150 Menschen demonstrieren gegen Kriminalisierung von Seenotrettung

Chemnitz.

In Chemnitz haben am Samstagnachmittag rund 150 Menschen gegen eine Kriminalisierung von Rettungsmissionen im Mittelmeer und gegen Rassismus demonstriert. Die Aktion der international agierenden Bewegung Seebrücke am Roten Turm war Teil eines bundesweiten Protesttages "Day Orange" mit Veranstaltungen in deutschlandweit rund 40 Städten. Im großen Brunnen an der Stadthalle wurden orangefarbene Papierbote zu Wasser gelassen - als Zeichen der Solidarität mit den im Mittelmeer tätigen Hilfsorganisationen.

Zu der Aktion in Chemnitz hatten mehrere Organisationen und Initiativen aufgerufen, darunter Bündnis 90/Grüne, Linke, Jusos und "Aufstehen gegen Rassismus". An die Stadt Chemnitz appellierten Redner, dem Beispiel von Städten wie Köln und Düsseldorf zu folgen und freiwillig mehr Flüchtlinge aufzunehmen. (micm)

Bewertung des Artikels: Ø 2.8 Sterne bei 9 Bewertungen
11Kommentare
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  • 4
    1
    Fabio
    07.08.2018

    @Deluxe:
    "Wenn unser Prokof-Einkommen sinkt, dann betrifft das vorrangig die ärmsten der Armen in unserem Land. So etwas geht immer auf Kosten des unteren Randes der Gesellschaft ..."

    Dass es in einer so reichen Gesellschaft wie der unseren überhaupt Arme gibt, ist skandalös. Das hat aber erstmal nichts mit der Zuwanderung zu tun. Die neoliberale Verarmungspolitik wurde in den 80er Jahren begonnen, und wird seitdem unbeirrt fortgeführt. Was gemacht wurde, kann aber auch rückgängig gemacht werden. Wenn sich mehr Menschen für eine Umkehrung der Umverteilung von Arm zu Reich einsetzen würden, könnte der Lebensstandard aller hier lebenden Armen, egal wo sie geboren wurden, verbessert werden.

  • 5
    2
    Fabio
    07.08.2018

    @Hinterfragt:
    Das sehe ich ähnlich: alle können natürlich nicht kommen. Deshalb müssen wir verhindern, dass alle kommen wollen!

    Wenn Sie sich mit Gleichgesinnten zusammentun und etwas gegen deutsche Waffenexporte, Aufrüstung der Nato, Landgrabbing durch deutsche Unternehmen usw. tun, wäre das prima! Auch wäre es wichtig, endlich nennenswerte Teile des BIP der reichen Länder für die wirtschaftliche Entwicklung ärmerer Länder einzusetzen.

  • 7
    1
    Hinterfragt
    07.08.2018

    @Fabio
    "...Meines Erachtens müssen wir einen anderen Weg finden. Und wenn dadurch bei uns das Pro-Kopf-Einkommen tatsächlich sinken sollte, ist das eben der Preis, ..."

    Falsch!
    Wir können hier NICHT die Bevölkerung dieser Länder aufnehmen!
    Der EINZIGE Weg ist, dass endlich etwas getan wird, dass die URSACHEN beseitigt werden!
    Symptombehandlung bringt hier überhaupt nichts.
    Eine Belieferung der Kriegsparteien mit Waffen, auch durch Deutschland, gehört dabei sicherlich nicht dazu.
    Solange sich der "Westen" in die Politik dieser Länder einmischt und "seine Werte" mit aller Gewalt dorthin exportieren will, wird das allerdings nichts.
    Die derzeitige Krise im arabischen Raum hat allein der Westwn expl,. die USA zu verantworten, denn die haben dafür gesorgt, dass u.a. Gaddafi gestürzt wurde, bis dahin war dort "relative" Ruhe.
    Die angeblichen Massenvernichtungswaffen von Hussein im Irak wurden NIE gefunden ...
    Komisch, dass genau das Land, welches zuerst und einzig und allein bisher Atombomben einsetzte, hier den großen "Friedensengel" spielt.

    Gestern Abend zum Beispiel in den Nachrichten zeigte man wieder die bekannten Bilder von "Frauen und Kindern" bei der Ankunft in Spanien. Einer der jungen Männer war total enttäuscht, als er am Strand von Spanien ankam, denn er dachte "er komme hier ins Paradies", so seine Worte.

    Das aktuellste Beispiel der Förderung von Gewalt und Armut ist die Wiedereinsetzung der US-Sanktionen gegen Iran durch Trump.

  • 12
    2
    Deluxe
    07.08.2018

    @Fabio:
    Wenn unser Prokof-Einkommen sinkt, dann betrifft das vorrangig die ärmsten der Armen in unserem Land. So etwas geht immer auf Kosten des unteren Randes der Gesellschaft - nie auf Kosten der Oberschicht, die sich Sicherheit einfach kaufen kann.
    Die reichen Eliten, die gegenüber der dritten Welt eine verantwortungslose, ausbeutende Politik machen und damit auch Fluchtursachen schaffen, betrifft es nicht.

    Es kann doch kein reales Ziel sein, all diese Menschen nach Europa zu holen - wo soll denn das auf Dauer hinführen? Denken Sie doch bitte mal nicht in Wochen, sondern in Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Wie soll diese Entwicklung denn weitergehen?

