Binnen acht Stunden: 2145 Raser geblitzt, 426 Fahrverbote

Auerswalde.

Auf der A 4 nahe der Raststätte Auerswalde bei Chemnitz wird derzeit an der Böschung der Fahrbahn in Richtung Dresden gebaut. Statt 130 km/h gilt deshalb auf diesem kurzen Stück Tempo 60. Viele Autofahrer halten sich offenbar nicht daran, wie die Polizei am Montag bilanzierte. In der Nacht zum Freitag hätten Beamte dort acht Stunden lang die Einhaltung des Tempolimits kontrolliert. 5182 Autos passierten in dieser Zeit die Kontrollstelle - davon hätten 2145 die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten, so die Polizei. 881 Überschreitungen lagen noch im Verwarngeldbereich. Die anderen 1264 Temposünder waren so schnell unterwegs, dass ihnen nun ein Bußgeld droht; 426 sogar so schnell, dass die Betreffenden mit einem Fahrverbot rechnen müssen. Die höchste Tempoüberschreitung wurde mit 157 km/h gemessen. Dafür sieht der Bußgeldkatalog eine Geldstrafe von 600 Euro, zwei Punkte sowie ein Fahrverbot von drei Monaten vor. (fp)

Bewertung des Artikels: Ø 4.7 Sterne bei 10 Bewertungen
14Kommentare
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  • 4
    2
    Nixnuzz
    04.11.2019

    @VaterinSorge: Dachte ich wär der Einzigste, dem diese Baustellen-Poitik auffällt und wahnsinnig auf den Keks geht. Nennt man wohl: Schwerpunkt-Planung. Irgendwo wird dann schwer gearbeitet... 1 dicker grüner!

  • 8
    1
    VaterinSorge
    03.11.2019

    Sicherlich sind 60 km/h in Auerswalde gefühlt genauso fehl am Platze, wie auf der Gegenrichtung zwischen Glauchau Ost und Schmölln. Aber sie sind nun mal da und der Autobahnpolizei steht es frei die Einhaltung zu kontrollieren. Was mich aber generell auf die Palme bringt, dass die Baustellen einfach viel zu lange eingerichtet sind und im Gegensatz zu Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, West- oder Osteuropa viel zu wenig gearbeitet wird. Egal wo man hinkommt, die Baustellen gehen über Jahre und niemand sieht einen besetzten Bagger o.ä. Kommt man in andere Länder, sieht man Nachts Lampen, drehende Kräne fahrende LKW und schaufelnde Bagger. In Bayern sieht das ähnlich aus, nur dass die Baufahrzeuge und LKW größtenteils aus Sachsen und Thüringen stammen, auch hier Tag und Nacht gearbeitet wird. Je mehr man in den Norden kommt, umso schlimmer wird es. Ob Sauerlandlinie A 45, A 13 Richtung Berlin, A 9 zwischen Dessau und Hermsdorfer Kreuz, A 4 Kirchheimer Dreieck uvm. es geht nicht vorwärts. Dieses Jahr ist es nun besonders schlimm, da wir nun auch noch geradezu ein Transitautobahnland sind und der Personen - und Güterkraftverkehr um mindestens 30 % zugelegt hat. Dank des interaktiven Konsumverhaltens der Deutschen (auch und besonders Mitteldeutschen) wird die Autobahnen zukünftig noch stärker verschleißen und Baustellen zunehmen werden. Zur allg. Beruhigung kann ich aber sagen, dass mit Sicherheit von den 5.200 in Auerswalde gemessenen Fahrzeugen 65 % Nichtdeutsche, von den übrigen 1.800 Fahrzeugen, die die Stelle passierten daher vielleicht 440 mit Bußgeld geahndet und von den 426 mit Fahrverbot höchstens 150 auch ein Fahrverbot verhängt werden konnte. Auch der Sieger der Nacht mit unglaublichen 157 km/h wäre ja mal interessant zu wissen, aus welchem Nachbarstaat er kam. Sascha Aurich von der FP hat das schon richtig festgestellt, dass die Aggressivität in Ballungszentren und besonders an BAB Kreuzen gewaltig zunimmt, wie beispielsweise am Stuttgarter Kreuz. Das sind eben Auswirkungen, wenn Ballungszentren wachsen, aber die Verkehrsadern nicht. In New York wird mal eben eine 12 spurige Schnellautobahn zwischen die bestehenden Highways gebaut, in Shanghai, Peking oder Hongkong ganze Autobahnen in verschiedenen Etagen konstruiert. In Städten wie Amsterdam, Kopenhagen, Budapest oder Prag werden ganze Ringe um die Städte platziert und der städt. Nahverkehr mit bezahlbaren Verkehrsmitteln und Bike- Trassen kombiniert. Nur in Deutschland wird immer wieder erst einmal abgesperrt, eingeengt, be- und verhindert und dann maximal geflickt. Das auch noch nur mal gelegentlich bei schönem Wetter. Daher, kann ich den Frust aller verstehen und werde auch das Gefühl nicht los, dass es weder um die Sicherheit der nicht vorhandenen Bauarbeiter geht noch um die Sicherheit der Autofahrer, sonst hätte man hier mehr Augenmerk auf die Schnelligkeit der Bauausführungen gelegt. Es konnte mir auch noch keiner erklären, was an 100 m Böschung jetzt 6 Monate dauern soll, weil ja bis auf einen Batteriewechsler für die Straßenschilder Niemand an der Baustelle zu sehen ist.

