Umfrage: Wer ist Ihr Vogtländer des Jahres 2024?

Viele Menschen aus und in der Region haben in diesem Jahr mit ihren Leistungen oder ihrem Engagement für positive Schlagzeilen gesorgt. Wer aber hat dafür besondere Anerkennung mit dem Ehrentitel als „Vogtländer des Jahres“ verdient? Die Lokalredaktionen der „Freien Presse“ im Vogtland haben zehn Frauen und Männer nominiert, die aus diesem ereignisreichen Jahr besonders in Erinnerung geblieben sind. Ab sofort bis 30. Dezember, 12 Uhr, läuft die Abstimmung um den Preis der „Freie Presse“-Leser.

Ergebnis

Gesamte Stimmenanzahl: 1663


Tanja Turki: Es gab Tage, da hätte niemand mit der 30-Jährigen tauschen wollen. Als Mitorganisatorin und Kopf der Bauernproteste im Vogtland hatte die junge Mutter zu Jahresbeginn viel um die Ohren, erreichte aber auch große Aufmerksamkeit. Tanja Turki ist seit der Kommunalwahl eine der wenigen weiblichen Gemeinderäte in Weischlitz. Ihr Schritt in die Kommunalpolitik begann bei eisigen Temperaturen auf der Straße. Anfang des Jahres zog sie als Mitorganisatorin der Bauern- und Handwerkerproteste im Vogtland viel Aufmerksamkeit auf sich, schaffte für das Anliegen der Protestierenden aber auch große Bühne. Tausende beteiligten sich an Sternfahrten nach Plauen. Die Form des Protests war nicht unumstritten, erzielte aber Wirkung. Bis nach Berlin verschaffte sich Tanja Turki für die Initiative „Wir für Zukunft - Vogtland!“ Gehör und wurde mit ihren Mitstreitern zu Gesprächen eingeladen. Turki ist 30 Jahre alt, Mutter, Landwirtin und gelernte Radiologieassistentin. (nij)

17.74%

Daniel Setzer und Heinz Protze wuchsen am 3. September über sich hinaus. Durch beherztes Eingreifen schnappten sie in Ellefeld einen Schmuckdieb. Es geschah am helllichten Tag. Ein Mann rannte am 3. September aus der Wohnung des Ellefelder Juweliers Gottfried Knoll, der Juwelier verfolgte ihn. Zufällig kammen Daniel Setzer und Heinz Protze hinzu - und zählten eins und eins zusammen. Sie hinderten den Mann an der Flucht und vereitelten so einen Diebstahl. Denn beim Flüchtenden fand sich der Familienschmuck der Familie Knoll im Wert von 16.000 Euro. Das Amtsgericht Zwickau verurteilte den Ungarn mittlerweile zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Die beiden Alltagshelden bleiben bescheiden. „Ich habe nicht lange nachgedacht“, sagte Daniel Setzer. „Ich musste einfach helfen.“ Mit dieser Einschätzung spricht er wohl auch für Heinz Protze. (nie)

16.48%

Jonas Uhlig wollte mit Gleichgesinnten ein Zeichen setzen. Sie organisierten eine Kundgebung auf dem Altmarkt - es kamen mehr Menschen als erwartet. Als Anfang des Jahres die Correctiv-Recherchen zu den Remigrationsplänen der AfD öffentlich wurden, sagte sich der 24-jährige Jonas Uhlig: „Ich denke, jetzt muss ein Zeichen gesetzt werden.“ Kurzerhand organisierte der Student mit Gleichgesinnten eine Kundgebung in Plauen - obwohl er damals mitten in den Prüfungsvorbereitungen steckte. Das Thema, den Widerstand gegen Rechtsradikalismus auf die Straße zu tragen, sei zu wichtig, als dass man es aufschieben dürfe, begründete der Student. Die Kundgebung fand am 27. Januar dieses Jahres auf dem Plauener Altmarkt statt - und es kamen deutlich mehr Menschen als erwartet: Insgesamt 1800 Plauener und Vogtländer demonstrierten an jenem Tag gegen Rechtsextremismus. (su)

11.37%

Katja Wolf aus Reichenbach erleichtert Einkauf bei Bauern. „Kauf beim Bauer“-Frontfrau Katja Wolf aus Reichenbach hat eine App herausgebracht, die Einkaufen beim regionalen Erzeuger oder Händler zum Kinderspiel macht. Und zwar in ganz Deutschland. Die Anzahl der Nutzer geht bereits in die Tausende. Die regionalen Angebots-Paletten bilden sich in 40 Kategorien ab. Von Lebensmittel, Naturkosmetik, Holzprodukten über Nutztiere, Pflanzen oder Futter bis hin zu Tannenbäumen. Alles zu jeder Zeit, aktuell und auf einen Blick - entweder über die Anbieter-Kategorien oder über eine standortbasiert arbeitende Anbieter-Landkarte. Mit Entfernungsangabe und Aufschaltung zum Routenplaner. Gestartet hatte Katja Wolf ihre Initiative im Januar mit mehr als 20 lokalen WhatsApp-Gruppen. (gem)

11.12%

Michael Meyer und Team veranstalteten im Mai erstmals das „Falken-Rock“-Festival in Falkenstein. Mit mehr als 10.000 Besuchern wurden ihre Erwartungen übertroffen. Die Idee, ein neues Festival ins Vogtland zu bringen, hatte Michael Meyer von der Berufsdetektei Meyer aus Schnarrtanne schon länger. 2024 war es so weit: Zu Pfingsten ist das erste „Falken Rock“-Festival in Falkenstein über die Bühne gegangen. Angesprochen waren nicht nur Rockmusikfans, vielmehr war es ein Fest für alle Altersgruppen. Organisiert hat dies Michael Meyer zusammen mit Tochter Nancy Rauh, ihrem Mann Norman Rauh sowie vielen ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren. Gemeinsam haben sie vier Tage Festivalstimmung ins Vogtland gebracht. Das Ziel, die Region attraktiver zu machen, scheint geglückt: Über 10.000 Besucher zählte das erste „Falken Rock“. Die Planungen für eine Neuauflage 2026 laufen bereits. (florw)

