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Foto: Uwe Mann

Neues Finanz-Loch beim Chemnitzer FC

Von Benjamin Lummer
erschienen am 04.03.2017

Beim in finanzielle Schieflage geratenen Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC ist ein neues Loch im Etat aufgetaucht. Durch Managementfehler war beim Club ein Minus von fast drei Millionen Euro entstanden, das im November 2016 bekannt wurde. Es wurde durch Zahlungen der Stadt in Höhe von 1,26 Millionen Euro und des Energieversorgers Eins in Höhe von 1,5 Millionen Euro weitgehend ausgeglichen. Nun habe sich herausgestellt, dass "das Budget für die Spieler im Moment um 400.000 Euro überschritten wird", sagte Vorstandsmitglied Herbert Marquard auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Auf Nachfrage präzisierte er am Freitag, dass es sich dabei um einen zusätzlichen Fehlbetrag handele, der nicht Teil des bekannten Drei-Millionen-Lochs ist. Falls der CFC nicht in die zweite Liga aufsteige, in der Vereine deutlich mehr Fernsehgelder erhalten, müsse man Einschnitte am Saisonetat und am Budget für die Profi-Mannschaft vornehmen, so Marquard.

Unterdessen haben Anhänger des Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC einen offenen Brief an den Verein verfasst. In diesem kritisieren sie den Club für seinen Umgang mit der Krise und fordern Aufklärung. Das Schreiben wurde von "Fanszene Chemnitz" aufgesetzt. Der Verein wurde vor einem Jahr gegründet und kümmert sich nach eigenen Angaben um Themen rund um den CFC, vor allem aber um Belange der Anhänger. Er hat unter anderem die Spendenaktion für den finanziell angeschlagenen Drittligisten ins Leben gerufen, bei der Ende des vergangenen Jahres 35.000 Euro zusammenkamen.

Nun kritisiert die Fanszene den CFC: "Neue Leute kommen, alte Leute gehen - und transparenter wird nichts", heißt es in dem Schreiben, das im Internet verbreitet wird. Und weiter: "Uns treibt die Sorge, dass der CFC weiter in unruhigen Gewässern schippert, die Wellen aber hausgemacht sind." Da man im Verein keinen Ansprechpartner habe, habe man sich entschieden, einen Katalog mit acht Fragenkomplexen zu veröffentlichen. Die zielen im Wesentlichen auf die Rolle des Energieversorgers Eins beim CFC ab. Eins hatte dem Verein mit einer Finanzspritze ausgeholfen sowie Buchführung und Controlling des CFC übernommen. So wollen die Fans wissen, ob es Alternativen zum Engagement von Eins gab und ob die Hilfe des Energieversorgers an personelle Bedingungen geknüpft ist. Außerdem geht es um die Verzögerungen beim Stadionbau, Entschädigungszahlungen von Vorstandsmitgliedern und um die Satzung des CFC.

Der Verein will auf die Fragen der Anhänger reagieren. Vorstand und Aufsichtsrat haben das Schreiben gelesen, sagt Sprecherin Nicole Oeser. "Die Fragen werden auf der Sitzung des Vorstands am 14. März diskutiert", kündigt sie an. Anschließend will sich der Vorstand den Fans bei einem Treffen stellen. Wann genau dieses stattfindet, sei noch offen, so Oeser. Angedacht sei aber ein Termin "zeitnah" nach dem 14. März. Der CFC war aufgrund von Managementfehlern in finanzielle Schieflage geraten und musste ein Millionendefizit verzeichnen. Stadt und Eins halfen aus; Vorstand und Aufsichtsrat des CFC traten zurück und wurden neu gewählt beziehungsweise bestellt.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
4
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 06.03.2017
    18:50 Uhr

    j35r99: Die Kontrolle der Finanzen einer juristisch, selbständigen Einheit obliegt doch in erster Linie dem Aufsichtsrat. So auch bei dem CFC.
    Wieso wurden die "Finanzlöcher" nicht eher festgestellt?
    War ein Polizeipräsident (der sich zur entscheidenten Versammlung aus familieren Grüden entschuldigen ließ) als Aufsichtsratvorsitzender nicht in der Lage dies zu erkennen?
    Gab es neben dem Beamtengehalt eigentlich eine Vergütung für den Posten als Aufsichtsratsvositzender?
    Ein Sympatisant des CFC.

    0 2
     
  • 04.03.2017
    21:46 Uhr

    Zeitungss: Die Stadtverwaltung hat dafür ein offenes Ohr´, hatte ich schon mehrfach ins Gespräch gebracht. Anteilmäßig lagen die roten Daumen oben auf, was zu erwarten war, zahlen werden es allerdings die Leute , welche mit dem Nachdenken ein fürchterliches Problem haben, was letztlich auch gerecht ist. Wer nicht denken kann, soll wenigstens zahlen. Liebe Chemnitzer, jagt dieses Geschwür am Arsch des Haushaltes in die Wüste, dann langt es auch für die Beseitigung der Schlaglöcher und über die neuen Parkgebühren könnte man auch nachdenken. Ein Aussenstehender macht sich darüber Gedanken, warum wohl ???? Es besteht die Gefahr, dass andere Gemeinden ebenfalls die Übersicht verlieren und den Einwohnern eine Last auflegen, welche nicht nötig ist und sie auch nicht verdient haben.
    Die Chemnitzer selbst, lasse ich hier mal außen vor, die begereifen offensichtlich nichts, zahlen langt auch.
    Solche Leute braucht das Land.

    3 8
     
  • 04.03.2017
    18:33 Uhr

    Pragmatiker: Die Finanzgeschäfte beim CFC werden im Hintergrund offenbar schon seit geraumer Zeit von griechischen Experten gemanagt.

    5 15
     
  • 04.03.2017
    13:17 Uhr

    Steuerzahler: Unglaublich! Da hat man also Geld in einen eigentlich insolventen Club gesteckt, ohne vorher gründlich zu prüfen, wie hoch das Minus tatsächlich ist. Sonst könnte unmittelbar nach der "Rettung" nicht erneut ein Finanzloch auftreten. Wenn das keine Veruntreuung von Steuergeldern ist? Aber vielleicht hat man ja die jetzt benötigte Summe im Stadthaushalt auch noch übrig oder man kann sie an anderer Stelle einsparen? Vielleicht aber erledigt sich auch alles mit dem Aufstieg in die 2. Liga? Oder vielleicht mit Lotto spielen? Ein seriöses Geschäftsgebaren sieht nach m.E. anders aus!

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