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Die Abgründe des ewigen Verführers

Die erste "Klassik am Nachmittag" erfreute mit selten gespielten Werken. Eine Entdeckung war eine Don-Juan-Ballettsuite.

Von Rolf Pausch
erschienen am 13.02.2018

Aue. Sie ist beliebt und war wiederum sehr gut besucht, die "Klassik am Nachmittag" im kleinen Saal des Kulturhauses. Die aktuelle Reihe wurde eröffnet mit der Ouvertüre zu Mozarts früher Römer-Oper um die Abdankung des Diktators "Lucio Silla". Die Wiedergabe der Musik durch die Erzgebirgische Philharmonie verdeutlichte mit rhythmischem Elan die Dramatik des Geschehens, und der von Zweifeln zerfurchte grüblerische Mittelteil der Ouvertüre gab ein Bild von der Fähigkeit Mozarts, unvereinbare Widersprüche in Musik zu fassen.

Statt des angekündigten Kapellmeisters Dieter Klug hatte Orchesterchef Naoshi Takahashi die Leitung übernommen. "Die Grippewelle hat auch uns erreicht", erklärte die Moderatorin Madelaine Vogt, Sopranistin am Annaberger Theater, den Wechsel.

Mozart hat sich immer wieder selber in den Schatten gestellt und übertroffen. Ein Beispiel ist die Sinfonie g-moll KV 183, die Mozart mit 17 Jahren schrieb. Sie war das einzige Standardwerk der "Klassik am Nachmittag". Das Orchester spielte die ersten Takte mit wütender Wucht und schuf so den Kontrast für die lyrischen Teile. Durchgehend fesselte diese Wiedergabe. Keine gefälligen Glättungen, kein Relax-Schmarren also.

Luigi Boccherins "Menuett" kannte in der DDR jeder. Es wurde wie der "Nabucco"-Gefangenenchor bei jeder Gelegenheit bis zum Überdruss abgenudelt. Das hübsche Stück ist inzwischen im heutigen Pop-Ozean versunken. Ebenmäßig zart spielte das Streichorchester, ohne rhythmisch verfälschende Gesten. Die Fernseh-Werbung wird dieses eingängige Ohrwürmchen immer wieder mal neu entdecken.

Zuletzt war ein zeitloser Frauenjäger an der Reihe, in Teilen aus Christoph Willibald Glucks Ballett "Don Juan". Der skrupellose Verführer ist auf den Musikbühnen und Konzertsälen der Welt präsent nur durch Mozarts Oper "Don Giovanni" und der Tondichtung "Don Juan" von Richard Strauss. Daran wird sich nichts ändern. Naoshi Takahashi und die Philharmoniker vermochten es trotzdem zu zeigen, wie sich mit Glucks relativ einfacher, treffsicherer Musik eine Atmosphäre des Abgründigen erzeugen lässt.

Besonders manchen älteren Besuchern sind auch die Werke wenig gespielter Komponisten geläufig. Denn auch vor der Wende gab es eine bedeutende Pflege der Musik.

 
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