9.44%

Katrin Jaritz sorgt für Belebung im Reichenbacher Stadtzentrum. Katrin Jaritz (57) hat seit Mai das ehemalige Kinderkaufhaus in der Reichenbacher Innenstadt mit Leben gefüllt. Mit ihrer Creativ Werbung erhielt sie von der Stadt den Auftrag fürs Stadtmarketing. Über 60 Events für alle Generationen fanden bis heute im Objekt statt. Die Palette reicht von Häkel-Café, Tanz-Tee und Singletreff über Malen, Basteln und Musik bis zu Bürgerworkshops und Firmenstammtischen. Die Freude ist Katrin Jaritz anzumerken. Allein im November kamen über die Arbeit hinaus noch 30 Stunden im Ehrenamt hinzu. „Vieles findet abends statt. Ich kann da nicht Nein sagen. Ich will ja, dass es richtig läuft“, sagt sie. Freundlich und kommunikativ spinnt sie einen guten Faden mit Akteuren und Besuchern. (gb)

8.96%

Jörg Schubert aus Plauen koordiniert schnelle Hilfe für Brandopfer. Bei ihm liefen die Fäden für Hilfsangebote zusammen, nachdem es im Oktober in der Plauener Hauffstraße zu einem verheerenden Dachstuhlbrand in der Plauener Hauffstraße gekommen war: Jörg Schubert (50) leitet die benachbarte Seniorenresidenz Am Goetheplatz. Bei dem Brand, der spät in der Nacht schnell auf das komplette Haus übergegriffen hatte, verloren die meisten Bewohner des Mehrfamilienhauses ihr Hab und Gut. Schubert veranlasste, dass die Mieter der unteren Wohnungen Möbel, das noch zu retten war, in seiner Einrichtung unterstellen konnten. Auch schlafen konnten einige der Betroffenen, darunter Kinder, vorerst in der Residenz. Für sie gehörte Schubert neben Feuerwehrleuten und Sanitätern zu den Helden vor Ort. (sasch)

8.84%

Vanessa Lipinski: Mit ihrem Start-Up hat die Oelsnitzerin in diesem Jahr große Erfolge gefeiert: Sieben Titel landeten auf der begehrten Bestseller-Liste des Spiegel. Jetzt wird gebaut. Vanessa Lipinski ist die positive Überraschung aus der vogtländischen Wirtschaft in diesem Jahr: Die Oelsnitzerin hat mit ihrem noch jungen Vajona-Verlag einen Erfolg nach dem anderen gefeiert. Gleich sieben Titel wurden so gut verkauft, dass sie es auf die begehrte Bestseller-Liste des Spiegels schafften. Vajona verlegt unter anderem Dark-Romance-Romane, die eine große Fangemeinde haben. Vanessa Lipinski begann ihre Erfolgsgeschichte als Autorin, die ihre Werke selbst verlegte. Daraus ist ein Unternehmen mit 15 Mitarbeitern gewachsen, das mit 60 Autoren zusammenarbeitet. Mit dem Bau eines eigenen Verlagsgebäudes im neuen Gewerbegebiet am Oelsnitzer Bahnhof plant Vajona im neuen Jahr den nächsten Schritt. (tb)

7.76%

Yvonne Smolla aus Bergen überlegt, wie der Eichigter Ortsteil schöner wird. Bei der Umsetzung helfen viele mit. Eines ist Yvonne Smolla ganz wichtig: Dass ihr Heimatdorf Bergen im Oktober den Kreiswettbewerb „Unser Dort hat Zukunft“ gewonnen hat, sei alles andere als eine Ein-Frau-Show. Bei allen Überlegungen, die Yvonne Smolla für den Eichigter Ortsteil (142 Einwohner) hat, sind immer ganz viele dabei, die sie umsetzen. Ob es um Puzzle-Stücke für den Ortskern - vom Jugendtreff Milchhäusel über Bücherhäusel bis Top-Spielplatz - geht oder den 2023 eingeweihten, liebevoll und hochwertig ausgestatteten Wanderweg der Generationen um Bergen: Yvonne Smolla ist das Gesicht einer starken Dorfgemeinschaft, die es selbst in die Hand genommen hat, ihr Dorf lebenswert zu gestalten. Die nächsten Ideen hat Yvonne Smolla längst im Kopf. (hagr)

5.89%

Olga Kharchenko gibt in Plauen Vollgas für Integration. Als Olga Kharchenko im März 2022 mit ihren drei Kindern nach Plauen kam, ließ die Ukrainerin viel zurück: ihren Mann, ihr soziales Umfeld, ihr Unternehmen, ihre Heimat. Zwei Jahre später steht sie in ihrem eignen Restaurant „U-Mohn“ in der Plauener Herrenstraße und mischt in der lokalen Gastro-Szene mit. Das kulinarisches Angebot ist eine osteuropäische Mischung aus ukrainischer, litauischer und georgischer Küche. Doch nicht nur das: Inzwischen veranstaltet die 41-Jährige Karaoke-Abende und Weinverkostungen. Jeden Donnerstag findet im Restaurant außerdem ein Sprachcafé statt, bei dem sich Ukrainer und Vogtländer miteinander austauschen. Für ein besseres Miteinander und die vogtländische Note im erlernten Deutsch. (cbo)

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