Menü

Themen:

 
Feinfühliges Ertasten von Verspannungen und gezielte Handgriffe, um Muskeln zu lockern: Mit diesen Techniken arbeiten Osteopathen.
 Bild 1 / 3

Mit Fingerspitzengefühl und Druck: Osteopathen lösen Blockaden

erschienen am 15.05.2013

Wiesbaden (dpa/tmn) - Eine osteopathische Behandlung ist keine Regelleistung der gesetzlichen Kassen. Aber immer mehr Krankenversicherungen übernehmen zumindest einen Teil der Kosten. Die manuelle Methode soll Blockaden lösen und eine gesunde Balance wiederherstellen.

Leichter Druck mit den Fingerspitzen, feinfühliges Ertasten von Verspannungen, gezielte Handgriffe, um Muskeln und Bindegewebe zu lockern - mit diesen Mitteln arbeiten osteopathisch ausgebildete Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten. In den USA wird die Osteopathie häufig etwa bei Migräne, Kopf- und Rückenschmerzen angewendet. Seit einiger Zeit gehen auch in Deutschland Krankenversicherungen dazu über, die Kosten für eine osteopathische Behandlung zumindest teilweise zu übernehmen.

«Osteopathie wird ausschließlich mit den Händen praktiziert, ohne Medikamente und chirurgische Eingriffe», erklärt Prof. Marina Fuhrmann, Vorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) in Wiesbaden. Feinfühligkeit und jahrelange Schulung sind wichtig, um mit Fingerspitzen und Handflächen die Ursachen von Beschwerden aufzuspüren, sagt der Orthopäde Siegbert Tempelhof, Vorstandsmitglied der Deutsch-Amerikanischen Akademie für Osteopathie (DAAO).

Spannungen in Knochen, Muskeln und Bindegewebe geben Hinweise, wo Körperfunktionen und Organe beeinträchtigt sind. Solche Spannungen zu erkennen, Störsignale aufzulösen und eine gesunde Balance wieder herzustellen, ist Ziel der Osteopathie. Als Patient muss man sich darauf einlassen, eingehend untersucht, befragt und betastet zu werden. «Die häufigsten Beschwerden meiner Patienten sind Schmerzen des Bewegungsapparates wie Rücken-, Knie- und Nackenschmerzen, Verspannungen, Probleme mit den Bandscheiben», berichtet Andrea Schwarz-Lehmann, Osteopathin und Heilpraktikerin in Hamburg.

Überraschend für viele Patienten ist, dass die Behandlung keineswegs immer dort ansetzt, wo es aktuell schmerzt. Kopfschmerzen zum Beispiel können durchaus Anlass sein, die Beweglichkeit der Füße zu prüfen. Wo es spannt und blockiert, setzt dann der Therapeut mit seinen Handgriffen an. Oft lockert er mit gezielten Bewegungen das Bindegewebe, regt den Lymphfluss an oder dehnt bestimmte Muskeln.

In Deutschland hat die Osteopathie als Ergänzung zur konventionellen Medizin Zulauf erhalten. Private Krankenversicherungen haben sie in naturheilkundlich orientierte Tarife aufgenommen. Auch etliche gesetzliche Kassen bieten seit einiger Zeit an, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Aber: Die Qualität der Ausbildung sei uneinheitlich, bemängelte die Stiftung Warentest jüngst in ihrer Zeitschrift «test» (Ausgabe 3/2013). Osteopath ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Patienten sollten bei der Suche nach einem Osteopathen daher auf dessen Qualifikation achten. Zum Nutzen der Methode fehlen außerdem noch aussagekräftige Daten aus großen klinischen Studien.

Die Warentester weisen auch auf mögliche Nebenwirkungen und Risiken hin. Komplikationen könne es zum Beispiel geben, wenn Patienten an akuten Infektionen leiden. Zwar sind die osteopathischen Handgriffe sanfter als bei vielen anderen manuellen Heilverfahren. Aber Schmerzen und Verletzungen seien nicht ausgeschlossen.

Die medizinischen Grenzen ihrer Arbeit sprechen die Osteopathen selbst offen an: Die Osteopathie sei keine Notfallmedizin, die in lebensbedrohlichen Situationen eingreifen kann, betont der VOD. Schwere und akute Erkrankungen und Infektionen müssten zunächst konventionell behandelt werden. Die Osteopathie könne aber dort wirken, wo die Selbstheilungskräfte des Körpers in der Lage sind, die gesundheitliche Balance wiederherzustellen.

Service:

Wer einen gut ausgebildeten Osteopathen sucht, findet Auskünfte und Adresslisten auf den Internetseiten des Verbandes der Osteopathen Deutschland, der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin und der Deutschen Ärztegesellschaft für Osteopathie.

Verband der Osteopathen Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin

Deutsche Ärztegesellschaft für Osteopathie

Deutsch-Amerikanische Akademie für Osteopathie

Stiftung Warentest zur Osteopathie (kostenpflichtig)

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
Lesen Sie auch:
  • 26.05.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
Rückstände und Schadstoffe: Wenige Colas haben gute «test»-Note 

Berlin (dpa/tmn) - Jedem ist wohl bekannt, dass Cola viel Zucker enthält. Viele der braunen Brausen enthalten aber auch Schadstoffe oder sogar zu viel ... weiter lesen

  • 28.07.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
Britta Pedersen
«test»: Leitungs- und Mineralwasser meist gut 

Berlin (dpa/tmn) - Egal ob aus der Leitung oder aus der Flasche: Stilles Wasser ist in Deutschland gesundheitlich unbedenklich. Zu diesem Ergebnis kommt ... weiter lesen

  • 08.06.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
Silvia Marks
Darauf kommt es an: Gesundheits-Infos im Netz 

Berlin (dpa/tmn) - Die Nase tropft, der Hals schmerzt. Welches Hausmittel hilft jetzt? Der Arzt hat ein bestimmtes Medikament verschrieben. Wie bewerten ... weiter lesen

  • 18.05.2016
  • freiepresse.de
  • Gesundheit
Crumble: Eine bodenlose Köstlichkeit mit Biss 

Berlin (dpa/tmn) - Unkomplizierter geht Streuselkuchen nicht: Crumble hat keinen Boden. Man braucht Obst, Zucker, Mehl und Butter. Einfach Früchte in ... weiter lesen

 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Onkel-Max-Frage
Was sind Schwellenländer?
Onkel Max
Tomicek

Wann oder warum bezeichnet man manche Länder als Schwellenländer? Und was ist der Unterschied zu Entwicklungsländern? (Die Fragen stellte Gudrun Neff aus Plauen.)

Antwort lesen
 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken & Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte von Annaberg bis Zwickau finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
 
 
 
 
 
Unsere Top-News bei Whatsapp & Co.

MorePixels/istockphoto.com

Weitere Informationen finden Sie hier

 
 
 
 
 
 
 
 
Body Mass Index
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm