

Gelsenkirchen/Iserlohn (dapd). Weihnachten ist das Fest des guten Essens und der festlichen Dekorationen. "Die Gäste freuen sich über liebevoll ausgewählte Details. Das sorgt für Gesprächsstoff und eine angenehme Atmosphäre", sagt Elisabeth Küper, Stil- und Einrichtungsexpertin für den gedeckten Tisch und Wohnkultur. "Absoluter Höhepunkt der weihnachtlich geschmückten Wohnung ist der glanzvolle Tisch."

Das Weihnachtsfest bietet vielfältige Möglichkeiten, eigene Ideen und Vorstellungen umzusetzen. Die Angebote im Handel sind schier grenzenlos. Klassische und originelle Accessoires, kreative Weihnachtskugeln, trendige Farben und außergewöhnliche Materialien machen Lust aufs Gestalten und Ausprobieren. Doch die Stilexpertin rät zur Vorsicht. Individualität und die persönliche Note sind oft viel überzeugender als Modetrends, die nicht in das eigene Lebensumfeld passen.

"Man sollte sich bereits im Vorfeld Gedanken machen, wie der Weihnachtstisch aussehen soll. Wer sich spontan in den Geschäften vom dortigen Überangebot leiten lässt, wird oft hiervon erschlagen und ist nachher vom Resultat seiner Dekoration enttäuscht", meint die Expertin. Es sei schwer, in der Wohnung ein stimmiges Bild ohne ein entsprechendes Konzept zu erzielen. Ein Gestaltungsthema könne an dieser Stelle hilfreich sein, beispielsweise das Motto "Leise rieselt der Schnee" oder "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".

Nach den Erfahrungen der Stilexpertin haben verschiedene Zielgruppen sehr unterschiedliche Ansprüche, Vorstellungen und Auffassungen von einer weihnachtlichen Tafel.

In diesem Jahr hat sie drei wichtige Trends ausgemacht:

  • Die traditionelle Art, Weihnachten zu feiern, sei geprägt von alten Bräuchen und sehr kultiviert, sagt die Stilexpertin: "Die Dekorationsfarben sind hierbei seit jeher Silber, Gold und Rot. Die Tafel und das Ambiente gestaltet man üppig und elegant. Hinzu kommen ein Manufaktur-Service mit Weihnachtsmotiven oder in weiß, mit Gold- oder Platinrand, edle Leuchter, Platzteller und edle Gläser." Als Dekoration dienten frische Blumen wie Amaryllis in weiß oder rot sowie zarte Christrosen mit etwas Grün und Streuschnee. Engel und schöne Teelichter rundeten die festliche Tafel ab. "Eine üppige Tischdecke aus erlesenem Material ist für eine solche Inszenierung unverzichtbar", meint Elisabeth Küper.
  • Wer es lieber fröhlicher und unkomplizierter mag, für den seien die angesagten Farben eher Rot und in diesem Jahr auch Lila. Dann sei nicht die opulente Tafel angesagt, sondern Tischläufer mit witzigen Weihnachtsmotiven, Geschirr mit breiten farbigen Rändern in rot, grün, lila oder pflaume. Auch Hirsch- und Rentiermotive lägen im Trend. Naturverbundene verwendeten gerne Accessoires aus Holz und Filz in Form von Sets und Sternen, kombiniert mit Naturmaterialien - zum Beispiel Zapfen, Lärchenzweige und Nüsse. Passend dazu bietet der Handel eine große Auswahl an Kugeln in Form von Waldfrüchten, Pilzen und Vögeln an. "Das ist einer der großen Trends, ganz leger und mit Garantie für leuchtende Kinderaugen", sagt Elisabeth Küper.
  • Andere, vor allem jüngere Leute, bevorzugten auch an Weihnachten einen schrillen und etwas provokanten Stil. Für diesen Bedarf gebe es kunterbunte Lichter- und Kugelketten und ausgefallenen Behang für den Weihnachtsbaum, etwa Schweine mit Flügeln, Gurken und Balletttänzerinnen. Bunte Bänder dienten anstelle von Tischwäsche als Grundlage für die Tischdekoration. Dazu ließen sich im Wechsel Kugeln, Teelichter, Gläser mit geeister Tanne und bunte Karten mit individuellen Weihnachtswünschen kombinieren. "Jeder Gast darf das, was an seinem Platz steht, mit nach Hause nehmen. Schenken einmal anders", rät Elisabeth Küper.

Blumen sollten auf keiner Weihnachtstafel fehlen, meint Harald Wenk, Sprecher des Fachverbandes Deutscher Floristen. "Besonders gefragt sind in diesem Jahr edle Frischblumen wie die Christrose, die Phalaenopsis-Orchidee und natürlich weiße, cremefarbene und farbige Rosen." Für viele ein Muss seien außerdem die weiße Calla und die Amaryllis, die Weihnachtsblume schlechthin.

Wer es lebhafter mag, finde passend zum Bunt-Look Pflanzen in kräftigen Farben wie Lila, Gold, Silber, Orange und Rosa. Zum Landhausstil passten am besten Erdtöne wie Sand, Olive und Grün. Auch Zimtstangen, getrocknete Zweige oder gewaschene Holzstücke wirkten natürlich und bodenständig. Einen mediterranen Look verliehen Zypressen und Olivenzweige auf dem Tisch, die gern anstelle oder in Kombination mit der traditionellen Tanne verwendet würden. Dazu passten Kerzen und Bänder in den Naturfarben Grau und Pflaume, die in dieser Saison besonders angesagt seien.

 

 
erschienen am 30.11.2011
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