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Stadion-Neubau: Fast alle Ratsfraktionen sind gespalten
In der Frage des Stadion-Projekts geht ein Graben durch beinahe jede Fraktion im Stadtrat - Abstimmung am 5. Oktober wird zur Zerreißprobe
Zu den Plänen von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig zum Neubau eines Fußballstadions haben sich öffentlich bisher nur die kleinen Ratsfraktionen geäußert. Während sich die Bündnisgrünen entschieden gegen das Projekt ausgesprochen haben, hieß es bei den Rechtspopulisten von Pro Chemnitz, man begrüße das Vorhaben. Von CDU, SPD, FDP und den Linken ist dagegen offiziell nichts zu hören: In den vier großen Ratsfraktionen tobt hinter den Kulissen die Auseinandersetzung um die Frage, ob sich die Stadt das Stadion überhaupt leisten kann.
Zerrissenheit bei der SPD
Tief gespalten zeigt sich die Fraktion von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Während sportbegeisterte Sozialdemokraten wie zum Beispiel Detlef Müller vehement für den Stadionbau eintreten, argumentieren vor allem die Sozialpolitiker in der Fraktion dagegen. Müller, Präsident des Chemnitzer Basketball-Vereins, sagt, er sei überzeugt davon, dass die Stadt das Projekt stemmen kann. "Andere Städte haben das auch geschafft, obwohl sie in einer ähnlichen Finanzsituation waren wie Chemnitz", lautet seine Begründung. Sein Fraktionskollege Klaus Möstl sieht das Stadionprojekt weniger euphorisch. "Woher sollen denn die zwei Millionen Euro jährlich kommen, die die Stadt in den nächsten 20 Jahren aufbringen muss? Diese Frage hat uns bisher niemand beantwortet", sagt er. Er sei gegen das vorgeschlagene Finanzierungsmodell, auf Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer zu hoffen. "Niemand kann vorhersagen, wie sich die Steuereinnahmen in den nächsten Jahren entwickeln werden", so Möstl.
CDU mit offenen Fragen
Auch bei den Christdemokraten ist die Stimmungslage gemischt. "Wir sind grundsätzlich für das Stadion, aber wir haben noch offene Fragen", sagt Vize-Fraktions-Chef Tino Fritzsche. Die wichtigste davon sei die der Finanzierung, fügt er hinzu. "Wir erwarten von der Stadtverwaltung schon noch Vorschläge, woher die zwei Millionen Euro jährlich kommen sollen", erklärt er. Eines werde die CDU-Fraktion nach seinen Worten jedenfalls nicht mittragen - Steuererhöhungen.
Ähnlich äußert sich Ratsmitglied Almut Patt, die für die CDU im Jugendhilfe- sowie im Kultur- und Sportausschuss sitzt. Die grundsätzliche Frage beim Stadionbau sei, sagt sie, wie hoch die Summe ist, die die Bürger letztlich zahlen müssten. "Und das sind zwei Millionen Euro jährlich - 20 Jahre lang", so Patt. Wenn man dies wolle, erklärt sie, müsse man auch bereit sein, andere Vorhaben wie die Sanierung von Sportforum und Stadtbad in "eine sehr große Warteschleife" zu schicken.
Die Linke zeigt sich uneins
Das Meinungsbild in der Linksfraktion ist gespalten. "Man muss wissen, ob man diese zwei Millionen Euro pro Jahr für das Stadion ausgeben will. Und ich will das", gibt Heiko Schinkitz unumwunden zu. Schinkitz ist nicht nur Ratsmitglied der Linken, sondern auch Präsident des Stadtsportbundes. Er sei überzeugt davon, sagt er, dass der Bau eines neuen Fußballstadions nicht nur positive Auswirkungen auf den gesamten Sport in der Stadt hätte, sondern obendrein auch auf das Stadtmarketing. "Und Stadtmarketing ist Wirtschaftsförderung", erklärt er.
Seine Fraktionskollegin Verona Schinkitz ist da weniger euphorisch. "Ich kenne noch nicht alle Fakten über das Projekt, aber bei meinem derzeitigen Wissensstand bin ich eher gegen den Stadionbau", sagt sie. Sie schlägt vor, die Chemnitzer Bürger direkt über das Projekt abstimmen zu lassen. Bei der Größenordnung des Vorhabens und dem derzeitigen Haushaltsdefizit der Stadt sei dies die beste Lösung.
Pro und Kontra bei der FDP
Auch die Liberalen sind tief gespalten. Während Fraktions-Chef Wolfgang Meyer für den Stadionneubau kämpft, ist sein Fraktionskollege Dieter Füsslein strikt gegen das Projekt. Meyer ist Mitglied des Aufsichtsrates beim Chemnitzer FC. Füsslein, promovierter Ökonom, bezeichnet sich selbst als Finanzpolitiker. Während Meyer sagt, man müsse jetzt einfach mal anfangen, das Stadion zu bauen, dann werde man das auch hinbekommen, entgegnet Füsslein, die Stadt sei doch nicht der Weihnachtsmann, bei dem der CFC seinen Wunschzettel abgeben kann. "Der Verein muss auch erklären, was er für das Stadion zu leisten im Stande ist", sagt er. Zudem kritisiert er die geplante Finanzierung. "Da lässt Griechenland grüßen", so Füsslein.


