Foto: Tilo Steiner (Grafik)

A 72: Freie Fahrt bis zur nächsten Abfahrt

Bau der Autobahn zwischen Leipzig und Chemnitz kommt nur schleppend voran

Chemnitz/Penig. Mit den zwölf Kilometern von Niederfrohna bis Rathendorf geht am Donnerstag das letzte Teilstück der neuen A 72 im Direktionsbezirk Chemnitz in Betrieb. Insgesamt sind dann knapp 23 Kilometer der reichlich 60 Kilometer langen Neubautrasse Chemnitz - Leipzig befahrbar. Wann die seit Jahren geforderte Autobahnverbindung zwischen den beiden Städten komplett sein wird, steht allerdings in den Sternen.

Beim Baustart im November 2003 hatte der damalige sächsische Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) die Durchgängigkeit bis zur vierspurigen B 95 in Borna bis zur Fußball-WM 2006 in Aussicht gestellt. Eine Vision, die auch der spätere Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) aufrecht erhielt, so lange sich "sein" Leipzig um Olympia 2012 bewarb. Tatsächlich kommen die Arbeiten im Raum Leipzig - bis auf die 2006 eingeweihte Ortsumgehung Borna - vergleichsweise schleppend voran. Viele genervte Autofahrer und Anwohner sprechen von einer unendlichen Geschichte.

Zeitplan ab Borna offen

Tatsächlich schweigt das Bundesverkehrsministerium zu einem möglichen Gesamt-Fertigstellungstermin. Im vergangene Woche vorgelegten Investitionsrahmenplan bis 2015 läuft der Abschnitt Borna - Rötha zwar unter "prioritäre Vorhaben". Finanziell untersetzt ist dies bislang aber nicht. Der Folgeabschnitt Rötha - A 38 ist im Rahmenplan erst gar nicht erwähnt.

"Die Abschnitte zwischen der Anschlussstelle Borna-Nord und dem Autobahnkreuz Leipzig-Süd (A 38/A 72) befinden sich im Planfeststellungsverfahren, so dass hierzu noch keine Aussage zu einem Baubeginn beziehungsweise einer Verkehrsfreigabe getroffen werden kann", teilt das Ministerium in Berlin mit.

Immerhin sind die vor acht Jahren vorgesehenen Kosten von einer halben Milliarde für die gesamte Trasse nicht explodiert. Laut Dresdner Ministerium rechnen die Planer inzwischen mit 550 Millionen Euro.

 
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erschienen am 21.12.2011
 
Kommentare
1
(Anmeldung erforderlich)
  • 21.12.2011
    17:13 Uhr

    FraBe: Wenn die A72 bis Borna fertiggestellt ist, also die gesamte einspurige B95 ersetzt wurde, bleiben bis zur A38 weniger als 20 km auf einer zweispurigen Schnellstraße mit nur einem Nadelöhr: Espenhain. Sieht man mal von den dortigen armen Schweinen ab, die dann das deutlich größere Verkehrauskommen abkönnen müssen, frag ich mich, warum für weitere 5 min (?) Zeitgewinn Millionen ausgegeben werden müssen...

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