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Auf dem Neumarkt (heute Blickrichtung Galeria Kaufhof) gab es bereits einen Brunnen, noch bevor ab 1907 das Neue Rathaus gebaut wurde. Gestiftet worden war er vom damaligen Stadtbaurat Robert Zipper.

Foto: Archiv Bild 1 / 3

Markt-Gestaltung: Neuer Streit um Brunnen vor dem Rathaus

Hinter verschlossenen Türen wird diskutiert, wie es im Herzen der Stadt weitergehen soll. Kritikern ist das nicht genug.

Von Michael Müller
erschienen am 12.03.2016

Soll es auf dem Markt vorm Rathaus einen Brunnen geben? Und wenn ja, zu welchem Thema? In eher moderner oder mehr traditioneller Form? Seit nunmehr bald zwanzig Jahren werden in Chemnitz diese Fragen immer wieder neu diskutiert, ohne dass es bislang ein greifbares Ergebnis gibt. Zu Monatsbeginn wollten die Stadträte der CDU/FDP-Fraktion neuen Schwung in die Debatte bringen - und im Haushalt der Stadt 70.000 Euro für einen städtebaulichen Wettbewerb bereitstellen. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Wieder vom Tisch ist das Thema damit nicht. Baubürgermeister Michael Stötzer hat sich bereits Mitte Februar mit Vertretern der Ratsfraktionen getroffen, um hinter verschlossenen Türen über diverse "Aspekte der Freiraumgestaltung in der Innenstadt" zu sprechen. Auch der Markt war Thema. Weitere Gespräche sind für Mitte/Ende Mai geplant.

Offenbar sind sich auch die Stadtplaner im Rathaus weitgehend einig: Auf einen richtigen Markt gehört ein Brunnen. "Das ist immer ein belebendes Element, Brunnen können ganze Ensembles aufwerten", sagt Börries Butenop, der Leiter des Stadtplanungsamtes.

Dass der neuerliche Anlauf bei der Mehrzahl der Stadträte ins Leere lief, sollte nicht als generelle Absage missverstanden werden, betont Detlef Müller, der Chef der SPD-Fraktion. "Wir müssen das Thema auch einmal zu Ende bringen", äußerte er. Vordergründige Aufgabe derzeit sei es seiner Ansicht nach aber, den Markt barrierefrei zu machen. Eine entsprechende Erneuerung des Pflasters ist bereits beschlossen.

Ganz abgesehen davon gibt es Überlegungen, auch den Jakobikirchplatz an der Inneren Klosterstraße mit einem Wasserspiel zu versehen. Die Händler und Gewerbetreibenden dort versprechen sich davon eine Belebung des Areals. Mehr als einige in den Boden eingelassene Wasserdüsen sind dort allerdings nicht möglich. Der Bereich ist Feuerwehrzufahrt und darf nicht bebaut werden.

"Ich frage mich, was hier wichtiger wäre - der Markt oder der Jakobikirchhof", kritisiert Sandro Schmalfuß, Immobilienmakler und engagierter Stadtbild-Kritiker, die Prioritätensetzung. Er plädiert für einen Marktbrunnen mit klarem Chemnitz-Bezug. "Ein Agricola-Brunnen beispielsweise." Und er könnte sich vorstellen, dass ein "Brunnenverein" Spenden für das Vorhaben sammelt. "Wenn das Thema des Brunnens einmal feststeht, wäre so etwas sicher denkbar."

Spendenfinanzierte Brunnen haben in Chemnitz durchaus Tradition. Bereits die Festschrift zur Weihe des Neuen Rathauses im Jahr 1911 erwähnt unter den zahlreichen Schenkungen anlässlich des Neubaus auch einen großen "Zierbrunnen auf dem Neumarkte", finanziert von der örtlichen "Industrie und Kaufmannschaft durch die Sammlung der Handelskammer". Zuletzt beteiligten sich Chemnitzer Bürger und Unternehmer mit Spenden an der Wiederherstellung des Saxonia-Brunnes auf dem Johannisplatz.

