Annaberg stellt Weichen für ein zweites Fabulix

Das Internationale Märchenfilmfestival soll Ende August 2019 beginnen. Ein erstes Konzept gibt es bereits. Ein Grundsatzbeschluss im Stadtrat war aber auch mit Kritik verbunden.

Annaberg-Buchholz.

Die Stadt Annaberg-Buchholz will nach der ersten erfolgreichen Auflage im vergangenen Jahr zum zweiten Mal das Internationale Märchenfilm-Festival Fabulix veranstalten. Es soll vom 28. August bis zum 1. September 2019 stattfinden. Auf Basis eines ersten Konzepts hat der Stadtrat am Donnerstag entschieden, dass die Veranstaltung für diesen Zeitraum geplant werden soll. Allerdings gab es eine kritische Debatte, weil dem Gremium kein separater Wirtschaftsplan vorgelegt worden war. Zudem wurde die Stadt per Beschluss verpflichtet, fortführend in Ausschüssen und Rat über die weitere Entwicklung der Festivalvorbereitungen zu berichten. Aus Sicht von Oberbürgermeister Rolf Schmidt (FWG) wäre das ohnehin der Fall gewesen. Am Ende stimmten 20 Räte mit Ja, 7 enthielten sich.

Fest steht nach seinen Angaben, dass auch die zweite Auflage von Fabulix nicht zulasten anderer Veranstaltungen in der Stadt gehen soll. "Wir haben es beim ersten Mal geschafft, es mit Spenden und Sponsoren auf die Beine zu stellen. Das ist genauso die Absicht für das zweite Mal", sagte er. Der städtische Haushalt soll nicht belastet werden. Es werde für Fabulix auch keine Maßnahmen wie Kürzungen der Vereinsförderung oder Ähnliches geben. Schmidt sieht das Festival als große Chance für Annaberg-Buchholz - etwa um den Bekanntheitsgrad der Stadt weiter zu erhöhen.

Mit dem ersten Konzept für 2019 stehen einige Eckpunkte schon fest. Als Reaktion auf eine Umfrage beim vergangenen Mal soll das Festivalgelände nicht mehr so weitläufig sein - gerade im Hinblick auf kleine Kinder unter den Gästen. Außerdem müssen Bauarbeiten an der Buchholzer Straße berücksichtigt werden, die 2019 beginnen. Laut Projektleiterin Kristin Baden-Walther wird der Markt erneut das Veranstaltungszentrum sein - hinzu kommen etwa die Altstadtterrasse, der untere Kirchplatz und das Münzviertel. Insgesamt soll es vier Filmvorführflächen geben statt der bisherigen drei. Ein weiterer wichtiger Punkt, der bleibt, ist es, international bekannte Darsteller, Regisseure und Produzenten nach Annaberg-Buchholz zu holen. Erneut geben soll es einen Schulwettbewerb, der im ganzen Erzgebirgskreis vorstellbar wäre. Zudem sind drei Veranstaltungshöhepunkte vorgesehen - etwa ein musikalisches Highlight am Freitagabend. Ausbauen will die Stadt den Märchenfigurenumzug als Abschluss. "Da haben wir unser Potenzial noch nicht ausgeschöpft", sagte Kristin Baden-Walther. Die Wahl eines Publikumslieblingsfilms ist ebenfalls gesetzt.

Was die Filme betrifft, so sollen sowohl internationale Neuverfilmungen als auch Klassiker gezeigt werden. Das übergreifende Motto wird "Märchenfilme von Silber und Gold" sein. Verbunden ist die zweite Auflage von Fabulix mit dem Ziel, die Besucherzahl zu steigern. Und zwar um 10 Prozent - sowohl bei reinen Festivalgästen, als auch bei den Filmzuschauern, erklärte Franziska Herzig, Leiterin des Fachbereichs Kultur, Tourismus und Marketing. 2017 hat Fabulix nach Angaben der Stadt rund 20.000 Gäste angezogen. Bereits im Januar hatte es im Rat eine detaillierte Auswertung der ersten Auflage gegeben.

Dennoch wurde vorm jetzigen Grundsatzbeschluss zum zweiten Festival Kritik laut. "Ich hätte mir einen Wirtschaftsplan dazu gewünscht, damit das Risiko für den Rat überschaubar ist", sagte Thomas Richter (SPD). Andere wie Andreas Möckel (Bürgerforum) pflichteten ihm bei. Auf Antrag von Thomas Klauß (SPD) wurde dann der ursprüngliche Beschlusstext geändert. Ein Punkt dabei: Eigentlich sollte der Rat darüber abstimmen, das Festival im genannten Zeitraum durchzuführen. Nun heißt es, dass es für diesen geplant wird. Finanzielle Grundlage dafür sind die Zahlen von 2017, wie Marketingchefin Franziska Herzig sagte. Darauf basiert eine erste Kalkulation für 2019, die von 420.500 Euro Ausgaben und Einnahmen von 428.500 Euro ausgeht. Doch das kann sich ändern, da erst nach dem gefassten Beschluss mit der Akquise von Sponsoren begonnen werden kann. Interessenten gibt es, so Oberbürgermeister Rolf Schmidt. Für ihn und die Marketingchefin war die Kritik nicht nachvollziehbar. Dem Rat seien alle Zahlen des ersten Festivals vorgestellt worden. 2017 lagen die Ausgaben bei rund 395.000 Euro zuzüglich städtischer Personalkosten. Es gab Einnahmen von etwa 455.000 Euro.

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