    Immerhin fußt der Reichtum Europas ja nun nicht nur auf der Ausbeutung armer Länder, sondern vorrangig darauf, daß hier das Klima relativ freundlich ist und daß hier hart gearbeitet wird. Aber die Menge der Arbeit ist begrenzt - sie wird einerseits nicht ausreichen, um noch die halbe Welt mit zu ernähren. Und andererseits erfordert die vorhandene Arbeit ein Maß an Qualifikation, das nur die wenigsten Einwanderer mitbringen.
    Folge:
    Zuwanderung in unsere Sozialsysteme. Wie lange werden diese Systeme das absichern können, ohne zusammenzubrechen?

    Jeder, der mit offenen Augen durch unser Land fährt, muß doch sehen welche fatale Entwicklung das hier im Moment nimmt.

  • 4
    10
    Fabio
    06.08.2018

    @ralf66: Naja, ich fürchte sehr viele Menschen machen sich auf den Weg in eine der wenigen Wohlstandsinseln dieser Welt, weil sie die Alternative als noch schlechter empfinden. Die Gefahr, auf dem Weg ausgeraubt und vergewaltigt zu werden oder zu ertrinken, wird von ihnen in Kauf genommen, weil ihr bisheriges Leben aufgrund von Armut und Unsicherheit so miserabel ist. Sich einzureden, dass Abschottung die richtige Antwort darauf ist, halte ich für ziemlich weltfremd. Was sind denn unserer viel gelobten Werte wert, wenn wir die Menschen ersaufen lassen, und unsere Grenzen mit Gewalt dichtmachen? Meines Erachtens müssen wir einen anderen Weg finden. Und wenn dadurch bei uns das Pro-Kopf-Einkommen tatsächlich sinken sollte, ist das eben der Preis, den wir im Namen von Menschlichkeit oder meinetwegen Nächstenliebe entrichten müssen.

  • 10
    5
    ralf66
    06.08.2018

    @Fabio, Ihre Sicht der Dinge führt nur dazu, dass sich Millionen Menschen von A nach B auf den Weg machen, in A wird es dadurch nicht besser und in B auch nicht! Am Ende dieser Geschichte fallen auch die europäischen Staaten in Armut!

  • 11
    3
    aussaugerges
    06.08.2018

    Vor dem Liebyen Krieg wollten keine Massen über das Meer.
    Weil der Gadaffy für Millionen richtige Arbeit hatte.

  • 6
    14
    Fabio
    05.08.2018

    Ich freue mich sehr, dass es auch eine Aktion für legale Fluchtwege in meiner Heimatstadt gab. In der öffentlichen Diskussion wird häufig (auch von Ralf66 und HHCL) einfach stillschweigend unterstellt, dass die Flüchtenden keinen legitimen Grund hätten, nach Europa zu wollen. Übersehen wird dabei, dass die gefährliche, und teure Flucht über das Meer für viele die einzige Möglichkeit darstellt, genau das festzustellen. Die Landwege sind zunehmend dicht, und die privaten Schiffahrts- und Fluglinien haften, wenn Sie Menschen ohne Aufenthaltstitel oder Asyl- oder Schutzanspruch in die EU transportieren, weshalb sie „sicherheitshalber“ keine Flüchtenden transportieren. Dass man in einem europäischen Land einen juristischen Anspruch auf Asyl hat, bedeutet noch lange nicht, dass man dieses Recht auch wahrnehmen kann.

    Nebenbei: Das einträgliche Geschäft der Schlepper ist nicht die Folge der privat organisierten ehrenamtlichen Seenotrettung, sondern einer deutsch/europäischen Politik, die auf Abschottung setzt, und eben keine legalen Fluchtwege bietet.

  • 15
    12
    ralf66
    05.08.2018

    Wenn man demonstriert müsste man zumindest wissen wofür! Wenn ein Flüchtlingsschiff sich in Seenot befindet und ein anderes Schiff, dass zufällig in der Nähe ist Seenotrettung macht, dann ist das in Ordnung! Was nicht in Ordnung ist, dass technisch heruntergekommene Flüchtlingsboote
    von Anfang an, wie sie in See stechen, von intakten Schiffen begleitet werden und wenn dann eine Notsituation auf See eintritt, das als Seenotrettung verkauft wird, dass ist Schleuserei nichts anderes, dann könnten die Flüchtlinge gleich in das intakte Schiff einsteigen und fertig!

  • 28
    8
    HHCL
    05.08.2018

    Mir geht das zunehmend auf den Geist, dass grundsätzlich so getan wird, als ginge es um Seenotrettung oder ertrinken lassen - auch die Medien kommunizieren das ausschließlich in dieser Weise: Entweder pro Seenotrettung (inkl. Einreise nach Europa) oder dagegen (also sterben lassen). Das ist aber nicht die Wahlmöglichkeit sondern es geht vielmehr um das Gegensatzpaar: Seenotrettung (zum nächstgelegenen Ufer) oder "Seenotrettung" (inkl. Einreise nach Europa). Das ist etwas ganz anderes! Die Unterstellung, Leute, die den Transport nach Europa kritisieren, hätten gern dass die Flüchtlinge ertrinken, ist infam.

    Man soll die Leute retten, ja!, aber Afrika hat auch Ufer. Solange die "Seenotrettung" grundsätzlich die Arbeit der Schlepper vollendet, kann ich das nicht gutheißen. Das man das ganze dann auch noch mit dem Thema Rassismus vermischt, zeigt, dass es überhaupt nicht um eine ernsthafte Diskussion geht, sondern um eine ganz widerlichen Gesinnungsmanipulation.

  • 13
    10
    mariog
    04.08.2018

    Genau diese Parteien sind unwählbar.



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