  • 6
    4
    kartracer
    30.10.2019

    @cn3boj00, stimmt so nicht ganz, lesen Sie bitte den Bußgeldkatalog nach, bei Rotlichtverstößen, da gilt auch nicht Rot ist Rot.
    Das solche Schilder gültig sind ist doch unstrittig, nur unter welchen Bedingungen man Verstöße ahndet, ist schon manchmal recht seltsam.
    @cn3, Ignoranz und Relativierung sind 2 grundverschiedene Dinge, der Denkanstoß war zum nachdenken gedacht!

  • 7
    2
    Nixnuzz
    30.10.2019

    Vielleicht sollten sich die Herren Verkehrsplaner mit Baustellenbeschilderungen in den ABL's auseinandersetzen. Gerade A45 Giessen nördlich nach Dortmund und zurück. Oft 2-spurige Vorbeileitung bei 80kmh. Mit Zu- und Abfahrten oder Überleitung in die Gegenspur. Sind die dortigen Autofahrer so viel besser, das diese höheren Geschwindigkeiten selbst bei "Berg- und Talstrecken" möglich sind?

  • 7
    2
    haraldpiper
    29.10.2019

    Das aber auch mittlerweile an der genannten Stelle der Verkehr auf 40km/h reduziert wird, ist aber auch nicht nachvollziehbar. Zumal es die letzten Wochen auch mit 60km/h funktioniert hatte.

  • 22
    3
    cn3boj00
    29.10.2019

    @kartracer, genau diese "Denkanstöße" sind es, die dazu führen, dass das Verkehrsrecht heute nicht mehr als Gesetz wahrgenommen wird. Sie müssen zwischen Zivilrecht und Verkehrsrecht unterscheiden. Eine zivilrechtliche Würdigung erfolgt stets nach den genannten Kriterien. Verkehrsrechtlich ist das aber anders. Ein Schild ist ein Schild, und das ist zu beachten. Da kann man nicht sagen, das gilt nur wenn es die Situation erfordert. Auf unserer Dorfstraße ohne Fußwege gilt 30. Nachts ist man dort mit 70 unterwegs. Man ist doch allein auf der Straße! Gut, spielende Kinder sind da eher nicht mehr unterwegs, aber Katzen oder andere Tiere allemal. Und manchmal taucht hinter einer Ecke auch ein Fußgänger auf. Jeden Tag gehören diese Autofahrer abgestraft! Es geht nicht an zu denken: ist doch nichts passiert, war also nur Abzocke, sondern es geht darum, zu verhindern, dass etwas passiert. Wie viele Unfälle passieren in Baustellen? Würden sich alle an die Regeln halten dürfte es keine geben.

