Oliver Sachs ist der Erasmus-Koordinator der TU Chemnitz. Er hilft den Studenten dabei, einen Studienplatz im europäischen Ausland zu finden. So wie bei Luise Maria Uhlig. Sie ging für ein Semester nach Frankreich.
Foto: Ronny Rozum
Die Generation Erasmus
Über 213.000 europäische Studenten zog es im vergangenen Jahr mit einem Erasmus-Stipendium ins Ausland - ein neuer Rekord
Chemnitz/Tarragona. Zum Lernen in die weite Welt: Ob im finnischen Tampere, im französischen Perpignan, in Tschechiens Hauptstadt Prag oder im katalanischen Tarragona - Europa liegt den Studenten zu Füßen. An fast jeder Hochschule treffen sich die zukünftigen Akademiker aus aller Herren Länder, um gemeinsam zu lernen und Partys zu feiern.
Erasmus nennt sich das Programm, welches den Studenten die Hörsäle der europäischen Universitäten öffnet. Benannt nach Erasmus von Rotterdam, dem Universalgelehrten des 16. Jahrhunderts, ist es heute das akademische Synonym für ein Völker verbindendes Europa. Mit etwa 415 Millionen Euro förderte die EU im Studienjahr 2009/10 die Auslandsaufenthalte von Studenten und Dozenten. Damit können die Erasmus-Studenten zwar keine großen Sprünge machen - durchschnittlich bekam jeder Stipendiat von der EU 245 Euro monatlich ausgezahlt - aber das scheint sie nicht davon abzuhalten, ihr Glück im Ausland zu suchen. Denn mit europaweit insgesamt über 213.000 Erasmus-Studenten stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent auf einen neuen Rekordwert.
Eine Entwicklung, die auch Oliver Sachs, Erasmus-Koordinator der Technischen Universität Chemnitz, beobachtet hat: "Das Interesse steigt. 162 Studenten haben sich bei uns in diesem Jahr für ein Stipendium beworben. In der vergangenen Runde konnten wir 140 vergeben."
Eine der Stipendiaten war Luise Maria Uhlig. "Ich ging für ein Semester nach Perpignan in Frankreich. Es war wunderbar", berichtet die 23-Jährige. "Ich habe unheimlich viel gelernt und neue Freundschaften geschlossen." Ähnlich drückt es auch Romy Haucke aus. Die Studentin der Medienkommunikation lernt seit einem halben Jahr im spanischen Tarragona. "Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Du hast die Möglichkeit, so viel über ein anderes Land zu lernen", sagt die 23-Jährige. In Spanien scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. "Ich wollte das Land unbedingt näher kennenlernen. Ich war dort schon mehrmals im Urlaub und wusste genau, dass ich es da gut aushalten könnte. Außerdem war die Sprache ein wichtiger Faktor: Ich liebe Spanisch und wollte meine Sprachkenntnisse verbessern."