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Vor der Kulisse des ehemaligen Wismut-Schachts 371 brachte die Dampflok 52 8079-7 den VSE-Sonderzug am vergangenen Sonntag nach Schwarzenberg zurück. Ursprünglich sollte die vereinseigene Lok 503616-5 im Einsatz sein.

Foto: Steffen Schmidt/VSE

Abschiedstour vorm Tüv muss ausfallen

An der Dampflok 503616-5 des Vereins Sächsischer Eisenbahnfreunde ist der Kessel undicht. Doch die Dampf- Fans müssen auf ihr Vergnügen nicht verzichten.

Von Thomas Mehlhorn
erschienen am 20.04.2017

Schwarzenberg. Der Winter mit seiner Ruhezeit ist kein Freund der Dampflokfans. Der Zahn der Zeit nagt an der faszinierenden Technik besonders stark, wenn sie still steht und kein Dampf die Eisenrösser vorwärts treibt. So traf es auch das Zugpferd des Vereins Sächsischer Eisenbahnfreunde (VSE). Die geplante Abschiedstour vor der fälligen TÜV- Prüfung fiel aus; die 50 3616-5 musste unverhofft im Depot bleiben.

"Die Dampflok sollte am Ostersonntag zum vorläufig letzten Mal auf große Reise gehen. Von Schwarzenberg aus wollten weit mehr als 300 ihrer Fans mit ihr ins vogtländische Adorf reisen", erklärt Thomas Strömsdörfer vom Verein. Doch nach einer Probefahrt am 14.April nach Johanngeorgenstadt wurde eine Undichtheit im Inneren des Kessels festgestellt. "Im Ergebnis der nachfolgenden Begutachtung des Schadens, zu der extra ein Sachverständiger hinzugezogen wurde, starteten die Vereinsmitglieder einen Reparaturversuch", so der VSE-Vertreter. Allerdings blieb dies trotz intensiver Bemühungen vergeblich. Die Undichtheit konnte nicht vollständig beseitigt werden.

"Da bei einem Kessel jedoch die Sicherheit immer an erster Stelle steht und sich damit Kompromisse von selbst verbieten, mussten die Vereinsmitglieder schweren Herzens die Entscheidung treffen, dass die Lok außer Betrieb genommen werden muss", berichtet Strömsdörfer. Der entstandene Schaden könne innerhalb der geplanten Hauptuntersuchung, bei der ohnehin alle Rohre im Kessel erneuert werden müssen, mit beseitigt werden. Mit dem Beginn der Arbeiten ist allerdings frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. Denn das liege an dem sehr aufwendigen und teuren Verfahren der technischen Überprüfung, die für die Dampflok aller acht Jahre fällig wird.

Während beim Auto die Hauptuntersuchung in der Regel durch äußere Begutachtung erfolgt, muss eine Dampflok in einer Werkstatt komplett zerlegt werden. "Dabei wird jedes Einzelteil überprüft. Das kann einen sechsstelligen Betrag kosten", so der Vereinschef. Dieser finanzielle Kraftakt sei jedoch nur mit Spenden zu schaffen. "Leider wissen wir noch nicht, ob es dafür Fördermittel gibt." Doch erst wenn der Verein über das nötige Geld verfügt, kann die Prüfung beauftragt werden und in einer von nur noch zwei Werkstätten in Deutschland durchgeführt werden. Das ist der Grund, warum die Arbeiten frühestens im nächsten Jahr losgehen.

Umso wichtiger war es für den Verein, trotz des ungeplanten Ausfalls ihrer vor 77 Jahren gebauten 503616-5, dass am Osterwochenende trotzdem unter Dampf gefahren werden konnte. Zum Glück stand die angemietete Dampflok 52 8079-7 in Schwarzenberg schon in Bereitschaft, da sie eigentlich die vereinseigene Lok unterstützen sollte. So musste nun die 52er ihre ganze Kraft unter Beweis stellen und übernahm die Beförderung des Zugs von Schwarzenberg über Aue, Hartenstein, Wilkau-Haßlau und Zwickau ins vogtländische Adorf allein. Dort statteten die Fahrgäste dem Eisenbahnmuseum einen Besuch ab. Für die kleinen Fahrgäste war der Osterhase natürlich mit unterwegs.

Vom Vogtland aus brachte der Museumszug die Gäste wieder in die Ausgangsorte zurück. Gleich zu Beginn der Rückfahrt hatte der Zug auf 12,7 Kilometern einen Höhenunterschied von 229 Metern zu überwinden. Dort musste sich die Zuglok mächtig ins Zeug legen und bot den technikbegeisterten Fans ein besonderes Hör-Erlebnis. Bis die vereinseigene Dampflok wieder durchs Erzgebirge schnauft, wird die 52er noch mehrfach vor dem VSE-Museumszug zum Einsatz gelangen.

 
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