Für Cindy Albrecht aus Chemnitz und Torsten Böhme aus Dresden gehörten beim zweiten Azubikongress von Lorenz Dental auch praktische Aufgaben, hier die Kontrolle von Abdrücken, zum Programm.
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Azubikongress gewährt Blick in Zukunft
Wie kann man 53 Auszubildenden an 13 Standorten in ganz Deutschland eine Firmenphilosophie nahe bringen? Das Zwickauer Unternehmen Lorenz Dental hat darauf eine Antwort gefunden
Chemnitz. Zahntechnikmeister Peter Viehweg bringt es auf den Punkt: 13 Standorte im gesamten Bundesgebiet bergen in Sachen Firmenphilosophie eine Gefahr: An jedem Standort kann die mit unterschiedlichen Nuancen an die Mitarbeiter transportiert werden. Im Sinne einer einheitlichen Firmenphilosophie ist das allerdings wenig sinnvoll. Deshalb rief das Zwickauer Unternehmen den Azubikongress ins Leben. Der erste fand im vergangenen Jahr in Berlin statt. Jetzt trafen sich die Auszubildenden des zweiten und des dritten Lehrjahres am Chemnitzer Standort. 29 junge Leute im Alter von 17 bis 28 Jahren waren mit dabei. Weil das Konzept aufgeht, soll der Kongress jetzt jährlich an einem anderen Standort von Lorenz Dental stattfinden.
Die einheitliche Firmenphilosophie ist dabei nur ein Schwerpunkt. "Uns liegt es am Herzen, den Jugendlichen mehr zu erläutern, als in der Grundausbildung vermittelt wird", sagt Zahntechnikmeisterin Jana Aumann. Dazu gehört unter anderem die rechnergestützte Fertigung und Formgebung von Zahnersatz. Der gehört die Zukunft. "Dennoch ist es nach wie vor unumgänglich, den Beruf des Zahntechnikers von Hand zu erlernen. Erst danach kann man sich daran machen, virtuell zu entwerfen", sagt Peter Viehweg. Allerdings sei es unmöglich, den jungen Leuten an einem Tag die Geheimnisse der Konstruktion in virtuellen Welten zu vermitteln. Darum geht es aber auch gar nicht. "Wir wollen erreichen, dass die Jugendlichen selbst aktiv werden und sich von den Mitarbeitern vor Ort die Technik und die Fertigkeiten erklären lassen", sagt Peter Viehweg.
Diese Chance will auch Torsten Böhme aus Dresden nutzen. Der 23-jährige Auszubildende war von den Möglichkeiten der virtuellen Fertigung beeindruckt. "Das ist die Zukunft", sagt der junge Mann. Er hat sich fest vorgenommen, sich am Dresdner Standort intensiver mit dem Thema zu befassen.
Cindy Albrecht war dagegen vor allem von den Erläuterungen zum sogenannten Gesichtsbogen beeindruckt. Er dient der Lagebestimmung des Oberkiefers im Verhältnis zur Schädelbasis beziehungsweise zum Kiefergelenk. "Wir haben den Gesichtsbogen selber ausprobiert. Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie sich der Patient dabei fühlt", sagte die 19-Jährige. In den Augen von Peter Viehweg ist gerade dieser persönliche Bezug zu Patient und Zahnarzt der Schlüssel zum Erfolg. Und Zahntechnikerin Jana Aumann ergänzt: "Jede praktische Einführung ist mehr Wert, als zehn theoretische Erklärungen."
Der Azubikongress soll aber auch das Miteinander in der Firmengruppe fördern. Deshalb wird in Zukunft in jedem Jahr ein anderer Standort die Patenschaft über den Azubikongress übernehmen. Neben fachlichen Inhalten gehört auch ein kulturelles Angebot zum Programm. Das bringt einen weiteren Vorteil für das Unternehmen: "Wir wollen die Fachkräfte, die wir entwickelt haben, in der Unternehmensgruppe behalten", stellt Peter Viehweg klar. Wenn also ein Mitarbeiter aus persönlichen Gründen, etwa einer neuen Liebe, im Bundesgebiet umzieht, dann wolle man ihm an einem anderen Standort nach Möglichkeit auch wieder Arbeit geben. Da ist es von Vorteil, wenn der Mitarbeiter den Standort schon gesehen hat.