Verein will bedrohte Bahnlinie erhalten

19 Mitglieder hat ein neuer Förderverein, der die Strecke zwischen Zwotental und Gunzen bewahren und den Tourismus fördern möchte.

Schöneck/Muldenberg.

Förderverein Obervogtländische Eisenbahn (OVEB) ist der Name des Vereins, der sich am Samstag in Schöneck gegründet hat. Vorrangiges Ziel, so wurde es in der Satzung formuliert, ist die Erhaltung der Strecke zwischen Zwotental und Gunzen, einschließlich Förderung des Tourismus. Der Vereinssitz ist im Schönecker Ortsteil Gunzen.

19 Mitglieder traten auf der Gründungsversammlung dem Verein bei. Neben dem Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen, der mit dem Wernesgrüner Schienen-Express zwischen Schönheide-Süd und Hammerbrücke regelmäßig Fahrten anbietet, gibt es damit auch im oberen Vogtland einen Verein, der auf der ehemaligen Linie Chemnitz-Aue-Adorf aktiv ist.

Einstimmig zum OVEB-Vorsitzenden gewählt wurde der 46-jährige Christoph Kopp, ein Bankangestellter aus Bad Nauheim. Sein Stellvertreter ist der Gunzener Ortsvorsteher Ingo Penzel. Zum Vorstand gehören außerdem Sylvia Roth aus Schöneck und Dietmar Eichhorn aus Syrau.

Auf der 1875 eingeweihten Strecke zwischen Adorf und Zwotental wurde Ende 2012 der Personenverkehr eingestellt. Die Deutsche Bahn als Eigentümer will die Strecke stilllegen. Dagegen regt sich seit Monaten Widerstand. Die traditionsreiche Strecke bietet aus Sicht der Initiatoren genügend Potenzial für eine touristische Nutzung.

Christoph Kopp hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr Vertreter von Bahn, Politik, Tourismus und Vereinen der Region zu einem Sondierungsgespräch nach Gunzen eingeladen. Im Februar dieses Jahres gab es eine weitere Runde. Eine Onlinepetition zum Erhalt der Strecke wurde inzwischen von 2150 Bürgern unterschrieben.

"Bislang steht kein Signal auf Rot- die Deutsche Bahn ist offen für Gespräche", machte Kopp auf der Gründungsversammlung deutlich. Auch Landrat Rolf Keil (CDU) werde regelmäßig über alle Aktivitäten informiert. Thorsten Müller, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland, hat für den Fall der Gründung eines Fördervereins seine Unterstützung zugesagt.

Der Förderverein steht mit zwei sogenannten Infrastrukturunternehmen in Kontakt, um sie als Betreiber der Strecke zu gewinnen. Ziel sei es laut Kopp, im kommenden Jahr die ersten touristischen Fahrten anzubieten. Ein Konzept für die Linie sei bereits in Arbeit.

Auch Maik Pester, der zwischen 2007 und 2013 touristische Sonderfahrten mit dem Schienen-Taxi nach Zwotental und Muldenberg - mit Anschluss an den Wernesgrüner Schienen-Express - organisierte, schloss sich dem OVEB an. Er verwies allerdings darauf, dass inzwischen in Siebenbrunn der Rückbau des Bahnsteigs erfolgt sei, Fahrgäste können dort nicht mehr zusteigen. "Die Vereinsgründung ist der erste Schritt, auch solche Probleme zu lösen", zeigte sich Ingo Penzel überzeugt.

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