Jeder zweite "Ein-Euro-Jobber" ist fit für regulären Job
Geringe Belastbarkeit oder Qualifikation verhindern Einsatz
Nürnberg. Jeder zweite so genannte Ein-Euro-Jobber kann nach Ansicht seines Einsatzbetriebes auch eine reguläre Beschäftigung ausüben. Das gehe aus einer Befragung von rund 4000 Betrieben für 2008 hervor, die entsprechende Arbeitsgelegenheiten für Arbeitslosengeld-II-Empfänger anbieten, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit. Derzeit gebe es rund 250.000 Ein-Euro-Jobs.
Rund ein Drittel der Teilnehmer werden von den Betrieben laut IAB als nicht geeignet beurteilt. Bei knapp jedem Fünften könne die Frage noch nicht abschließend beantwortet werden. Grund seien Probleme bei der Belastbarkeit sowie den beruflichen Qualifikationen. Seltener genannt wurden dagegen unzureichende Berufserfahrung, unzureichende Leistungsbereitschaft und mangelnde Verlässlichkeit.
Ferner wurden neun von zehn Maßnahmeteilnehmern für die von ihnen ausgeführten Tätigkeiten als prinzipiell geeignet eingestuft. Ein Fünftel der Arbeitgeber habe jedoch Defizite bei der Kommunikations- und Teamfähigkeit der "Ein-Euro-Jobber" gesehen, in jedem achten Fall sei die Arbeitsmotivation als gering eingestuft worden. Angesichts dessen empfehlen die IAB-Experten ein verstärktes Coaching, um Probleme bei der Kommunikations- und Teamfähigkeit oder der Motivation anzugehen. Zudem sei bei den Betroffenen eine zusätzliche sozialpädagogische Betreuung angeraten.
Nur 18 Prozent der Betriebe berichten von regelmäßigen Kontakten mit den zuständigen Arbeitsvermittlern. Immerhin 27 Prozent der Arbeitsstellen hatten überhaupt keinen direkten Kontakt zu den Vermittlern, hieß es. Der Aufwand für regelmäßige Kontakte ist zwar für die Arbeitsvermittler relativ hoch. Doch nur so können sie erst ein genaueres Bild über Stärken und Schwächen der "Ein-Euro-Jobber" bekommen. (ddp)