Vor dem Gespräch noch die Krawatte zurecht gerückt...

Foto: Bildagentur Waldhäusl

Zu legere Kleidung bringt keine Punkte

Sicheres Auftreten bei Bewerbungsgespräch enorm wichtig

Beim Vorstellungsgespräch zählt der erste Eindruck - und dazu gehört unter anderem auch, gut und passend angezogen zu sein. "Es gibt für fast alle Branchen einen Dresscode, und an diese Regeln sollte man sich halten", weiß Karriereberaterin Helga Krausser-Raether aus Frankfurt am Main. "Ein Bewerber sollte sich vorab über die Gepflogenheiten in der Firma informieren", sagt Uta Rohrschneider, Managementberaterin in Gummersbach. "In allen Bereichen zeigt ein gepflegtes Äußeres dem potenziellen neuen Arbeitgeber, dass man das Gespräch ernst nimmt und sich möglichst professionell präsentieren will", betont Krausser-Raether.

Einer der häufigsten Fehler von Jobsuchenden sei es, dass sie zu leger gekleidet sind. Generell gilt : Lieber overdressed als zu leger. "Im Zweifelsfall sollte man sich lieber zu gut als zu schlecht anziehen", sagt Rohrschneider. Sie empfiehlt, bei der Garderobe auf Sachlichkeit zu achten. Frauen sollten zum Beispiel keine knappen Röcke oder tiefen Ausschnitte tragen und auf zu viel Make-up oder Parfüm verzichten.

Es ist wichtig, dass man beim ersten Zusammentreffen möglichst offen wirkt. "Dafür sollte ein Bewerber frei auf den Gesprächspartner zugehen und Blickkontakt herstellen", rät die Expertin. Der Händedruck dürfe nicht zu lasch, aber auch nicht zu fest sein. Gerade Männer müssten aufpassen, dass sie ihrem Gegenüber beim Schütteln der Hand nicht weh tun.

Beim Hinsetzen sollte ein Bewerber darauf achten, dass seine Körperhaltung offen ist und er dem Gesprächspartner zugewandt bleibt. "Es wirkt zum Beispiel abweisend, wenn man seine Arme verschränkt", erläutert Rohrschneider. Auch unter großer Anspannung sollte man es vermeiden, nervös mit seinen Händen zu spielen oder diese im Schoß zu vergraben.

"Während der Unterhaltung kann man sich bei seinem Gegenüber wichtige Signale abholen", sagt die Expertin. Wie reagiert der Personalchef auf meine Antworten? Wirkt jemand eher gelangweilt, lässt sich der eigene Beitrag vielleicht abkürzen oder variieren. "Wenn mein Gesprächspartner seine Stirn in Falten legt, kann ich unter Umständen auch direkt nachfragen, was ihn so zweifelnd aussehen lässt", empfiehlt Rohrschneider.

Wer in einem Bewerbungsgespräch Wasser, Kaffee oder Plätzchen angeboten bekommt, darf diese annehmen. "Die Einladung zu einem alkoholischen Getränk sollte man aber auf jeden Fall ausschlagen", sagt Rohrschneider. Ähnlich negativ wie Alkohol wird in einem Vorstellungsgespräch häufig auch das Rauchen bewertet. "Deshalb sollte man selbst dann nicht rauchen, wenn der Personalchef dies tut", sagt die Managementberaterin. (ddp)

Buchtipp

Mehr zum Thema und einen ausführlichen Style-Guide gibt's im Buch "Krawatten mit Stil" aus dem Gondrom-Verlag (5 Euro, ISBN 978-3-8112-2837-5, im Buchhandel).

 
erschienen am 06.03.2010
 
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