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Exakt 343 Einbrüche (Symbolbild) hat es 2016 in der Stadt gegeben - so viele wie noch nie in den vergangenen elf Jahren. Das Thema brenne ihm auf den Nägeln, sagt der Polizeipräsident.

Foto: dpa/Archiv Bild 1 / 3

Beinahe täglich ein Einbruch

Die Anzahl der Einbrüche ist 2016 auf Rekordniveau - wie auch die der Körperverletzungen. Die Polizei hat Vermutungen, woran das liegt.

Von Benjamin Lummer
erschienen am 20.04.2017

Anzahl der Straftaten: Im vergangenen Jahr haben die Beamten in Chemnitz 27.236 Straftaten bearbeitet. Das waren rund zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Rechnet man Straftaten gegen Asylgesetze heraus, die nur von Flüchtlingen begangen werden können, bleiben 23.227 Fälle - ein Plus von einem Prozent gegenüber 2015. Im Vergleich mit anderen Städten ähnlicher Größe ist Chemnitz statistisch gesehen sicherer. Hier kommen 10.945 Straftaten auf 100.000 Einwohner, in Magdeburg waren es 2015 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) nach Medienangaben 12.240, in Halle 14.140. Allerdings kommen in der Statistik nur Fälle vor, die angezeigt und von der Polizei bearbeitet wurden. Es könnte also auch sein, dass die Chemnitzer weniger Straftaten angezeigt haben.

Aufklärungsquote: Die Polizei konnte im vergangenen Jahr etwa 61 Prozent der in Chemnitz begangenen Straftaten aufklären, das waren drei Prozent weniger als 2015. Als aufgeklärt gilt eine Straftat, wenn ein Tatverdächtiger ermittelt wurde. Ob die Person angeklagt und verurteilt wird, ist irrelevant.

Täter: Unter den 10.961 Tatverdächtigen, die 2016 ermittelt wurden, waren gut die Hälfte (52 Prozent) Nichtdeutsche. Zieht man die Verstöße gegen Asylgesetze ab, sinkt der Anteil der Ausländer an allen Tatverdächtigen auf ein reichliches Viertel (27 Prozent). Das entspricht dem Wert des Vorjahres. Unter ihnen waren vor allem Syrer, Afghanen und Inder. Bei einigen Delikten ist der Anteil von Nichtdeutschen höher, bei anderen niedriger: Bei Diebstahl liegt er bei 40 Prozent, bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bei einem Fünftel.

Einbrüche: Das Thema brenne ihm auf den Nägeln, sagt Polizeipräsident Uwe Reißmann. Tatsächlich wurde 2016 nahezu täglich in eine Wohnung oder ein Haus eingebrochen. Die 343 Fälle bedeuten einen Zuwachs um 22 Prozent gegenüber 2015 und einen Höchststand in den vergangenen elf Jahren - weiter reichen die Zahlen nicht zurück. "Seit 2012 schließen wir auf das Niveau der alten Bundesländer auf", so Reißmann. Häufig seien reisende Tätergruppen am Werk. In 30 bis 40 Prozent der Fälle habe man es mit nichtdeutschen Tätern zu tun, die das Diebesgut umgehend per Post verschickten, damit es keine Beweise gibt. In den anderen Fällen gehe man von Beschaffungskriminalität aus. Zugenommen hat auch die Anzahl von Diebstählen aus Wohnungen, ohne dass eingebrochen wurde: von 464 (2015) auf 548 Fälle (2016).

Körperverletzungen: Die Anzahl von Körperverletzungen erreichte 2016 ebenfalls einen Höchststand. 1634 Fälle wurden über das Jahr gezählt, 55 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei habe der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, teilt ein Polizeisprecher mit, ohne Zahlen zu nennen. Es liege nahe, "dass die Austragung verschiedenster Konflikte in dieser Bevölkerungsgruppe" mit dem Anstieg der Fallzahlen in Verbindung stehe.

Kfz-Diebstahl: 134 Fahrzeuge wurden 2016 entwendet - so wenige wie seit 2007 nicht mehr. Reißmann führt das auf die Arbeit der Sonderkommission für Auto-Diebstähle in Sachsen zurück, die den Fahndungsdruck auf die Täter erhöht habe.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
3
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 21.04.2017
    05:29 Uhr

    aussaugerges: In der dunklen DDR standen 20 bis 40 Kinderwagen vor den Kaufhäusen.
    Und man konnte die Kinder darin sehen,für einen Wessi unvorstellbar.
    Diese Freiheit kommt vielleicht mal wieder.

    0 0
     
  • 20.04.2017
    19:55 Uhr

    Zeitungss: Wer kein Schloß in der Haustür hat, muß mit den Folgenn leben, es ist eigentlich ein Naturgesetz, was heute bis auf wenige Ausnahmen , niemand mehr begreifen will, kann oder darf. Die Erfinder des jetzigen Zustandes haben ganz andere Sorgen, sie werden von ihrem Personenschutz täglich genervt, es lebe der KLEINE Unterschied.

    2 2
     
  • 20.04.2017
    18:43 Uhr

    aussaugerges: Wir wetden uns noch an die Abende erinnern wo wir an Schaufenstern und Freizeiteinrichtungen entlang gebummelt sind ,ohne Angst.
    Kommt nicht wieder

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