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Eines der maroden Gebäude des früheren Eugen-Esche-Stiftes an der Forststraße.

Foto: Andreas Seidel/Archiv Bild 1 / 2

Eigentümer sichert Ruinen neben Stadion

Die Gebäude des früheren Eugen-Esche-Stiftes sind seit Jahren ein Schandfleck. Jetzt gibt es erste Ideen für eine künftige Nutzung.

Von Michael Brandenburg
erschienen am 16.05.2017

Sonnenberg/Hilbersdorf. Seit Jahrzehnten fragen sich Hilbersdorfer und Bewohner des Sonnenbergs, was aus den Ruinen neben dem Fußballstadion werden soll. In diesen Tagen will die Chemnitzer Baufirma Fasa beginnen, die Gebäude des früheren Eugen-Esche-Stiftes an der Forststraße 24 bis 30 vor dem Einsturz zu sichern.

Laut dem Unternehmen soll bis zum Spätherbst mehr als eine halbe Million Euro investiert werden, um die Dachstühle zu erneuern, tragende Decken zu sanieren und das Dach provisorisch neu zu decken. Etwa die Hälfte der Kosten werde mit Stadtumbau-Fördergeld finanziert. Nach der vollständigen Sanierung strebe Fasa eine Nutzung als Kindertagesstätte oder andere Sozialeinrichtung an. Dafür gebe es aber noch keinen Zeitplan.

Fasa hatte die schon lange dem Verfall preisgegebene Immobilie im Sommer 2015 von der Stadt gekauft, nachdem alle vorherigen Verkaufs- und Versteigerungsbemühungen erfolglos geblieben waren.

Das Eugen-Esche-Stift geht auf den 1845 in Limbach geborenen Strumpffabrikanten Eugen Moritz Otto Esche zurück. Dieser hatte sein Unternehmen, das damals als größte Strumpfwarenfabrik Deutschlands galt, 1870 an die heutige Goethestraße in Chemnitz verlegt. 1886 kam ein Neubau an der Zwickauer Straße hinzu, in dem sich heute eine Möbelgalerie befindet. Bevor Esche 1902 verstarb, stiftete er in seinem Testament 300.000 Mark "zur Begründung einer der Verwaltung des Rates der Stadt unterstehenden Stiftung, aus der Häuser für würdige und bedürftige Leute, besonders Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Moritz Samuel Esche zur unentgeltlichen Wohnung errichtet werden sollten". 200.000 Mark waren für Grundstückskauf und Bau bestimmt, der Rest und die Zinsen für die Instandhaltung. Esche wünschte sich, dass die Gebäude ähnlich wie Wohnanlagen im englischen Halifax einen "gefälligen" Eindruck machen und nicht wie Kasernen aussehen. Geplant waren acht Einzelhäuser mit 41 Wohnungen und 14 Einzelzimmern. Bis 1910 wurden aber nur fünf Häuser errichtet. Die Wohnungen waren laut Wolfgang Uhlmann vom Chemnitzer Geschichtsverein sehr einfach ausgestattet. Zu DDR-Zeiten dienten sie als Altersheim, wurden aber nach 1970 leergezogen. Saniert wurde seitdem nur das Haus Forststraße 22, in dem sich heute ein Dialyse-Zentrum befindet.

 
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