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Bei der Ankunft eines Zuges aus Passau mit 700 Flüchtlingen, die auf Einrichtungen in Sachsen verteilt werden sollten, kam es im vergangenen Jahr am1. November in Meerane zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Foto: privat

Krawalle werden Fall für die Justiz

Angesichts der Vorfälle von Clausnitz und Bautzen ist der Gewaltausbruch vom Meeraner Bahnhof fast in den Hintergrund gerückt. Fast. Morgen wird das Geschehen vor Gericht aufgearbeitet.

Von Michael Stellner
erschienen am 08.03.2016

Glauchau/Meerane. In der bundesweiten Berichterstattung ist Meerane nur noch eine Randnotiz. Wenn es um fremdenfeindliche Vorfälle in Sachsen geht, fällt der Ortsname nur noch in der Aufzählung von Städten, in denen sich Ähnliches ereignet hat: Heidenau, Einsiedel, Freital, Freiberg. Die Schlagzeilen dieser Tage bestimmt Clausnitz, wo eine Menschenmenge ankommende Flüchtlinge in einem Reisebus verängstigte. Der Chemnitzer Polizeipräsident sah sich veranlasst, danach eine Pressekonferenz zu geben, das Thema war zudem Gegenstand einer aktuellen Stunde im Bundestag. So viel Aufmerksamkeit hat es für die Vorfälle vom 1. November in Meerane zwar nicht gegeben, aber folgenlos blieben sie deswegen nicht. Morgen befasst sich erstmals das Amtsgericht Hohenstein-Ernstthal mit den Krawallen vom Meeraner Bahnhof. Zunächst muss ein Beschuldigter vor den Richter. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Drei weitere Prozesse gegen andere Tatverdächtige sollen in den nächsten Wochen folgen, der letzte Termin ist für den 21. April angesetzt. In zwei weiteren Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung und Sachbeschädigung konnte die Staatsanwaltschaft keine Täter ermitteln.

Vielleicht geben die Verhandlungen auch Aufschluss darüber, wie es zur Eskalation kam. In der Nacht des 1. November blockierten Protestierende zunächst die auf die ankommenden Flüchtlinge wartenden Reisebusse. Am Nachmittag lockte die Polizei mehrere hundert Meeraner nach Glauchau, indem sie sie glauben ließ, der Flüchtlingszug würde in der Nachbarstadt eintreffen. Als dann die rund 700 Flüchtlinge mit der Bahn in Meerane ankamen und die Polizei den Bahnhofsplatz räumte, sei es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Auch zu klären ist, ob es von der Einsatzleitung den Befehl "Schlagstock frei" gegeben hat. Als die Beamten vorrückten, hätten die Protestierenden sie mit Reizgas und Feuerwerkskörpern angegriffen. Mehrere Polizisten wurden verletzt. Ein Polizeisprecher bestritt am Folgetag, dass es die Schlagstock-Durchsage gegeben habe. Allerdings gibt es dazu private Videos.

Auch in Glauchau hat es kurz zuvor bei der Ankunft eines Flüchtlingszuges Probleme gegeben. Als die Migranten vom Zug in Busse umstiegen, warf ein Unbekannter einen Böller in die Nähe eines Reisebusses. Zudem ermittelte die Polizei gegen vier Personen, die das verbotene Lied "Eine U-Bahn bis nach Auschwitz" gesungen haben sollen. Die Ermittlungen wurden eingestellt.

 
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