Neun Jahre lang - von 1936 bis 1945 - befand sich in dem Gebäude an der Scheffelstraße die Verwaltung der Auto-Union. Die Audi AG, die ihre Wurzeln in der Auto-Union hat, hat derzeit kein Interesse an dem Objekt.
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80. Gründungstag der Auto-Union: Ein Jubiläum ohne Wurzeln
Audi in Ingolstadt hat an der einstigen Firmenzentrale des Konzerns an der Scheffelstraße in Chemnitz kein Interesse
Chemnitz. Die Antwort ist eindeutig: Ein Erwerb oder eine Übernahme der ehemaligen Hauptverwaltung in Chemnitz, in der die Auto Union von 1936 bis 1945 neun Jahre residierte, ist seitens der Audi AG nicht geplant. Das erklärt Renate Stark, Pressesprecherin für den Bereich Audi Tradition, aus Ingolstadt auf Anfrage von "Freie Presse". Trotzdem betont sie, dass sich Audi auch in Zukunft zu seinen sächsischen Wurzeln bekennen werde. "Ob beziehungsweise inwieweit es zu einer direkten Präsenz des Unternehmens in Chemnitz kommen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht vorhergesagt werden", so die Sprecherin.
Angefragt hatte "Freie Presse" anlässlich des morgigen 80. Gründungstages des Auto-Union-Konzerns am 29. Juni 1932, als dessen erster Sitz Chemnitz eingetragen war. Tatsächlich, darauf weist Audi-Sprecherin Renate Stark zurecht hin, befand sich die Hauptverwaltung ab 1932 zunächst im DKW-Werk in Zschopau, bis 1936 die neue zentrale Hauptverwaltung in den ehemaligen Gebäuden der Fahrrad- und Autofabrik Presto an der Scheffelstraße in Chemnitz bezogen werden konnte. Später wurde der Gebäudekomplex bis 1997 als Stadtpark-Krankenhaus genutzt, seitdem steht es leer und ist dem Verfall preisgegeben.
2005 hatten Stadt und Wirtschaftsfördergesellschaft CWE einen Versuch gestartet, auf der Immobilienmesse Expo Real in München neue Nutzer für das Gebäude zu finden. Dafür war zuvor von einem Architekturbüro eine Machbarkeitsstudie erstellt worden, an deren Ende ein Investorenwettbewerb stehen sollte. Nach der Messe hatte CWE-Chef Ulrich Geissler berichtet, mit vier potenziellen Hauptmietern konkrete Gespräche zu führen. Schon allein wegen der räumlichen Nähe zum Motorenwerk des VW-Konzerns glaubten damals auch viele Chemnitzer, dass sich Investoren aus der Automobilindustrie oder deren Umfeld für die traditionsreiche Immobilie interessieren könnten. Doch diese Hoffnung zerschlug sich. 2007 wurde das Gebäude, dessen Verkehrswert damals mit 790.000 Euro veranschlagt wurde, zum Mindestgebot von 100.000 Euro versteigert. Der neue Besitzer aus Waiblingen wollte darin ein Pflegeheim oder Schulungszentrum einrichten. Doch auch daraus wurde nichts. Die Waiblinger Firma ging pleite. 2009 wurden Pläne eines neuen Eigentümers für ein Wohn- und Geschäftshaus bekannt. Aber dieser machte den Kauf der Immobilie wenig später wieder rückgängig.


10:03 Uhr
ramon: Wenn sich VW/Audi die Chemnitzer Geschichte bewusst macht, tauchen plötzlich ehemals jüdische Grundstücke unter dem jetzigen Fabrikgelände auf. Deshalb lieber Stillschweigen bewahren.
18:43 Uhr
kauzvonhier: Die Zeiten ändern sich, der Standort von VW wächst glaub ich kontinuierlich, vielleicht finden sie doch mal eine Nutzung. Vor allem, wenn man ihnen das Gebäude regelmaßig unter die Nase reibt und die Geschichte bewusst macht..
11:39 Uhr
schnellleserin: naja, auch wenn es sich für die Nutzung durch das Unternehmen anbietet ....anbieten allein reicht nun mal nicht. Wenn das Unternehmen nicht will.
genau das ist das Problem vieler schöner immobilien in Chemnitz - eigentlich schön, eigentlich erhaltenswert, eigentlich historisch interessant ......aber keiner interessiert sich wirklich dafür.
21:23 Uhr
kauzvonhier: Abreißen? Bitte auf gar keinen Fall! Ein schönes Gebäude, das sich mit seiner Geschichte, genau gegenüber dem Motorenwerk und neben einem Autohaus von VW geradezu zur Nutzung für das Unternehmen anbietet..
13:09 Uhr
schnellleserin: abreißen und Stadtpark erweitern
Chemnitz hat doch eh schon viel zu viele dieser eigentlich schönen aber überflüssigen Immobilien