Das Sportinternat des Leistungszentrums des FC Erzgebirge Aue ist derzeit voll. Nun steht ein Umzug nach Schneeberg im Raum.
Foto: Publicpix
Städte streiten um das Sportinternat
Schneeberg will zur neuen Heimat auswärtiger Nachwuchskicker des FCE werden
Aue. Das Auer Sportinternat bereitet den Umzug nach Schneeberg vor. In der Einrichtung auf dem Gelände des Erzgebirgsstadions sind hoffnungsvolle Nachwuchstalente des FC Erzgebirge Aue untergebracht, die nicht aus der näheren Umgebung stammen und aus diesem Grund unmöglich jeden Tag zwischen Familie, Schule und Training pendeln können.
"Wir platzen aus allen Nähten", begründet FCE-Geschäftsführer Michael Voigt den bevorstehenden Ortswechsel. "Wir haben zurzeit 47 Anmeldungen und dafür reicht der Platz einfach nicht. Der Umzug soll aber nur vorübergehend sein. Wir wollen uns nicht aus Aue verabschieden."
Dies sieht FCE-Sportdirektor Steffen Heidrich ganz anders. "Geplant ist, dass das Sportinternat in Schneeberg bleibt", widerspricht er seinem Geschäftsführer. Zunächst soll es in einem Lehrlingswohnheim im Bereich der Scheunenstraße untergebracht werden. Für einen mittel- bis langfristigen Standort gebe es mehrere Varianten. Die wohl spektakulärste Idee: Die Kaderschmiede des Zweiligisten könnte in der ehemaligen Jägerkaserne untergebracht werden. Trainingsgelände, Kraftraum, Hallen, eine komplette Schwimmhalle - alles ist vorhanden. Seit die letzten Soldaten im März 2008 abgezogen waren, liegen die Sportanlagen brach.
Neu ist die Idee nicht. Als 2008 der damalige FCE-Präsident Uwe Leonhardt damit geliebäugelt hatte, die ehemalige militärische Einrichtung selbst zu kaufen, war eine Leistungszentrum für die Veilchen Teil des Gesamtkonzepts. Dies hatte sich zerschlagen, da Leonhardt letztendlich vom Kauf zurückschreckte. Doch der jetzige Eigentümer, der bayerische Unternehmer Gustav Struck, kann sich gut vorstellen, an die damaligen Überlegungen anzuknüpfen. "Konkrete Verhandlungen dazu gibt es noch nicht", sagte er am Freitag. "Aber wir wollen uns demnächst in der Kaserne treffen und darüber reden."
Schneebergs Bürgermeister Frieder Stimpel (CDU) ist von der Entwicklung hellauf begeistert. Neben dem Prestigegewinn hofft er vor allem auf einen kräftigen Schülerschub für Mittelschule und Gymnasium seiner Stadt. Gerade für die Mittelschule, die wegen geringer Anmeldezahlen in einigen Jahren auf der Kippe stehen dürfte, könnte das Sportinternat zur Überlebensversicherung werden. "Ich nehme gern zehn oder zwanzig Schüler", kündigt Stimpel gut gelaunt an.
Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl (CDU) kann darüber vermutlich nicht lachen. Das Sportinternat ist eine wichtige Stütze für das Clemens-Winkler-Gymnasium sowie die Mittelschule Aue-Zelle. Dies soll so bleiben, findet Kohl. Kampflos will er das Sportinternat jedenfalls nicht aufgeben.
"Das Sportinternat als Teil des Leistungszentrums sollte im Stadiongelände bleiben", so der Oberbürgermeister. Auch im Hinblick auf Fördermittel für Stadionumbau und Leistungszentrum sei dies wichtig. Am fehlenden Platz soll der Verbleib in Aue nicht scheitern. Es gebe Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft auf dem Stadionareal, die man für eine Aufstockung nutzen könne.
Aue oder Schneeberg - wo sollen die jungen Athleten zur Schule gehen? Eine definitive Entscheidung ist angeblich noch nicht gefallen. FCE-Sportdirektor Steffen Heidrich: "Das ist noch nicht zu Ende gedacht."


11:25 Uhr
HammerP: Anscheinen haben Sie sich nicht die Mühe gemacht, die von Ihnen angeführten 'Nachweise' einmal anzuklicken - in KEINEM ist die rede davon, dass es sich bei den Herren Struck um Brüder handelt.
Dass Peter Struck bis 2005 Bundesverteidigungsminister war, die Kaserne aber erst 2009 verkauft wurde, übersehen Sie gänzlich oder passt es nur nicht in Ihr Weltbild?
20:25 Uhr
Matthias1: @ Hammer: Das steht bei Jägerkaserne (Schneeberg) genau so in Wikipedia. Und dort sind drei Nachweise angeführt. Einen Abstammungstest von diesen beiden konnte ich leider nicht durchführen, denn die beiden würden sicher nicht Blut dafür hergeben. Struck lässt ja nur viele junge Soldaten für seine großmannssüchtigen Kriegsabenteuer bluten.
00:58 Uhr
HammerP: @Matthias1
Die Behauptung, das Gustav & Peter Struck Brüder seien, lässt sich - mit ein klein wenig Internetrecherche - ganz leicht widerlegen...
14:53 Uhr
Matthias1: Der bayerischen Unternehmer Struck, der die Kaserne zum günstigen Preis kaufen konnte und nun gern weiter genutzt sehen will, ist nur ganz zufällig der Bruder des Ex-Kriegsministers Struck. Erst schickt dieser Minister unsere Jungs in einen schmutzigen Krieg in Afghanistan, dann verkauft er Bundeseigentum an seine Familienangehörigen. Ist das nicht merkwürdig? Und nun soll der FCE auch noch seinen Nachwuchs dort unterbringen, damit beim Bruder des Ex-Ministers weiterhin nicht nur der Ball, sondern auch der Rubel rollt? In einer Bananenrepublik würde es kaum anders zugehen.