  • 28
    2
    Leserate
    29.10.2019

    Ok, für alle die der Meinung sind das ist Abzocke, wenn ich richtig gerechnet habe sind pro Minute dort ca. 11 Fahrzeuge vorbei gekommen!?
    Wenn ich laut Verkehrsregelung mit 60 km/h fahre und der Nachfolgende kommt mit 157 km/h und bemerkt mich zu spät brauche ich wahrscheinlich meine Abfahrt in Frankenberg nicht mehr?
    Ist zwar das krasseste Beispiel aber ich ärgere mich wenn ich wegen 10 km/h mehr geblitzt werde und andere Verkehrsteilnehmer Sperrlinien überfahren, bei 150 km auf der vollen Autobahn in meinem Kofferraum das Gepäck kontrollieren und sonst sich aufführen als gehöre ihnen allein die Straße!
    Es gibt da wohl einen Paragraph 1 in der StVO?

  • 13
    19
    AliceAndreas
    29.10.2019

    Weil hier das Beispiel Chemnitz fiel - das fast alle festen Blitzer im Anschluss an Landstraßen Stadteinwärts stehen ist natürlich Verkehrsicherheit und nicht die Hoffnung Ortsunkundige zu erwischen.

    Und das die meisten festen Blitzer BERGAB stehen - natürlich Zufall.

    Sicher führt Blitzen zur Erziehung der Verkehrsteilnehmer und damit zur Sicherheit.

    Aber wenn es wie hier Abzocke ist - dann ist es halt Abzocke!!!

  • 14
    10
    kartracer
    29.10.2019

    Noch einen kleinen Denkanstoß, bei einem Unfall wird das Strafmaß meist festgelegt, nach den eigentlich bekannten Kriterien, jemanden behindert, gefährdet, oder geschädigt, stimmts?
    So nun mal zum aktuellen Problem, Strafmaß ist das Foto, Punkt.
    Auch wenn zB. 01 Uhr, die Baustelle nicht aktiv ist, in Sichtweite hinter und vor dem "Täter" weit und breit kein Fahrzeug unterwegs ist, wird das gleiche Maß angesetzt, als wenn mittags 12 Uhr, Fahrzeug an Fahrzeug unterwegs ist.
    Genau hier sollte schon mal der Begriff RELATION in Betracht gezogen werden, denn das Foto, lässt Rückschlüsse zu.
    Damit soll auch kein FREIBRIEF für Raser ausgestellt werden, sondern einfach nachgedacht!

  • 17
    10
    kartracer
    29.10.2019

    OK, das Gesetz ist auf der Seite der Beamten, aber die Relationen passen irgendwie nicht zusammen in der deutschen Justiz.
    Eine 60 jährige Frau verursacht einen Unfall, bei dem ein junger Mensch stirbt, und sie begeht Fahrerflucht, DAS ist dem Richter eine Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe wert!
    Passt das in einen Topf, ich sage NEIN!?

  • 9
    27
    Nixnuzz
    29.10.2019

    Vielleicht hätte es für die Statistik ausgereicht, die vorhandenen Geschwindigkeiten zwecks Auswertung zu registrieren. Nur um Recht zu haben derartige Einschränkungen so undifferenziert zu verhängen, läst auch wenig auf die Fähigkeiten von Führerscheininhabern schliessen. So produziert man wohl gewollt Gefahrenstellen, um dann die entsprechenden Ergebnisse nach Nase auszuwerten. Vielleicht sollte intensiver der Abstand der Fahrzeuge jeglicher Gewichtsklasse kontrolliert werden. Dann relativiert sich sicherlich die gefahrene Geschwindigkeit. Aber so? Ne - geht nicht...

  • 38
    10
    Lexisdark
    29.10.2019

    @AliceAndreas natürlich dient es der Sicherheit. Bei Dunkelheit in einer Baustelle sogar fast mehr als am Tag. Weil da manche erst recht denken, sie können machen was sie wollen. B174 und Südring nichts anderes, tagsüber sind es vielleicht mehr, abends und nachts hört und sieht man einige, die locker das doppelte drauf haben. Regeln gelten für alle zu jeder Zeit, alles andere ist Populismus.

  • 16
    33
    AliceAndreas
    29.10.2019

    Auf einer 100 Meter Baustelle - Nachts - 60 km/h ... das blitzen diente definitiv der Verkehrssicherheit - NICHT.

  • 48
    12
    Leserate
    28.10.2019

    Wurde auch mal Zeit, seit die Baustelle eingerichtet ist bin ich dort teilweise in drängelnder Weise von PKW's und besonders auch von Transportern mit Geschwindigkeiten weit jenseits des erlaubten überholt worden!



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