CSI-Ausstellung geht auf Tournee

Der Freiberger "Mordfall" - die jüngste Sonderschau der Freiberger "Terra mineralia" - hat mehr als 18.600 Besucher ins Schloss gezogen. Nun interessieren sich weitere Museen in Deutschland dafür und das aktuell-brisante Thema hinter dem Krimi.

Freiberg.

Fall gelöst: Ausstellung beendet. So könnte das Urteil über die jetzt zu Ende gegangene Sonderausstellung in Freiberges berühmter Mineralienschau lauten. Doch der Krimi "CSI Freiberg: Ein Mordfall in der Terra mineralia" geht weiter. Denn drei Museen in Deutschland interessieren sich für die interaktive Ausstellung, die in der Bergstadt zu einem Publikumsmagneten wurde. Laut Museumschefin Anna Dziwetzki hatte der fiktive Kriminalfall zwischen Mitte April und Ende August insgesamt reichlich 18.600 Besucher angezogen. Dazu gehörten unter anderem elf Schulklassen, die sich auf Grundlage der Museumspädagogik dem brisant-aktuellen Thema der Seltenen Erden hinter dem Mordfall widmeten.

"Wir haben mit der interaktiven Schau, bei der sich die Besucher selbst einbringen können, den Nerv der Zeit getroffen", resümiert Anna Dziwetzki, Leiterin der "Terra mineralia". Das bestätigte zudem eine Umfrage, die Kuratorin Laura Hall unter reichlich 370 Besuchern machte. Demnach fühlten sich vor allem in den Sommermonaten ganze Familien von der Schau angezogen, aber auch junge Leute, wie die Umfrage ergab. Auch die Frage, ob ein nachhaltiger Bergbau möglich sei, haben die meisten Besucher laut Laura Hall ebenso bejaht wie den Einsatz umweltfreundlicher Methoden zum Abbau Seltener Erden.

Bei "CSI Freiberg" sollten die Besucher herausfinden, wer eine Professorin getötet hat, die als Lagerstättengeologin an einer neuen Methode zum Abbau Seltener Erden arbeitete. Während ihrer Ermittlungen haben die Detektive zugleich erfahren, dass Seltene Erden für viele Lebensbereiche sehr wichtig sind. Die 17 metallischen Elemente des Periodensystems sind in Computern, in Smartphones, in Autos und sogar in Windkraftanlagen verbaut. Mit Ermittlerblöcken ausgestattet, lernten die Besucher beim Weg durch die Ausstellung fünf Figuren kennen, die mit der Professorin auf verschiedene Weisen verbunden waren - eine davon entpuppte sich als Mörder.

Konzipiert hatte die Ausstellung die Amerikanerin Laura Hall - die als Geologin und Museologin selbst Einblick in die Thematik hat. Nach 16 Monaten Arbeit in Freiberg kehrt die 32-Jährige nun nach Seattle zurück. Das wissenschaftliche Rüstzeug sowie den Rat holten sich die Ausstellungsmacher von Fachleuten der TU Bergakademie wie auch vom Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie in der Bergstadt. Das Landeskriminalamt stand den Museologen für die Krimigeschichte - vor allem die kriminaltechnische Beratung - zur Seite.

Nun soll die Ausstellung wandern. "Museen in München, Bielefeld und Kiel interessieren sich dafür", sagt Anna Dziwetzki. Nach ihren Worten sei die CSI-Ausstellung genau darauf angelegt und die inhaltlichen Elemente dafür auch so gestaltet worden, dass sich nun anderswo Besucher als Detektive betätigen können. Die Freiberger freuen sich darüber, dass der Krimi für andere geologische und naturkundliche Museen interessant ist. Zustande gekommen sei dies unter anderem durch Arbeitstreffen. München könnte laut Anna Dziwetzki schon nächster Ausstellungsort sein, 2019 dann Bielefeld gefolgt von Kiel.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...