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"Yoggen" mit IOC-Präsident Thomas Bach durften in Lillehammer die beiden Skilangläufer Anna-Maria Dietze und Philipp Unger (v. r.).

Foto: Jens Biehler/DOSB

Erzgebirger im "Yogging"-Fieber

Die Olympischen Jugendspiele laufen noch gar nicht, da ist zwei Erzgebirgern bereits eine besondere Ehre zuteil geworden. Sie haben mit dem "obersten Sportler" der Welt "geyoggt". Was ist das?

Von Thomas Schmidt
erschienen am 13.02.2016

Lillehammer/O'thal. 44 deutsche Mädchen und Jungen gehen bei den Olympischen Jugendspielen in Lillehammer an den Start. Zwei davon kommen vom Stützpunkt am Fichtelberg, beide betreiben die Sportart Skilanglauf und stehen sich auch sonst ganz nahe. "Ein Doppelzimmer kriegen wir aber nicht", sagte Anna-Maria Dietze vor der Abreise nach Norwegen mit einem breiten Lächeln. In den nächsten Tagen stehen für sie und ihren Freund Philipp Unger die Wettbewerbe im Mittelpunkt, heute beginnen die Sprints.

"Ich bin stolz, dass ich dabei sein darf", sagt die 16-Jährige. Sie kommt aus Seiffen, startet für den SV Pulsschlag Neuhausen und trainiert bei Lutz Hänel und Michael Hoffmann an der Eliteschule des Wintersports in Oberwiesenthal. Die Übungsleiter sind ebenso stolz, dass zwei ihrer Skilangläufer in Lillehammer starten dürfen, denn nur vier hat der Deutsche Olympische Sportbund nach Skandinavien entsandt. Dort sollen die jungen Athleten das aufsaugen, was Olympische Spiele ausmacht: diese Gemeinsamkeit aller über die einzelnen Sportarten hinweg. Und vielleicht ist dies ja für die Elftklässlerin ein weiterer Schritt, um es ihrem großen Vorbild gleichzutun. Denn Anna-Maria Dietze schwärmt von einer Norwegerin: "Ingvild Flugstad Østberg", kommt es wie aus der Pistole geschossen als der Frage nach dem Vorbild fiel.

Østberg ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin. Erfolge, die sich auch das Nachwuchstalent vorstellen kann. Sie, die Universale, die Sachsenmeisterin im Tischtennis und Triathlon ist, Einrad fährt und Klarinette spielt, die mit dem Mountainbike und im Speedskating anderen davonfährt. Am besten aber kann sie Skilaufen, ist vor einigen Tagen Deutsche Meisterin geworden und hatte bereits im vergangenen Winter dreimal DM-Gold abgeräumt. "Ein Juwel, denn Anna-Maria ist nicht nur besonders talentiert, sondern auch eine der Jüngsten in ihrer Altersklasse", hebt Trainer Hänel hervor. Vor Ort drücken Mutter, Vater und Schwester die Daumen. "Das wird mich zusätzlich beflügeln", sagt die 16-jährige Anna-Maria, die einst bei Volker Langer mit dem Skitraining begonnen hatte.

Der erste Trainer von Philipp Unger hieß Jens Tröger. In der Talentschmiede des SV Stützengrün, für den der Zwölftklässler immer noch startet, hat er angefangen. "Damals war ich fünf Jahre alt. Nun darf ich zu den Olympischen Jugendspielen und dann auch in das Land, in dem der nordische Skisport seine Anfänge hat", sagt der 17-Jährige stolz. Kein Wunder, dass auch er einen Norweger als Vorbild sieht: Martin Johnsrud Sundby, den dreimaligen Gewinner der Tour de Ski. Bereits vom sogenannten Kick-off in München war Philipp Unger angetan. Dort erfolgte die Einkleidung der Mannschaft - fast so wie bei den Großen. Der Eibenstocker freut sich neben seinen Starts in den Sprint- und vor allem Distanzrennen auf das Rahmenprogramm, auf das viel Wert gelegt wird. Junge Leute sollen was erleben, miteinander kommunizieren, sich kennenlernen.

Deshalb waren sie "yoggen", zuerst mit Thomas Bach. Doch damit ist das Laufen gemeint, sondern ein Datenaustausch. Philipp Unger und Anna-Maria Dietze haben nun vom Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees die Kontaktdaten per Funk auf ihren "Yogger" überspielt. Nicht schlecht, man weiß ja nie, ob man den welthöchsten Sportfunktionär mal braucht.

 
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