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Der 21. Juli 2015 auf dem alten Sachsenring. Die Feuerwehrleute löschen ein Auto. Aber sie können den Fahrer im Wrack nicht mehr retten.

Foto: Andreas Kretschel Bild 1 / 2

"Persönliche Dramen berühren immer"

Hohenstein-Ernstthals Wehrleiter Manfred Dietz einen Tag vor der Jahreshauptversammlung über den schweren Job der Feuerwehrleute

erschienen am 25.02.2016

Hohenstein-Ernstthal. Sie üben diesen Job in ihrer Freizeit aus. Es ist ein schwerer Job. Die Kameraden der Feuerwehr retten Menschenleben - oder müssen zusehen, wie Unfall- oder Brandopfer sterben. Morgen ziehen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal auf ihrer Jahreshauptversammlung Bilanz. Erik Kiwitter sprach mit Wehrleiter Manfred Dietz (60).

Freie Presse: Herr Dietz, was haben Sie für einen Dienstgrad?

Manfred Dietz: Das kann ich Ihnen jetzt gar nicht sagen. Ich lege nicht so viel Wert auf Etikette.

Schauen Sie doch einmal nach ...

Okay, da schau ich einmal in meinen Computer. Aha, ich bin Brandinspektor.

Sie sind seit 20 Jahren Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal. Was war Ihr schlimmster Einsatz?

Das ist schwer zu sagen. Im Jahr bin ich so bei 20 bis 30 Einsätzen dabei. Da gibt es einige, die an die Nieren gehen. Den schlimmsten Einsatz im vergangenen Jahr hatten wir am 21. Juli an der Bundesstraße 180 auf dem alten Sachsenring. Da braucht man manchmal eine gewisse Zeit, bis man das wegsteckt.

Es war der Tag, als am Morgen ein Auto ungebremst gegen einen Straßenbaum fuhr ...

Ja. Das Auto brannte völlig aus, der Fahrer kam in den Flammen um. Wir konnten ihn vor Ort nicht herrausschneiden. So wurde das Fahrzeug einschließlich totem Fahrer zur Berufsfeuerwehr nach Zwickau geschafft. Das vergisst man nicht. Persönliche Dramen berühren immer.

Die Kripo ermittelte, dass der Mann mit Absicht gegen den Baum gefahren ist.

Auch das stimmt. Es war Selbstmord. Das hat es uns ein klein wenig leichter gemacht. Wir haben uns gesagt, der Mann hatte keine Chance. Ein anderer Unfall hat sich noch mehr eingeprägt.

Welcher?

Er liegt schon ein paar Jahre zurück, vielleicht 15. In St. Egidien verunglückte ein Cabrio mit mehreren Kindern im Wagen. Ein bis zwei Jahre hatte ich die Gesichter der toten Kinder noch vor mir. Heute sehe ich noch das gelbe Auto.

Die Feuerwehr braucht dringend Nachwuchs, neue Mitglieder. Wer tut sich denn so etwas freiwillig an?

Sie haben recht, es ist eine Gratwanderung. Die neuen Mitglieder, die zu uns kommen, sollen Spaß haben. Aber es ist bei uns eben nicht so wie bei einem Sportverein, wo es eine erste, zweite oder dritte Mannschaft gibt, in der man je nach Leistungsvermögen eingestuft wird. Bei uns gibt es Lehrgänge und Prüfungen, da muss die Technik beherrscht werden, da ist vieles nicht so einfach, und da wirft man auch nicht so einfach das Handtuch.

Die Aufwandsentschädigung ist auch nicht so üppig oder?

Sie beträgt je Einsatz und Person 3 Euro.

Wie viele Mitglieder hat die Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal gegenwärtig?

Insgesamt 162. Aktive Feuerwehrleute, die also bei Einsätzen dabei sind, haben wir 79. In den vergangenen fünf Jahren kamen übrigens auf 20 neue Mitglieder 28 Abgänge.

Auf welchem Stand befindet sich die Technik?

Auf einem guten. Das älteste Fahrzeug, ein Mannschaftswagen, ist 15 Jahre alt. Das ist noch im grünen Bereich. Dringend brauchen wir jetzt neue Atemschutzgeräte. Da wir aber mit der Stadt eine sehr gute Zusammenarbeit haben, wird es da keine Probleme geben.

 
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