Arbeit Nicht immer verläuft die Kommunikation zwischen jungem Chef und älteren Mitarbeitern so harmonisch.

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Ältere Mitarbeiter sollten jüngeren Chef nicht ungefragt beraten

Auch die Erfahrungen des Jüngeren sollten gewürdigt werden

Frankfurt/Main. In der Arbeitswelt richten sich Hierarchien nicht immer nach dem Alter. Da kommt es vor, dass altgediente Mitarbeiter plötzlich von einem Chef angeleitet werden, der wesentlich jünger ist als sie. Für viele Arbeitnehmer ist diese Situation gewöhnungsbedürftig. "Auch einem wesentlich jüngeren Chef sollte man von Anfang an loyal, kooperativ und großzügig begegnen", rät Katja Wengel, Psychologin und Businesscoach aus Frankfurt am Main. Auch wenn der Vorgesetzte nicht über die gleiche Lebenserfahrung verfüge wie seine Untergebenen, sollte man doch respektieren, dass er offensichtlich schon qualifiziert genug ist, um ein Team anzuleiten.

Wer sich dem jungen Vorgesetzten gegenüber als Blockierer neuer Ideen hervortut, schade unter Umständen der eigenen Karriere. "Besser ist es, wenn ältere Arbeitnehmer bereit sind, etwas Neues zu lernen, und echtes Interesse für die Ziele des neuen Chefs zeigen", sagt Wengel. Auch als Dienstälterer könne man von einem jungen Chef noch etwas lernen. Wichtig sei, dass man auch dessen Erfahrungen würdige.

Mit Ratschlägen sollte man allerdings vorsichtig sein. Wenn der Chef frage, könne man ihm sein Wissen natürlich mitteilen. "Ansonsten kann man ihm den Dialog immer mal wieder anbieten. Falls er nicht darauf eingeht, muss man das allerdings akzeptieren", sagt Wengel. Vielen älteren Angestellten falle es schwer, zuzusehen, wie ein Jüngerer Fehler mache, und ihn nicht davor zu warnen: "Hier muss man sich aber klarmachen, dass der Chef derjenige ist, der hier zu entscheiden hat."

"Auch für die Führungskraft ist diese Situation oft verunsichernd", gibt Wengel zu bedenken. Der neue Chef fürchte, von seinen Mitarbeitern nicht respektiert zu werden. "Manche verhalten sich in dieser Situation zu autoritär, andere versuchen, sich durch einen besonders lockeren Führungsstil beliebt zu machen", sagt Wengel. Deshalb sei es wichtig, dass die Mitarbeiter gerade in der Anfangsphase Verständnis für dieses Dilemma des jungen Chefs aufbrächten. "Man sollte dem Vorgesetzten Zeit geben, um Sicherheit zu gewinnen", sagt Wengel. (ddp/mhi/esc)

 
 
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