Die einzige Frage, die bereits geklärt scheint, ist die des Standorts: Wenn ein Brunnen kommt, dann an der Ecke Bretgasse. Weil er dort aus allen Richtungen gut zu sehen ist und dennoch den Blick beispielsweise auf das Judith-Lukretia-Portal des Alten Rathauses nicht versperrt. Zudemwürde sich dieser Standort nach Einschätzung der Verantwortlichen im Rathaus auch nicht übermäßig auf das Geschehen an Markttagen auswirken. Deshalb wurden an dieser Stelle vor Jahren bereits die entsprechenden Wasseranschlüsse verlegt. Zumindest technisch könnte dann eigentlich alles ganz schnell gehen - wenn denn eines Tages eine Entscheidung fallen würde.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
4
(Anmeldung erforderlich)
  • 13.03.2016
    22:46 Uhr

    MuellerF: Wenn die Gastronomie dort so ein Problem mit einem fehlenden Brunnen hat, warum hat sie sich dann dort erst angesiedelt?
    Nun soll der fehlende Brunnen an Umsatzschwächen Schuld sein-ich glaub es hackt!

    0 1
     
  • 12.03.2016
    15:41 Uhr

    cn3boj00: Ich bin ganz klar dafür, neues Geld für einen neuen Wettbewerb auszugeben, dessen Ergebnis dann von den Stadträten abgelehnt wird weil man sich nicht zwischen Picasso und Gartenzwergen einigen kann. Auf jeden Fall ist damit das Geld besser vertan als wenn man damit etwas vernünftiges macht was dann auch irgendeinem von denen nicht passt :o

    0 1
     
  • 12.03.2016
    13:19 Uhr

    Interessierte: Hinter verschlossenen Türen - wird diskutiert, wie es im ´Herzen der Stadt` weitergehen soll.
    Kritikern ist das nicht genug …....

    Da bin ich auch eine Kritikerin als Einwohnerin und Karlmarkstädterin
    Wer nach der Umbenennung 1953 geboren wurde , der ist heute jünger 63
    Und auch wer 80 ist , kennt das ´Alte Chemnitz `, was vor 71 Jahren zerstört wurde , auch kaum noch ..

    Das „Alte Chemnitz“ , was sich manche Menschen zur Aufgabe gemacht haben , ´uns` dieses wieder schmackhaft zu machen und ´uns` wieder aufbauen wollen , weil man damit viel ´uns´ liebenswert gewordenes vernichten und schlecht reden kann - und mit dem Abriß und Neubau – sehr viel Geld verdienen kann ...

    Und ich frage mich an sich schon lange , wer das ist , der nun hinter ´verschlossenen` Türen im Stadtrat sitzt ; woher diese Leute kommen , was diese Leute für Grundlagen mitbringen , um über eine / unsere Stadt zu entscheiden und vor allem , was sie für eine Beziehung zu unserem ´Karlmarkstadt` haben - aufgrund dieser schon erfolgten hanebüchenen Entscheidungen …

    Für meine Begriffe sitzen hier Menschen , die weder ein Beziehung zu Chemnitz noch zu unserem Karlmarkstadt haben , aber eben das Sagen haben …
    Mir wird es nämlich manchmal ´ganz schlecht` , wenn ich diese Zukunftspläne höre und lese ...

    Aber dass der „Tassenbrunnen“ nicht mehr zur Diskussion steht in unserer , früher mal weltweit bekannten "Industriestadt" , da bin ich schon einmal froh , sonst hätte ich nämlich das „Herz der Stadt“ ab dann - ganz gemieden …

    0 3
     
  • 12.03.2016
    09:47 Uhr

    kauzig: Brunnen und Begrünung im Zusammenspiel betrachten! Nicht dass wieder so ein typisch plumpes Chemnitzer Ergebnis entsteht, das in etwa so aussieht: seelenlos dahinplaetschender Brunnen, eingepfercht in Beton und einsamer, haesslicher großer Baum in der Betonwueste, der auch noch den Weg versperrt. Das wuerde man in Chemnitz hinbekommen, statt einfach mal die Marktplaetze anderer Städte und Orte anzuschauen und Anregungen einzuholen. Selbst im näheren Umfeld gibt es da viele vorbildliche Beispiele.

    0 3
     

 
 
 
 
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