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Simon Parfrey von der Firma Comfort-Treppenlifte aus Raschau erklärt hier gerade Manuela Seidel die Knöpfe auf der Fernbedienung.

Foto: Carsten Wagner

Aktion "Leser helfen" ermöglicht Einbau eines Treppenlifts

Es ist vollbracht: Manuela Seidel aus Beierfeld kann ab sofort ohne Angst und ohne Atemnot die Treppe in ihrem Haus bezwingen. Doch das ist bei Weitem nicht alles, was für die 54-Jährige in Gang kam.

Von Beate Kindt-Matuschek
erschienen am 17.02.2017

Beierfeld. Mehr als 36.000 Euro sind im Ergebnis der Aktion "Leser helfen" Ende 2016 für Manuela Seidel zusammengekommen. Das Schicksal der 54-jährigen Frau aus Beierfeld, die seit fast 20 Jahren ihre Arme nicht selbst bewegen kann, hat viele Menschen in der Region berührt. Und trotz ihres Handicaps hat die Ehefrau und dreifache Mutter nie den Lebensmut verloren. Dafür zollen ihr alle, die sie persönlich kennen, höchsten Respekt.

Der Treppenlift - das war das eigentliche Ziel der Aktion. Denn die Holztreppe im Haus, die von der Haustür hoch in den Wohnbereich führt, ist steil. Und da sich Manuela Seidel aufgrund ihrer Behinderung nirgends festhalten oder fixieren kann, war sie immer auf Hilfe beim Treppensteigen angewiesen. "Oder ich bin eben auf dem Hintern Stufe für Stufe runter gerutscht", berichtet sie. Ihre Krankenkasse hatte den Einbau einer solchen Hilfe abgelehnt, da mit dem Umbau der Dusche und dem Spezialaufsatz auf der Toilette bereits das der Frau Zustehende ausgeschöpft sei. Das alles ist nun Geschichte. Der Lift ist montiert, er fährt und ermöglicht der 54-Jährigen ein sicheres Auf und Ab. Auch hat sie nun keine Atemnot mehr beim Treppensteigen, weil das Fortschreiten ihrer Erkrankung mittlerweile dazu geführt hat, dass auch das Zwerchfell nachlässt und Manuela Seidel große Schwierigkeiten mit der Atmung hat. So kann sie beispielsweise nachts nicht mehr ohne eine zusätzliche und direkte Sauerstoffversorgung schlafen.

Seit dieser Woche fährt der Lift, den Simon Parfrey aus Raschau für die Beierfelderin eingebaut hat. "Das hat alles problemlos geklappt", sagt sie. Für rund 8000 Euro und mit fünfjähriger Garantie ist damit eine enorme Hürde für die 54-Jährige aus dem Weg geräumt. An einer Lösung, dass sie selbst auch den Kopf drücken kann, um mit dem Lift zu fahren, tüftelt der Liftbauer aus Raschau derzeit noch. "Er will versuchen, dass ich das vielleicht mit den Füßen machen kann", sagt Seidel.

Die Suche - nach einer Lösung für dieses Problem werde erfolgreich sein, ist sie zuversichtlich. Zugleich hat sie durch die Aktion "Leser helfen" und den riesigen Zuspruch der Erzgebirger neue Kraft und neuen Mut geschöpft, um die medizinische Ursache für den Kräfteverlust in ihren Armen erneut zu hinterfragen. Dazu besuchte sie im Januar einen Spezialisten in einer Privatklinik in Berlin, und dieser empfahl ihr einen Arzt im Bundeswehrkrankenhaus Berlin-Mitte. Nach der Schilderung des Falls verzichtete der Facharzt übrigens komplett auf die Zahlung seines Honorars. Für eine weiterführende Diagnostik waren allerdings MRT-Aufnahmen unerlässlich. Das Problem hierbei: Manuela Seidel kann nicht ohne Sauerstoffversorgung liegen. Das Beatmungsgerät darf indes nicht mit in den Raum - wegen der starken Magnetwellen. Nach langen Recherchen fand die Beierfelderin schließlich eine Privatpraxis bei München, wo MRT-Aufnahmen im Sitzen möglich sind. Die dort entstandenen Bilder ihrer Halswirbelsäule sind nun die Basis für weitere Untersuchungen. Für diese begibt sie sich ab nächste Woche für mehrere Tage in die Berliner Klinik.

Die Hoffnung - die sie mit diesen erneuten Untersuchungen verbindet, ist groß. Für sie wäre es wichtig, die Ursache zu kennen, weshalb sie schleichend die Macht über ihre Arme verlor. Gleichsam schwebt aber auch die Angst mit, erfahren zu müssen, dass dieser Prozess weiter voranschreitet. Und was vielleicht alles noch geschehen kann.

Der Ehrgeiz - in ihr, es jetzt noch einmal und mit allen Mitteln zu versuchen, zu kämpfen und sich nicht kampflos dem Schicksal zu ergeben, ist geweckt. Ihr Ehemann Frank und ihre drei bereits erwachsenen Kinder geben ihr hierfür volle Rückendeckung und sprechen ihr Mut zu.

Die Freude - über die Hilfe der Aktion "Leser helfen" ist nicht nur bei Manuela Seidel, sondern ihrer ganzen Familie riesengroß. Allein hätten sie alle das nicht stemmen können, gibt sie zu. Von dem Geld sollen nicht nur Behandlungen bezahlt, sondern noch eine Wechselsprechanlage für die Haustür gekauft werden. "Ich bin so unglaublich dankbar für alles", sagt die 54-Jährige immer und immer wieder. Und "Freie Presse" wird sie weiter begleiten.

 
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