Was das Leben lebenswert macht

Sponsoren finanzieren Kindern Besuche im Theater und Lernmaterial. Zudem gab es ein ungewöhnliches Projekt.

Francois Maher Presley hatte keine leichte Kindheit. Und doch hat es der 1961 in Kuwait-Stadt geborene Araber geschafft, groß raus zu kommen: Als Unternehmer, Fotograf, Autor. "Das habe ich Pädagogen zu verdanken. Dafür möchte ich etwas zurückgeben", so Presley, der seit 1980 die deutsche Staatsbürgerschaft hat.

Eloquent und eindringlich stellte er am Freitagabend in der BiB die 2016 gegründete François Maher Presley Stiftung vor. Im vorigen Jahr übernahm diese die Druckkosten für Programmhefte, Flyer und Kalender des Mittelsächsischen Theaters. Zudem finanzierte sie in dieser Spielzeit insgesamt 700Theater-Abos (mit je drei Karten) und Tickets für Schüler unterschiedlicher Schultypen in Freiberg, Geringswalde und Döbeln. Sowohl Theatergeschäftsführer Hans Peter Ickrath als auch OB Sven Krüger (SPD) würdigten dieses Engagement.

Ergreifend war der Dank der anwesenden Schulleiter. Dagmar Dettke von der Döbelner Schlossbergschule, einer Schule zur Lernförderung, und ihr Stellvertreter Dirk Polster überreichten Presley Blumen. "Sie haben unseren Schülern 100 Anrechte finanziert. 90 Prozent der Kinder waren zuvor noch nie im Theater - und die Besuche haben richtig reingehauen. Es war sensationell", sagte Polster sichtlich bewegt. Ähnlich äußerten sich Kirstin Bormann (Freiberger Böhmeschule) und Dieter Heydenreich (Ohainschule Freiberg). Francois Maher Presley wiederum kündigte an, in den nächsten fünf Jahren insgesamt "200.000 bis 250.000 Euro" für Projekte am hiesigen Theater zur Verfügung zu stellen. Unterm Strich könne das Theater so mehr Geld für seine künstlerische Arbeit nutzen. "Und wir können vielleicht die eine oder andere Seele retten", so Presley, der die Bedeutung von Kunst und Kultur bei der Sozialisation betonte. "Probleme löst man nur mit Fantasie", sagte er. "Leben allein ist kein Leben.LebenistEr-Leben."

Bei einem Besuch in Waldheim habe er die Freiberger Klarinettistin Anja Bachmann kennengelernt und prompt ein Klezmer-Konzert ihrer Band "Harts un Neschome" besucht, erzählte Presley. So sei er später auch nach Freiberg gekommen. Dass er Musik und Theater über alles liebt, war ihm während des Programms anzumerken, das Musikerin Anja Bachmann mit ihren Schülerinnen Lilli Jung und Annika Elze, Sängerin Susanne Engelhardt, Tenor Derek Rue, dem Musikalischen Leiter Alexander Livenson (am Klavier), dem Damenchor und dem Extra-Ballett gestalteten.

Große Freude auch in der Freiberger Kita "Sonnenblume": Michel Hirschfeld von den Freiberger Lions übergab den 23 "Lernfüchsen" von den Soroptimisten gespendete Schultaschen mit Heften und Stiften. Die Lernfüchse werden in ihrem Freiberg-Projekt Terra mineralia, Petrikirche, Besucherbergwerk, Reiche Zeche und OB Krüger im Rathaus besuchen.

Begeistert von der großen Silbermannorgel im Dom St. Marien ist die Gruppe englischer Studenten bei ihrem Workshop in Freiberg gewesen. Sie kamen aus verschiedenen Universitäten und Hochschulen, auch aus Cambridge und London, und belegen einen Sommerkurs in Oundle. Kursleiter Henry Fairs aus Birmingham organisierte für seine zehn Schüler eine Rundreise von Naumburg über Freiberg nach Leipzig. Dabei sollten sie historische Instrumente kennenlernen. "Solche Orgeln haben wir in England nicht. Ich liebe Freiberg und seine Musikinstrumente. Ich war hier bereits dreimal zu Gast, und kenne Domkantor Albrecht Koch schon viele Jahre", so Fairs. (mit mer).

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