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Auf Schienen durch Europa
Die Zugfahrt über die Grenzen wird stetig vereinfacht
Berlin (dapd). Wenn es darum geht, ins europäische Ausland zu reisen, denken die meisten sofort an Auto oder Flugzeug. Doch auch mit der Bahn ist man in Europa komfortabel unterwegs. Auf manchen Strecken kann die Schiene mit dem Flug sogar in Sachen Schnelligkeit konkurrieren - von der Frankfurter bis in die Pariser Innenstadt benötigen Hochgeschwindigkeitszüge beispielsweise unter vier Stunden. Das hört sich angesichts einer Flugzeit von knapp eineinhalb Stunden zwar zunächst einmal viel an. Doch der Vergleich der Reisedauer von Flug und Bahn ist oft verzerrt, betont Thomas Sauter-Servaes vom Verkehrsclub Deutschland (VCD): "Oft wird nur die reine Flugzeit betrachtet und die tatsächliche Reisezeit außer Acht gelassen." Schließlich müsse man zum einen lange vor dem Start zum Check-in erscheinen, zum anderen lägen die meisten Airports, anders als Bahnhöfe, weit ab vom Zentrum.
Mehr Service mit dem Railteam
Um die Hochgeschwindigkeitszüge besser zu vernetzen, wurde im Jahr 2007 das Railteam gegründet. Der Zusammenschluss europäischer Bahnen, unter anderem aus Deutschland, Österreich und Frankreich, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Service zu verbessern und das grenzüberschreitende Reisen zu vereinfachen. Unter railteam.de können Verbindungen abgefragt werden, es gibt an großen Bahnhöfen spezielle Info-Points und fürs Handy die Informations-Plattform "Railteam Mobile". Dort findet man unter anderem einen Reiseplaner, internationale und nationale Fahrpläne sowie Informationen zu Verspätungen, Gleisänderungen und Zugausfällen.
Besonders wichtig für Reisende: das Prinzip HOTNAT - Hop On The Next Available Train. Wenn wegen einer Verspätung der Anschlusszug einer der Partnerbahnen verpasst wird, kann man an den großen Bahnhöfen der Mitgliedsländer den nächsten Hochgeschwindigkeitszug nehmen, ohne das Ticket umzutauschen oder eine neue Reservierung vorzunehmen. Allerdings sollte man sich vorher an das Zugpersonal wenden beziehungsweise den Railteam-Infopoint aufsuchen.
Ticketkauf noch umständlich
Der Ticketkauf für internationale Fahrten gestaltet sich manchmal noch etwas schwierig, eine gemeinsame Buchungsplattform gibt es nicht. "Fahrkarten für viel befahrene Strecken zwischen großen Städten kann man in der Regel problemlos bei der Deutschen Bahn auch als Online-Ticket kaufen. Bei anderen Verbindungen funktioniert das jedoch häufig nicht", sagt Sauter-Servaes. Er rät dazu, sich in solchen Fällen an die Experten in einem Reisebüro mit DB-Agentur zu wenden. Diese, weiß er aus eigener Erfahrung, finden dann die zeitlich und preislich günstigste Variante., finden dann die zeitlich und preislich günstigste Variante.
Doch Bahnfahren, betont der Verkehrsexperte, kann auch eine etwas andere Art der Fortbewegung sein, bei der es nicht nur darum geht, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Um über Erlebnismöglichkeiten entlang der Bahnstrecken zu informieren, hat der VCD das Projekt "ViaDeutschland" ins Leben gerufen, das kontinuierlich erweitert wird. Unter viadeutschland.de gibt es unter anderem Tipps für Zwischenstopps: "Wer zum Beispiel zum Badeurlaub ans französische Mittelmeer möchte, kann dies bei einer Fahrt mit dem Nachtzug problemlos mit einem Kurzbesuch in Paris kombinieren", sagt Sauter-Servaes. So lassen sich ganz verschiedene Erlebnisse in einen Urlaub packen. Und der Umwelt tut man mit dem klimafreundlichen Transportmittel auch noch etwas Gutes.
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