Bundestagswahl: So viele Chemnitzer haben bereits gewählt

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Wahl 2021 Die Nachfrage ist enorm: Schon jetzt haben mehr Einwohnerinnen und Einwohner Unterlagen angefordert als 2017 Briefwähler registriert wurden.

Die Anzahl der Briefwähler in Chemnitz wird in diesem Jahr im Vergleich zur vorherigen Bundestagswahl 2017 allem Anschein nach erheblich steigen. Die ersten Zahlen, die die Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilte, lassen eine Verdopplung der Wähler vermuten, die nicht erst am Wahlsonntag ihre Stimme abgeben, sondern schon im Vorfeld per Brief oder Sofortwahl im Rathaus votieren. Insgesamt sind 189.000 Chemnitzerinnen und Chemnitzer zur Wahl des neuen Bundestages aufgerufen.

Ende vergangener Woche wurden die letzten Wahlbenachrichtigungen an die Wählerinnen und Wähler in der Stadt versandt, teilte ein Stadtsprecher mit. Damit war am 20. August begonnen worden. Bisher haben 44.000 Chemnitzerinnen und Chemnitzer mit Hilfe der Wahlbenachrichtigungen ihre Briefwahlunterlagen angefordert, so der Sprecher. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren wurden insgesamt 37.000 Briefwahlstimmen registriert. Damals hatte der Anteil der Briefwähler unter den Wahlberechtigten knapp 19 Prozent betragen; unter den tatsächlichen Wählern lag er bei rund einem Viertel. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 war vier Jahre später der Anteil der Briefwähler sowohl unter den Wahlberechtigten als auch bei den Wählern um rund vier Prozentpunkte gestiegen, teilte die Pressestelle mit. In diesem Jahr ist von einem weitaus höheren Anstieg auszugehen.

Bis Dienstagmittag waren im Rathaus rund 13.000 Wahlbriefe eingegangen, teilte der Sprecher auf Anfrage mit. Zum gleichen Zeitpunkt vor vier Jahren waren es 7400 Wahlbriefe gewesen, so der Sprecher. Auch die Möglichkeit zur Sofortwahl, die seit Montag im Rathaus besteht, wird angenommen. Die Pressestelle spricht von einem regen Andrang im Wahllokal. Zahlen, wie viele Menschen dort in den vergangenen Tagen schon wählen waren, kann die Verwaltung nicht nennen. Diese Zahl sei leider nicht verfügbar, so ein Stadtsprecher. Allerdings bittet die Stadt aufgrund der pandemischen Lage, von der Sofortwahl nur in dringenden und unaufschiebbaren Fällen Gebrauch zu machen. Sie weist auf mögliche längere Wartezeiten vor dem Wahlraum hin. Die Verwaltung ruft stattdessen zur Briefwahl auf.

Nachdem schon im ersten Coronajahr 2020 bei der Oberbürgermeisterwahl der Anteil der Briefwähler im zweiten Wahlgang 41 Prozent betrug, hat die Stadt die Anzahl der Briefwahlvorstände vorsorglich von damals 40 auf nun 50 aufgestockt. Ausgezählt werden die Briefwahlstimmen am Wahlabend ab 18 Uhr, teilte eine Sprecherin mit. Bereits ab 15 Uhr erfolgt die Zulassungsprüfung der Wahlbriefe.

Im Zusammenhang mit der Wahl kursieren in sozialen Medien oder auch in Chatgruppen falsche Informationen, denen der Bundeswahlleiter mit Infos auf seiner Webseite (www.bundeswahlleiter.de) entgegentritt. Oftmals rechte Gruppen versuchen insbesondere die Briefwahl in Misskredit zu bringen. Bundeswahlleiter Georg Thiel begegnet Versuchen, Zweifel an der Sicherheit der Briefwahl zu schüren, mit den Worten: "Die Briefwahl gibt es seit 1957 und der Gesetzgeber hat verschiedene Vorkehrungen getroffen, um Missbrauch bei der Briefwahl auszuschließen." Jede Bürgerin und jeder Bürger hat das Recht, bei der Stimmenauszählung dabei zu sein, betont er. Diese Transparenz sei eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz des demokratischen Wahlergebnisses. "Die Briefwahl ist insbesondere in Pandemiezeiten ein wichtiges Instrument, um eine hohe Wahlbeteiligung zu ermöglichen", betont Thiel.

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