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Ein Knall, dann war die Scheibe im Lesecafé Odradek zerbrochen. Die Betreiber vermuten einen Angriff von Neonazis. Polizisten sollen sich beim Einsatz nach dem Angriff herablassend geäußert haben.

Foto: Andreas Seidel

Nach Einsatz im Lesecafe: Vorwürfe gegen Polizei

Beamter soll Opfern gedroht und sie abfällig behandelt haben

Von Jana Peters
erschienen am 19.04.2017

Als die Scheibe im Lesecafé Odradek an der Leipziger Straße mit einem lauten Knall zu Bruch ging, wurde den rund 15 Personen, die sich am vergangenen Mittwoch dort aufhielten, mulmig. Das Café ist Teil des alternativen Wohn- und Kulturprojekts Kompott, das sich antifaschistisch und antirassistisch engagiert. Darum vermuteten die Betreiber einen Angriff von Nazis. Sofort wurde die Polizei verständigt.

Die Beamten hätten sich freundlich verhalten, berichten Zeugen. Doch über das Agieren der hinzugerufenen Kriminalpolizei sind sie entsetzt. Das Gespräch mit dem zuständigen Beamten habe damit begonnen, dass dieser herablassend gefragt habe, ob es in dem Café "ein sauberes Plätzchen" gebe, berichtet eine 22-Jährige. Er habe dann mit Zeugen gesprochen. Einer davon sei Syrer, der zwar nicht perfekt, aber gut Deutsch spreche. "Er hat die genuschelte Frage mit sächsischem Dialekt nicht sofort verstanden", beschreibt die Frau. Daraufhin habe sich der Beamte abgewandt. Mit diesem Mann zu sprechen, bringe nichts. Der Polizist habe gesagt "Multikulti ist nicht normal", erinnert sich eine zweite Zeugin. Neben der Anzeige wegen Sachbeschädigung hätten sie eine Anzeige wegen versuchter Körperverletzung stellen wollen. Der Polizist habe daraufhin versucht, sie von dieser Idee abzubringen. Sie müssten damit rechnen, dass am Abend noch eine Hundertschaft kommt und das ganze Gebäude durchsucht. Außerdem kämen mehrere Vorladungen nach Dresden ins Landespräsidium auf sie zu. Wenn sie diese Anzeige stellen, würden sie Stress bekommen, habe der Polizist gedroht, erinnert sich die zweite Zeugin. "Er hat auch klar gemacht, dass nicht in die rechte Richtung ermittelt wird", sagt sie. Die Anzeige wegen versuchter Körperverletzung wurde trotzdem gestellt. Der Kripo-Beamte habe sich herablassend und einschüchternd verhalten, teilte der Verein, der hinter dem Wohnprojekt steht, mit. Die Aussagen seien eine klare Täter-Opfer-Umkehr. Eine der beiden Zeuginnen verdeutlicht: "Dieser Polizist macht mir mehr Angst als die Person, die die Scheibe zerstört hat."

Auf Nachfrage bei der Pressestelle der Polizei teilte eine Sprecherin mit, dass der Behörde die Vorwürfe bekannt seien. "Auch wir wollen natürlich wissen, was sich - vom Strafrechtlichen abgesehen - zugetragen hat", sagte sie. Die Vorwürfe würden als Dienstaufsichtsbeschwerde gewertet. Diese werde bearbeitet, weitere Auskünfte dazu könnten momentan nicht gegeben werden.

 
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Kommentare
17
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 23.04.2017
    19:27 Uhr

    Einspruch: @Blackadder: Auf den Seiten der Kreativwirtschaft steht nichts weltbewegendes. Funktionierende Firmen wurden und werden auch von anderen aufgebaut, die durchaus bekannter sind. Häuser werden auch von anderen saniert. Und gleich "unzählige " sanierte Häuser auf dem Sonnenberg an einer Person festmachen zu wollen, ist wieder einer Ihrer "Fakten". Auf dem Sonnenberg gibt es eine Menge anderer Vermieter und Hausverwaltungen, die bekannter sind. Außerdem ist der Sonnenberg ein Viertel, wo man kaum noch wohnen mag. Warum wohl?

