Pierre Tunger, Sandy Steinert und Carsten Crauß (von links) in den Räumen von Co-Working Zwickau an der Bahnhofstraße 2.
Foto: Privat
Co-Working hält auch in Südwestsachsen Einzug
Neue Chancen der Zusammenarbeit für Selbstständige in Südwestsachsen
Plauen/Zwickau. Carsten Krauß, Inhaber der auf Beratung spezialisierten August-Horch-Akademie, bringt es auf den Punkt: "Die Zwickauer Hochschule ist mit ihrer Ausbildung und den vielen Spezialisierungen gut aufgestellt, aber leider gehen immer noch zu viele junge Leute nach dem Studium weg."
Der 34-Jährige weiß, wovon er spricht. Er hat selbst in Zwickau studiert und ging Mitte der 1990er-Jahre zunächst in die alten Bundesländer, um Erfahrungen zu sammeln. Karriere machte er anschließend in Zwickau. Die Zeiten haben sich mittlerweile geändert: Für den Jobeinstieg müssen junge Menschen nicht mehr in die alten Bundesländer gehen. Fachkräfte werden auch in Sachsen gesucht. Für junge Leute, die sich nach dem Studium selbstständig machen wollen, fehlt in den Augen von Carsten Krauß aber nach wie vor die nötige Infrastruktur.
Diese Lücke will Co-Working Zwickau nun schließen. Die Räume in der Bahnhofstraße 2 wurden Anfang Oktober bezogen. Neun Arbeitsplätze stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Neben den Studenten sollen auch Arbeitssuchende angesprochen werden, die die Möglichkeit nutzen wollen, kostengünstig in die Selbstständigkeit zu starten. "Aber natürlich ist Co-Working Zwickau auch ein Angebot für Geschäftsreisende, die auf der Durchreise einen festen Arbeitsplatz oder Besprechungsraum suchen", sagt Carsten Krauß. Deshalb habe man sich am Georgenplatz, einem der Eingänge zur Zwickauer Innenstadt, bewusst für eine Ladengeschäft entschieden. "Wir wollen damit eine gewisse Sichtbarkeit im Stadtbild erreichen", sagt Carsten Krauß.
Im Plauener Wilke-Haus an der Gottschardstraße 1a haben sich im Spätsommer 18 kreative Köpfe unter dem Namen "Wilke-Haus Co-Working 1a" zusammengefunden. "Jeder der 18 Personen hat seinen festen Arbeitsplatz. 85 Prozent der Mieter kommen aus dem kreativen Bereich und können so bei gemeinsamen Projekten gut zusammenarbeiten", sagt Organisator Uwe Fischer. Auch im Wilke-Haus besteht die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz nur für einen Tag zu mieten. Für Uwe Fischer liegen die Vorteile der Zusammenarbeit auf der Hand. Gerade bei kreativen Arbeiten sei es wichtig, nicht im "eigenen Saft zu schmoren", sondern sich mit anderen über Ideen auszutauschen. "Im Gespräch können Probleme erörtert werden, dann hat man meist schon die Lösung, auf die man alleine nicht gekommen ist", sagt er. Dazu komme der repräsentative Faktor einer Bürogemeinschaft. "Der Kunde sieht, dass hier eine große Gemeinschaft zusammenarbeitet und fühlt sich nicht alleine gelassen, wenn mal jemand im Urlaub oder krank ist", sagt Uwe Fischer.