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Das Logo an einer Apotheke.

Foto: Uli Deck/Archiv

Apotheker in Sachsen gesucht

erschienen am 20.02.2016

Leipzig (dpa/sn) - Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltet sich für viele Apotheker in Sachsen immer schwieriger. «Über 15 Prozent der Apothekeninhaber sind über 60 Jahre alt», sagte Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes (SAV), über die Situation im Freistaat. Zwar würden in Sachsen ständig Apotheker gesucht, allerdings gestalte sich die Suche im ländlichen Raum schwieriger als in den Ballungsräumen Dresden, Chemnitz und Leipzig. «Für die Apothekeninhaber auf dem Land bedeutet das, dass sie sich langfristiger um ihre Nachfolge kümmern müssen», so Dittrich.

Die Zahl der Apotheken in Sachsen ist seit 2011 leicht zurückgegangen - von 1001 auf 991 Ende des vergangenen Jahres. Aber: «Von einer Unterversorgung kann in Sachsen keine Rede sein», stellt Dittrich klar. Die öffentlichen Apotheken stellen auch die Versorgung auf dem Land sicher. «Nicht vorrätige Arzneimittel werden per Boten zu den Patienten gebracht, die die Apotheke nicht noch einmal aufsuchen können.»

Für die Versorgung von abgelegenen Orten oder Ortsteilen ohne Apotheke gibt es noch die Möglichkeit, eine Rezeptsammelstelle zu betreiben. 66 solcher speziellen Briefkästen, in die Patienten ihre Rezepte einwerfen können, gibt es derzeit. Betrieben werden sie von einem Apotheker, der die Rezepte zu festgelegten Zeiten abholt, die Medikamente besorgt und zu den Patienten bringt.

Eine Apotheke versorgt in Sachsen im Durchschnitt 4100 Patienten. Durchschnittlich 83 Prozent des Umsatzes der typischen Wohngebietsapotheken entfallen auf den Verkauf rezeptpflichtiger Medikamente. Die restlichen 17 Prozent verteilen sich auf apotheken-, aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente, freiverkäufliche Arzneimittel und «das apothekenübliche Ergänzungssortiment.»

Eine große Herausforderung für die Apotheken sei die Versorgung sogenannter multimorbider Kranker. «Weil diese Patienten oft mit mehr als fünf verschiedenen Wirkstoffen gleichzeitig behandelt werden, ist ihre Arzneimitteltherapie nicht selten frei von Risiken. Die Bedeutung der Beratung der Patienten durch Apotheker nimmt also zu», so Dittrich.

Vehement setzt sich der SAV deshalb auch dafür ein, dass auch in Zukunft Apotheker im Freistaat ausgebildet werden. «Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist der Erhalt des Pharmazeutischen Instituts an der Universität Leipzig, um auch weiterhin eine Ausbildung junger Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in Sachsen zu gewährleisten.» Der Studiengang Pharmazie in Leipzig ist seit 2011 von der Schließung bedroht. Hintergrund sind Sparvorgaben, die das sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst der Uni damals verordnet hatte.

Sächsischer Apothekerverband

 
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