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Umfrage: Wer ist Ihr Erzgebirger des Jahres 2024?
Umfrage: Wer ist Ihr Erzgebirger des Jahres 2024?
Die „Freie Presse“ sucht wieder den Erzgebirger des Jahres. Zehn Vorschläge gibt es. Die nominierten Frauen und Männer haben sich 2024 mit besonderen Taten und cleveren Ideen hervorgetan. Wer ist Ihr Favorit? Die Abstimmung läuft bis zum 1. Januar.
Ergebnis
Gesamte Stimmenanzahl: 1225
Marcel Steinert aus Mauersberg hat einen verunglückten Fallschirmspringer gerettet. Diese 45 Minuten am 21. September wird Marcel Steinert so schnell nicht vergessen. Die Zeit brauchte er, um einen verunglückten Fallschirmspringer zu bergen. Dieser, ein Sprungschüler, hatte sich bei der Anflugrunde verschätzt und landete in einer Lärche – 25 Meter über dem Erdboden. Weder Drehleiter noch Hubschrauber mit Seilwinde kamen zur Rettung infrage. Die ganze Hoffnung lag auf Marcel Steinert, dem selbstständigen Ausbilder für Höhenrettung. Ausgerüstet mit Helm, Steigeisen, Seil sowie einer Elektro- und einer Handsäge kletterte der Mauersberger Stück für Stück den Baum hoch, sägte dabei im Weg befindliche Äste ab. Oben angekommen, seilte er den Verunglückten sicher ab. „Menschenrettung ist mein Job“, sagt der 36-Jährige. (tw)

Gerd Schlesinger und Jörg Eller haben ein Mega-Projekt geschafft: Die neue Friedensglocke klingt vom Fichtelberg. Dass seit 3. Oktober eine neue Friedensglocke vom Fichtelberg ruft, sei keineswegs nur ihnen zu verdanken. Das betonen Schwarzenbergs Türmer Gerd Schlesinger und Nachtwächter Jörg Eller. Schließlich gründeten sie einen Verein, fanden Mitstreiter, Spender und Sponsoren. Die neue Bronzeglocke konnte schon 2023 gegossen und geweiht werden. In diesem Jahr stand dann mit dem Bau eines neuen Glockenstuhls die nächste hohe Hürde an. Denn der alte Glockenstuhl hätte dem Gewicht der neuen Glocke nicht standgehalten. Auch diesen neuerlichen finanziellen Kraftakt hat der Verein gestemmt. „Wir Zwei stehen aber wirklich nur stellvertretend für all jene, die an das Projekt geglaubt, es unterstützt haben“, sagt Gerd Schlesinger. (matu)

Kathrin Effenberger hat dieses Jahr über 300 Igel in ihrer Auffangstation in Lugau aufgenommen. Kathrin Effenberger ist im besten Sinne eine liebevolle „Igelmama“. Auch in diesem Jahr hat sie sich in ihrer Auffangstation in Lugau hingebungsvoll um das Wildtier des Jahres 2024 gekümmert. Ehrenamtlich. Jeden Tag. Mehr als 90 untergewichtige, verletzte oder kranke Igel versorgt sie aktuell. An die 100 könnten es werden im Winter, schätzt sie. Bis zum Mai waren mehr als 90 Tiere bei ihr, bevor sie wieder in die Natur freigelassen wurden. Der Zustrom riss auch im Sommer nicht ab. Zahlreiche Jungigel wurden bis September gebracht, außerdem etwa durch Gartengeräte oder durch Autos verletzte Tiere. Am 11. Dezember war Effenberger bei Eingangsnummer 326 seit Januar angekommen. „Das ist genug Arbeit“, sagt sie. (hkat)

Sibylle Blei hat es bis ins Finale der Sat.1-Show „Das Große Backen“ geschafft. Ein aufregendes Jahr neigt sich für Sibylle Blei aus Langenberg dem Ende. Doch schon jetzt weiß die Hobbybäckerin, die es bei der Sat.1.-Show „Das Große Backen“ bis ins Finale geschafft hat, dass 2025 nicht weniger aufregend wird. Denn nach dem spontanen Heiratsantrag ihres Mannes will die „Tortenfee“ aus Langenberg nun den Hafen der Ehe ansteuern und hat dafür alle Kandidaten der Show dazu eingeladen. Gedreht wurden die Folgen der Show im Mai und Juni, ausgestrahlt wurde von August bis Oktober. So lange war Stillschweigen vereinbart. „Das war hart“, erinnert sich Sibylle Blei, die als Gynäkologin selbst von ihren Patientinnen nach Rezepten gefragt wird und mittlerweile nirgendwo mehr unerkannt zum Bäcker gehen kann. (matu)

Christian Beyer, Bäckermeister aus Thum, begeistert mit seiner Backkunst die Kundschaft und überzeugt auch viral. Er hat es wirklich getan. Ein Pirat entert mit seiner eigenen Bäckerei das Weihnachtsgebäck der Erzgebirger: den Stollen. Christian Beyer von den Thumer Brotpiraten, laut Online-Abstimmung der „Freien Presse“ Lieblingsbäcker der Erzgebirger, verblüffte zuerst mit schwarzem Stollen, eine ungewöhnliche Schwarz-Weiß-Kombination: In den mit Sepia gefärbten Teig kommen belgische Schokolade und ganze Haselnüsse. Der Hype um die Dubai-Schokolade inspirierte ihn dann zum Dubai-Stollen. Der 41-Jährige, der die Tür zur Backstube stets offen lässt, damit „die Kunden auch sehen, wie wir rammeln und was wir gerade backen“, punktet mit Fachwissen, Mut zu Außergewöhnlichem und Sympathie. Und auch auf dem Sozial-Media-Parkett macht er eine gute Figur. (ka)

