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Wolfgang Zindler (l.) Vorsitzende des Kreisverbandes Aue/Stollberg, und Peter Köhler, Fachberater und Pflanzendoktor.

Foto: Katja Lippmann-Wagner

In den Kleingärten vollzieht sich Wandel

Erhalt der Artenvielfalt, den ökologischen Kreislauf beachten, deutlich weniger Gifte: Neue Erkenntnisse fallen auf fruchtbaren Boden - auch zur Jahreshauptversammlung der Kleingärtner vom Kreisverbandes Aue/Stollberg.

Von Katja Lippmann-Wagner
erschienen am 20.03.2017

Stollberg/Aue. Peter Köhler, Fachberater und Pflanzendoktor im Kreisverband der Kleingärtner Aue/Stollberg, ist keiner, der sehr lange um den heißen Brei herumredet: "Den Unkrautvernichter B58 verschrienen Kleingärtner gibt es nicht mehr." Und das habe nicht nur etwas mit der neuen EU-Düngemittelverordnung zu tun, die nur noch Pflanzenschutzmittel mit dem Vermerk Kleingarten zulässt, sondern oft mit einem echten Umdenken.

Wenn Supermärkte und Discounter auf der Bio-Welle reiten, dann könne der Kleingärtner dem noch eins draufsetzen und zwar mit Tomaten, Äpfeln und Gurken aus dem eigenen Garten. "Unsere Kleingärtner wissen, dass der Erhalt der Artenvielfalt ganz wichtig ist", sagt Köhler. "Wir vermitteln stets, dass die Verwendung eines Pflanzenschutzmittel immer ganz am Schluss stehen sollte." Viel effektiver sei es, auf resistente Sorten zu setzen. Zudem sei es wichtig den ökologischen Kreislauf zu beachten, Nützlinge zu fördern und auf gute Gartenhygiene zu achten. "Wenn man eine Baumkrone ausdünnt, dann bringt das schon ganz viel", so Köhler. Zudem sei es wichtig den Fruchtmumien den Kampf anzusagen. Verdorrtes Obst sei gefährlich, weil durch den Wind Krankheitserreger weiter getragen würden. Durch kompetente Fachberater, die als Multiplikatoren fungieren, könne man unter den Kleingärtnern für Aufklärung sorgen.

Der Kreisverband Aue/Stollberg, der sich am Samstag zur Jahreshauptversammlung im Kulturhaus in Aue getroffen hat, zählt aktuell 6500 Mitglieder und 157 Anlagen. "Die Mitgliederzahl ist leicht rückläufig", so der Verbandsvorsitzende Wolfgang Zindler aus Bad Schlema. "Das ist aber überall im ländlichen Raum so." Grund dafür sei der demografische Wandel. Obwohl auch junge Familien in der grünen Parzelle aktive Erholung und Entspannung suchen, sei in den Kleingartenanlagen das Durchschnittsalter eher hoch. In einigen Anlagen liege der Leerstand bei bis zu 30 Prozent.

"Dort wo der Standort stimmt, sind alle Parzellen vergeben, gibt es zum Teil sogar Wartelisten", sagt Vorsitzender Zindler. Zu den Standortvorteilen gehören eine gute Verkehrsanbindung, Wohngebiete in unmittelbarer Nähe, Kleingärten mit einer Größe von 200 bis 300 Quadratmeter, schöner Aussicht, Ruhe sowie einem Wasser- und Stromanschluss. Sind diese Dinge gegeben, habe die Kleingartenanlage kaum Sorgen mit Leerstand.

 
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