    0 2
     
  • 23.04.2017
    15:14 Uhr

    Blackadder: @ Einspruch: Sie kennen Sie Chemnitzer Kreativwirtschaft nicht? Leute wie Fassmann, der nicht nur eine funktionierende IT Firma aufgebaut hat,sondern auch unzählige Bauten auf dem Sonenberg gerettet? Die Chemnitzer Kreativwirtschaft ist ein wichtiger Image- und Wirtschaftsfaktor in dieser Stadt. Vielleicht sollten Sie sich mal kundig machen, bevor Sie anfällig darüber reden.

    2 0
     
  • 23.04.2017
    13:58 Uhr

    Einspruch: @Pedaleur: ...Hier ist er wieder,jung, Jungeblieben und alt in diesem Leserforum. Das ist Unsinn.
    ....Das Gebäude war vor der jetzigen Nutzung dem Verfall Preis gegeben...
    Jetzt sieht es doch nicht viel anders aus.
    ...es gibt viel zu viele Jugendliche, die sich gar nicht engagieren...
    Wo habe ich die in meinem Beitrag erwähnt?
    Die Verantwortlichen dort, setzen sich mit Ämtern...., Bürgern (Lautstärke wie immer in C) und vermutlich politischen Tieffliegern auseinander.
    Vielleicht weil die immer Stress machen und oft zu laut sind? Solchen Leuten, die sich offenbar mit normalem Verhalten nicht anfreunden können, dann mehr politischen Durchblick zu zutrauen ist auch sehr gewagt.
    ...Ist Ihre Jugend so lange her?...
    Auch wenn ich der Rente näher als der Jugend bin, habe ich gern und oft Kontakt zu jungen Leuten. Ergibt sich durch Arbeit im Verein und mit Azubis. Nur das dort eine messbare Leistung herauskommt und die Leute mehrheitlich auf ihr Äußeres achten und Sauberkeit und Pünktlichkeit sowie allgemeine Umgangsformen keine Fremdworte sind.
    ...Kreativwirtschaft...
    Was ist das für ein Wortschöpfung?
    ...Und diese leistet mehr als einen Beitrag für die Stadt...
    Ja sicher doch, glaube ich Ihnen aufs Wort.

    1 3
     
  • 21.04.2017
    12:08 Uhr

    Pedaleur: Hier ist er wieder, der Kampf zwischen jung/ Junggebliebenen und alt in diesem Leserforum. Das Gebäude war vor der jetzigen Nutzung dem Verfall Preis gegeben. Die Jugendlichen (nicht nur), die sich dort engagieren, erhalten zumindest den baulichen Zustand und stecken eigenes Geld in die Erhaltung. Und das ist der Punkt: Hier geht um etwas völlig selbstverwaltetes, aus eigener Initiative. Kann man platt machen, muss man aber nicht. Kann man auch anerkennen und der Jugend, die viele hier im Forum doch sowieso als verroht sehen, mal zugute halten. Und Hr./ Fr. Einspruch, es gibt viel zu viele Jugendliche, die sich gar nicht engagieren, da braucht man bloß mal Energy hören. "Was machst du heute noch nach Feierabend? Ach nichts, schön auf die Couch und Fernsehen." Die Verantwortlichen dort, setzen sich mit Ämtern (ich meine Genehmigungen!), Bürgern (Lautstärke wie immer in C) und vermutlich politischen Tieffliegern auseinander. Aber relativieren, wenn etwas nicht ins eigene Bild passt, lässt es sich eben gut. Wieso fällt mir der Song "Die Boote der Jugend" von den Puhdys ein? Ist Ihre Jugend so lange her? Ihr Einspruch ist ebenfalls völlig fraglich. Wenn Sie wollen, setzen Sie sich doch mal mit der Kreativwirtschaft auseinander. Und diese leistet mehr als nur einen Beitrag für die Stadt!

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  • 20.04.2017
    14:57 Uhr

    Einspruch: Ob die Jugend, die sich dort trifft, jetzt oder später für das Image der Stadt zu irgend etwas nützlich ist oder beiträgt, ist mehr als fraglich. Es gibt genug andere Jugendliche in Chemnitz, wo ich da weniger Bedenken hätte. Die gilt es zu fördern. Nicht so eine bunte Truppe von Träumern, nett gesagt.

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