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Am Bahnhof Adorf hat im vergangenen Jahr Airbrush-Künstle Nico Roth ein Technikgebäude der Deutschen Bahn gestalten können - als Holz-Zug, beladen mit Fracht mit den Buchstaben A, D, O, R, F, gezogen an einem Bind-faden. Ein kostenloses Geschenk von ihm an die Stadt.

Foto: Harald SulskiBild 1 / 3

Zwischen Zwotental und Adorf sollen weiterhin Züge fahren

Am Samstag hat sich dazu in Schöneck ein Förder- verein gegründet, der auf Anhieb 19 Mitglieder gewann. Nun geht es an die Detailarbeit.

Von Thorald Meisel
erschienen am 03.07.2017

Schöneck. Förderverein Obervogtländische Eisenbahn (OVEB) ist der Name des Vereins, der sich am Samstag in der Schönecker Brauschänke gründete. Vorrangiges Ziel, so wurde es in der einstimmig beschlossenen Satzung formuliert, ist die Erhaltung der Strecke zwischen Zwotental und Gunzen, einschließlich Förderung des Tourismus. Zudem trägt der Verein auch den Namenszusatz "Zwotental-Markneukirchen-Adorf (Vogtl)". Der Vereinssitz ist im Schönecker Ortsteil Gunzen.

19 Mitglieder traten auf der Gründungsversammlung dem Verein bei. Neben dem Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen, der mit dem Wernesgrüner Schienen-Express zwischen Schönheide-Süd und Hammerbrücke regelmäßig Fahrten anbietet, gibt es damit auch im oberen Vogtland einen Verein, der auf der ehemalige Linie Chemnitz-Aue-Adorf aktiv ist.

Einstimmig zum OVEB-Vorsitzenden gewählt wurde der 46-jährige Christoph Kopp, ein Bankangestellter aus Bad Nauheim. Sein Stellvertreter ist der Gunzener Ortsvorsteher Ingo Penzel. Zu Vorstand gehören außerdem die frühere Schönecker Stadträtin Sylvia Roth als Schriftführerin und Dietmar Eichhorn aus Syrau als Schatzmeister.

Auf der 1875 eingeweihten Strecke zwischen Adorf und Zwotental wurde Ende 2012 der Personenverkehr eingestellt. Die Deutsche Bahn als Eigentümer will die Strecke stilllegen. Dagegen regt sich seit Monaten Widerstand. Die traditionsreiche Strecke mitten im Musikwinkel - quasi im Schnittpunkt der Städte Adorf, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal - bietet aus Sicht der Initiatoren genügend Potenzial für eine touristische Nutzung.

Christoph Kopp hatte deshalb bereits im Juli vergangenen Jahres Vertreter von Bahn, Politik, Tourismus und Vereinen der Region zu einem Sondierungsgespräch nach Gunzen eingeladen. Im Februar diesen Jahres gab es eine weitere Runde im Adorfer Rathaus. Eine Onlinepetition zum Erhalt der Strecke wurde inzwischen von 2150 Bürgern unterschrieben.

"Bislang steht kein Signal auf Rot- die Deutsche Bahn ist offen für Gespräche", machte Kopp auf der Gründungsversammlung deutlich. Auch Rolf Keil (CDU), der Landrat des Vogtlandkreises, werde regelmäßig über alle Aktivitäten informiert. Thorsten Müller, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland, hat für den Fall der Gründung eines Fördervereins eine Unterstützung der Aktivitäten zugesagt.

Der Förderverein steht mit zwei sogenannten Infrastrukturunternehmen in Kontakt, um sie als Betreiber der Strecke zu gewinnen. Ziel sei es laut Kopp, im kommenden Jahr die ersten touristischen Fahrten anzubieten. Ein Konzept für die Linie sei bereits in Arbeit.

Auch Maik Pester, der von Adorf aus bereits zwischen 2007 und 2013 touristische Sonderfahrten mit dem Schienen-Taxi nach Zwotental und sogar Muldenberg - mit Anschluss an den Wernesgrüner Schienen-Express - organisierte, schloss sich dem OVEB an. Er verwies allerdings darauf, dass inzwischen im Markneukirchner Ortsteil Siebenbrunn der Rückbau des Bahnsteigs erfolgt sei, Fahrgäste können dort nicht mehr zusteigen. "Die Vereinsgründung ist der erste Schritt, auch solche Probleme zu lösen", zeigte sich Ingo Penzel überzeugt.

 
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