Peter Kaspereit aus Leukersdorf holte sich mit Schäferhund Kuno den deutschen Meistertitel und verteidigte den Weltmeistertitel. Ein menschlich-tierisches Dreamteam sind Hundeführer Peter Kaspereit und sein Deutscher Schäferhund Kuno. Der Leukersdorfer reitet sportlich weiter die Erfolgswelle. Er holte sich mit Kuno in diesem Jahr den deutschen Meistertitel im Schutzhundesport und verteidigte im Oktober auch seinen Weltmeistertitel. Ein Novum, weiß Peter Kaspereit: „Die direkte Titelverteidigung bei der WM hat es noch nie gegeben.“ Bemerkenswert auch: Kuno ist nicht einmal fünf Jahre alt. Der Hund hat damit das beste Wettkampfalter noch vor sich. „Ich war noch nie so früh mit einem Hund so erfolgreich“, sagt Peter Kaspereit, für den Kuno nicht einfach nur ein Tier ist, sondern sein bester Freund. Der Hundeführer gehört zur Lugauer Ortsgruppe des Schäferhundevereins RSV 2000. (klin)

Simo Murovski, Augenspezialist aus Zschopau, leistet einen signifikanten Beitrag, die augenmedizinische Versorgung im Erzgebirge zu sichern. Annähernd 8000 Patienten betreuen der Zschopauer Augenarzt Dr. Simo Murovski und seine Kollegen im Quartal. Dabei setzt sein Augenzentrum Erzgebirge auf ein effizientes Organisationsmodell der Telemedizin. Speziell für Menschen mit Diabetes und Grünem Star, die auf regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls schnelle Hilfe angewiesen sind, hat Murovski ein Pilotprojekt initiiert, das dieses Jahr in den Regelbetrieb überführt wurde. Dabei wird der Patient von einem Augenoptiker untersucht, ohne dass ein Arzt anwesend ist. Dieser wertet die Daten später an einem anderen Ort aus und kann gegebenenfalls weitere Schritte einleiten. Inzwischen dürfen das von Simo Murovski erfolgreich erprobte Modell auch andere Augenärzte in Sachsen anwenden. (mik)

Moritz Gogg ist zwar kein waschechter Erzgebirger, der gebürtige Grazer kämpft aber vehement für den Erhalt des heimischen Theaters. Moritz Gogg ist in der vierten Spielzeit Geschäftsführender Intendant der Erzgebirgischen Theater- und Orchestergesellschaft, zu der das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz und die Erzgebirgische Philharmonie Aue gehören. Der gebürtige Grazer ist zwar kein waschechter Erzgebirger, setzt sich aber seit seinem beruflichen Start in der Region vehement für den Erhalt des Theaters ein. Erst im November hat er gemeinsam mit dem Förderverein des Hauses eine Petition initiiert. Online und mit Listen, die im Theater und in Geschäften der Region ausliegen, werden Unterschriften gesammelt. Und im Herzen fühlt er sich ohnehin als Erzgebirger. „Ich liebe das Leben hier“, sagt der ausgebildete Opernsänger. (af)

Thomas Schumann, FCE-Fan aus Buchholz, ist trotz schwerer Krankheit ein Mutmacher. Fahnen am Haus, Aufkleber am Briefkasten, gekreuzte Hämmer am Kühlergrill. Die Liebe der Fans zu ihrem FC Erzgebirge Aue ist allgegenwärtig. Thomas Schumann aber ist ein ganz besonderer Fan: Der Buchholzer sorgt mit seinem lila-weißen Stadthaus an der Buchholzer Buchenstraße für Furore. Jetzt erhielt auch das Treppenhaus den Anstrich in den Vereinsfarben. Wimpel, Poster, Emaille-Schilder, Fanschals, Fußbälle … alles Lila-Weiße hat einen Ehrenplatz. Wegen einer fortschreitenden Stoffwechselerkrankung ist der 44-jährige Erzgebirger ans Bett gefesselt. Aber Aufgeben gibt’s für ihn nicht. Auch nicht in seinen dunkelsten Tagen. Weil er offen alle Fragen zu seiner Erkrankung beantwortet, macht er damit anderen Mut und pflegt den Austausch. (ka)

Rainer Drechsler aus Stollberg kümmert sich seit vielen Jahren um den Nachwuchs an XXL-Kürbissen für den Stollberger Bauernmarkt. Tausende Besucher zählt der Stollberger Bauernmarkt jedes Jahr. Viele von ihnen staunen über das Riesengemüse, das dort zu sehen ist und zum herbstlichen Flair beiträgt. Um diese Ausstattung mit XXL-Kürbissen und Co. kümmert sich maßgeblich Rainer Drechsler – und das seit Ewigkeiten. Früher deckte der Parkettlegemeister den Bedarf aus dem eigenen Garten ab, später holte er weitere Züchter mit ins Boot. Die versorgt er mit Samen des Rekordgemüses, gibt Tipps für einen erfolgreichen Anbau. Und das auch vor Ort: Dieses Jahr kurvte der 80-Jährige dafür sogar 4000 Kilometer quer durch die Region – obwohl er eigentlich schon längst aufhören wollte. Doch dann machte Drechsler doch weiter – für die Züchter, den Bauernmarkt und seine Besucher. (urm)
