Foto: ddp
Persönliche Begleiter machen Förderschüler fit für die Lehre
Weichen für die Zukunft: Seit mehr als zwei Jahren arbeiten 80 Berufseinstiegsbegleiter mit 3500 sächsischen Förderschülern zusammen
Chemnitz. Für viele Förderschüler war der Weg ins Berufsleben mit vielen Schwierigkeiten gepflastert. In der Förderschule werden sie zwar durch offene Unterrichtsformen, projektorientierten Unterricht oder Einzel- und Gruppenarbeit in ihren individuellen Fähigkeiten, Neigungen und Interessen gefördert.
Doch mit ihren Schwierigkeiten im Lern- und Leistungsverhalten, der Sprache, der Wahrnehmung oder im Sozialverhalten ist es für diese Jungen und Mädchen nicht einfach, in der Leistungsgesellschaft Fuß zu fassen. Seit Februar 2009 unterstützen nun 80 Berufseinstiegsbegleiter an 65 sächsischen Förderschulen die Jungen und Mädchen im Rahmen eines bundesweiten Modellprojektes auf der Grundlage des § 421s Sozialgesezbuch III. Ziel ist es, die Schüler beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung zu unterstützen und dadurch den Weg in eine Berufsausbildung zu erleichtern. Deshalb treffen sich Schüler und Betreuer regelmäßig. Dadurch werden die sozialen Kompetenzen wie das Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aufgebaut, die Persönlichkeit entwickelt und Eigeninitiative gefördert.
"Die Chancen der Schüler auf eine betriebliche Ausbildung haben sich durch die Arbeit der Berufseinstiegsbegleiter verbessert. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Arbeit lohnt - die Übergänge konnten um bis zu 40 Prozent verbessert werden. Zusätzlich werden die Jugendlichen auch während der Ausbildung nachbetreut", sagte Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. Damit würden Ausbildungsabbrüche verhindert und gleichzeitig der erfolgreiche Abschluss der Lehre erreicht.
Die Berufseinstiegsbegleiter arbeiten mit den Schülern sehr intensiv zusammen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört die Unterstützung bei der Erreichung des Schulabschlusses, bei der Berufsorientierung und Berufswahl und bei der Ausbildungsplatzsuche. Dabei arbeiten sie sehr eng mit der Berufsberatung der Arbeitsagenturen zusammen.
Berufseinstiegsbegleitung ist auch nach Ansicht von Sachsens Staatsminister für Kultus und Sport ein ausgesprochen gutes Instrument für Förderschüler. "Es gelingt immer öfter der direkte Übergang in eine Berufsausbildung. Leider müssen die Absolventen der Förderschulen immer noch mit Vorurteilen in der Gesellschaft leben. Das ist für die jungen Menschen nicht einfach", sagte Roland Wöller. Doch sie wachsen in neue Felder hinein und beweisen echte Qualitäten - "als Azubi und künftige Fachkraft. Seit 2009 konnten etwa 3500 Jungen und Mädchen in Sachsen von diesem Pilotprojekt profitieren.
Die Umsetzung vor Ort gelingt durch eine enge Kooperation zwischen den Schulen, den Bildungsträgern, den Berufseinstiegsbegleitern, den Beratungsfachkräften der Arbeitsagenturen und den potenziellen Arbeitgebern. Die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit und das Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport arbeiten bei der Auswertung der Ergebnisse und den Planungen für die Ausgestaltung der Maßnahmen für die Zukunft eng zusammen.