20:23 Uhr
Chemnitz4ever: weil wir im sportforum über 40 mio reden...mal gucken was dann hier los ist.
ps: meine talente liegen wo anders!
17:48 Uhr
kaha: "Die Meersau gebaden, die Hände gefalten..." - Zwiebelfisch lässt grüßen. Vielleicht fühlt der Autor auch "gespalten" und es könnte ihm etwas Sprach-Sorgfalt guttun. - Zum Thema meine Laien-Meinung: Weshalb lässt man das ganze schöne Geld nicht dem Fußball und der Leichtathletik gleichermaßen zukommen und legt es im Sportforum sinnvoll an?
17:27 Uhr
Chemnitz4ever: @ zwenauszwota:
1. in dem der stadtjahres etat um 0,03% angehoben wird.
2. mit wut lässt es sich schlecht rechnen und man über sieht und überhört fakten. IN DIESEN 2MIO SIND TILGUNG UND ZINS ENTHALTEN. bleibt es bei den 23mio wird es weniger als die angegebenen 2mio auch werden noch förderzuschüsse vom land für zb solar geprüft. man will aber nicht wegen 1mio plus oder minus einen neuen antrag stellen deswegen der oberwert von 2mio. andere vereine verlangen zum neuen stadion auch noch einen betreiber zuschuss. macht der cfc nicht. was jetzt im moment aber noch gegeben ist (einsparpotential!).
3. schön wenn man sich hinter klischees und vorurteile verstecken kann. ich würde demnächst auch jeden park besucher, jeden opern besucher, jeden musseen besucher, jeden biblotheks besucher die kompletten kosten für unterhaltung aller einrichtungen persönlich abknüpfen. mach ich aber nicht. weil wir auch das brauchen. angefangen bei allen kunst besuchern die dürfen sich dann die 45mio JÄHRLICH teilen.
4. auch das ist im plan aber man will das stadion erst durch habe so wie es jetzt ist. um dann eine sponsor ohne druck suchen zu können. womit dann auch wieder die stadt entlastet werden kann. um eben nicht alles waage zu kalkulieren um am ende drauf zu zahlen. lieber jetzt hoch kalkulieren und am ende weniger bezahlen als umgedreht. manche verstehen das aber nicht oder wollen eben nicht.
ps: ich denke sowieso wir diskutieren hier nicht um das stadion sondern nur um die ob!
15:37 Uhr
HorrorBeetle: @ZwenAusZwota:
Dem gibt es nichts hinzuzufügen!
13:24 Uhr
ZwenAusZwota: @Chemnitz4ever:
ich habe noch ein paar Fragen zu Ihren Punkten
1. woher soll denn das Geld kommen, wenn es nicht irgendwo anders eingespart werden soll? Frau Ludwig kann uns, im Gegensatz zu Dietmar Hopp, kein Stadion aus ihrem Privatvermögen schenken. Es ist bereits jetzt KEIN Geld in der Stadtkasse, WOHER also?
2. etwas Nachhilfe in Mathe: 23 Mio Baukosten, Tilgungszinsen 1%, Laufzeit 20 Jahre = 4,6 Mio ? PLUS 2 Mio ? Stadiomiete pro Jahr, 20 Jahre macht 40 Mio ?, summa sumarum also 44,6 Mio ?, bereits jetzt schon mehr, als die Stadt plant. Und glauben Sie mir, die Zinsen werden nicht weniger! Vielleicht sollten Sie jetzt bei horrorbeetle um Entschudigen bitten?
3. Wahrscheinlich hat er jetzt schon aufgehört zu lesen... Wenn moderne Stadien so attraktiv für Familien sind, wieso wird das Stadion dann nicht durch diese Familien finanziert? Oder durch Fans im allgemeinen, oder durch Sie? Ja ich weiß, dass bedeutet, dass man weniger Bier trinken kann, aber sehen Sie es so, Sie würden mit Ihrem persönlichen Beitrag unser schönes Chemnitz ungemein aufwerten - wäre wären alle super stolz auf Sie und die anderen Fußballfans, die das neue Stadion finanziert haben! Wenn Sie es richtig anstellen, wird das Stadion vielleicht sogar nach Ihnen benannt!
4. Warum kennt jeder Hoffenheim? Weil Dietmar Hopp dort eine Manschaft bezahlt hat. Hätte Dietmar Hopp nicht die Spieler und das Stadion finanziert, würde über Hoffenheim kein Mensch reden. Ach da fällt mir ein, wieso kommt eigentlich keiner der ach so schlauen Stadionbefürworter auf die Idee, große Konzerne, wie z.B. Red Bull, Allianz, AWD, ESPRIT, Commerzbank,... um deren Namen zu bitten um wenigstens die Mietkosten zu übernehmen? Weil die Verantwortliche nicht nachdenken!
Das interessiert mich wirklich mal, weshalb soll die ganze Chemnitzer Bevölkerung für dieses Stadion aufkommen, weshalb wird nicht unter den Fussballfans gesammelt? Spenden eintreiben, Eintrittspreise erhöhen.. WARUM? Sind sie zu geizig Ihrer Mannschaft ein Stadion zu finanzieren?
Das was unsere Frau Ludwig hier veranstaltet ist Populismus pur!