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Frank Krumbiegel will keinen Parkplatz-Krieg lostreten, stellt aber die Kernfrage: Wer ist für die Schlaglöcher auf dem Parkplatz des MSC Thalheim an der Tabakstanne verantwortlich?

Foto: Jens Uhlig Bild 1 / 2

Alter Parkplatz: Der Fluch der guten Tat

Ein Verein hat vor Jahren 60 Stellflächen gepachtet, jeder Bürger darf diese kostenlos nutzen. Sozusagen als Geschenk an die Bürgerschaft. Nun aber ist der Parkplatz ein Feld aus Schlaglöchern. Wer muss dafür aufkommen? Es gäbe eine juristische, eine emotionale, eine bereits verworfene - und eine überraschende Lösung.

Von Jan Oechsner
erschienen am 01.04.2017

Thalheim. Viele Autofahrer steuern täglich den Parkplatz am Thalheimer Eisenweg an, um dort zu parken. Ihr Ziel: das größte zusammenhängende Waldgebiet der Region genießen. Als Wanderer, Fahrradfahrer, Läufer. Sie kommen aus der gesamten Region - sogar aus Chemnitz. "Die 60 Stellflächen sind immer gut besetzt. Hier ist der höchste Punkt weit und breit. Ein idealer Startpunkt", sagt Frank Krumbiegel.

Doch so schön das alles klingt, genau deshalb steckt der Vorsitzende des Motorsportclubs MSC Thalheim mittlerweile in einem Dilemma. "Die Schlaglöcher, die wir nun auf dem Parkplatz haben, sind nicht unsere", sagt Krumbiegel und fragt: Wer also kommt dafür auf?

Eigentlich der MSC. Er ist Pächter des Parkplatzes, also auch für den Unterhalt und die Pflege verantwortlich. "Das ist nicht falsch. Aber auch nicht ganz richtig", so Krumbiegel und argumentiert: Der Verein habe den Parkplatz vor vielen Jahren gepachtet, damit er bei seinen Veranstaltungen auf der nahe gelegenen Motor-Sportanlage genug Stellplätze vor Ort habe. "Wir brauchen diese aber nur drei Mal im Jahr", so Krumbiegel. "Ansonsten könnten wir den Platz schließen. Aber wir sind auch Thalheimer. Und daher wissen wir, wie wichtig der Platz touristisch für die Stadt ist." Seit aber die Motorsport-Strecke gekauft wurde, müsse der Verein ein Darlehen abbezahlen. Da bleibe nur noch etwas Geld für die Rasenpflege.

Ein Dilemma und ein Argument, welches Thalheims Bürgermeister Nico Dittmann erkannt hat. Jüngst hat er den städtischen Bauhof - auch auf Drängen von Bürgern in den vergangenen Stadtratssitzungen - angewiesen, zumindest notdürftig die Schlaglöcher zu verfüllen. Kosten: ein paar hundert Euro. Freilich mit dem Hinweis, das es eine einmalige Ausnahme und keineswegs Pflichtaufgabe der Kommune sei. Womit er Recht hat. Denn die Stadt hat die Schlaglöcher auch nicht verursacht - und auch sonst mit dem Parkplatz rechtlich nichts zu tun. Trotzdem wolle sich Dittmann zumindest mal die Pacht-Verträge des Vereins anschauen. "Vielleicht ergibt sich eine Lösung, dauerhaft zu helfen." Mehr könne er derzeit noch nicht sagen. Krumbiegel indes will keinen Parkplatz-Krieg lostreten. Zumal er sich klar ist, die Stellplätze nicht einfach so von heute auf morgen schließen zu können - auch wenn er das Recht dazu habe. Der Protest der vielen Ausflügler wäre wohl zu groß. Es ist wie ein Fluch einer guten Tat.

So sieht es auch Bertrand Maier. "Dieser Schritt wäre sehr schlecht." Er ist Chef der Laufgruppen Thalheim, die sich immer dienstags und sonntags oben am Eisenweg trifft, inklusive Parken auf den Stellplätzen. "Für uns wäre es nicht so schlimm, wir könnten auch von anderen Parkplätzen hochlaufen. Aber für viele Naturfreunde wäre dann ein tolles Thalheimer Aushängeschild weg." Er schlägt vor: Die Stadt solle das Areal übernehmen, gibt aber auch zu: "Ich kenne die Finanzen im Rathaus nicht."

Schon vor Jahren, noch mit Dittmanns Amtsvorgänger René Kühn, wurde die Lösung einer Parkuhr erwogen - und verworfen. Wer zahlt die teure Uhr, wer unterhält sie? "Und die Frage ist, ob dann noch jemand dort parkt, wenn es plötzlich was kostet", sagt Dittmann heute.

Und was sagt Dietmar Franze? Er ist Chef der nur einen Steinwurf entfernten Tabakstanne. Wenn die maximal 40 Stellplätze an seiner Einrichtung mal nicht reichen - etwa bei Schul-Abschlussfeiern - dann nutzen sie auch mal den MSC-Parkplatz. Er wisse um das mittlerweile lange Ringen für eine Lösung. Auch er hat die Stadt als Lösung im Blick, aber in anderem Sinn. "Thalheim ist Mitglied des Tourismusverbandes Erzgebirge. Also sollte sich die Stadt dort einsetzen, dass der Parkplatz als Ergänzung zum Wegewandernetz aufgenommen wird." Dann gebe es womöglich auch Geld für den Parkplatz - und gegen die Schlaglöcher.

 
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Alter Parkplatz: Der Fluch der guten Tat
"Wenn sich keine zwei, drei Leute kümmern, wird auch nichts"
 
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