CFC: Keine Einigung im Streit mit Ex-Kapitän Daniel Frahn

Der Fußballprofi klagt gegen seine Entlassung. Da ein Gütetermin ohne Erfolg blieb, kommt es im Dezember zur mündlichen Verhandlung. Die Anwälte beider Seiten werfen der Gegenpartei Lügen vor.

Was darf ein bekannter Fußballprofi in seiner Freizeit? Mit wem darf er sich zeigen? Und gehört der Besuch eines Spieles seines arbeitgebenden Vereins noch zur Freizeit oder schon in den beruflichen Bereich? Diese und viele Fragen mehr gilt es ab dem 11. Dezember vor dem Arbeitsgericht Chemnitz zu klären. Dann kommt es nach einem gescheiterten Gütetermin am gestrigen Donnerstag zur Verhandlung der Klage von Stürmer Daniel Frahn gegen seine Kündigung durch die Chemnitzer FC Fußball GmbH. Deren Gesellschafter hatten den Kapitän der Drittligamannschaft am 5. August dieses Jahres fristlos entlassen. Begründung: Der damals verletzte Frahn soll sich als Zuschauer des CFC-Spiels in Halle durch "offenkundig zur Schau gestellte Sympathie zu führenden Köpfen der rechts gesinnten Gruppierung ,Kaotic Chemnitz‘ und der aufgelösten Gruppe ,NS-Boys‘ massiv vereinsschädigend" verhalten haben.

Zum öffentlichen Gütetermin, während dem das Gerichtsgebäude von mehreren Justiz- und Polizeibeamten bewacht wurde, kamen nur wenige Zuschauer. Daniel Frahn und Thomas Sobotzik, der zum Zeitpunkt der Kündigung CFC-Geschäftsführer war, erschienen nicht persönlich, ließen sich durch Anwälte vertreten. Der 20-minütige Austausch von Argumenten brachte schließlich die Erkenntnis, dass es keine Einigung geben wird.


Frahns Anwälte forderten eine Rücknahme der Kündigung oder eine Ausgleichszahlung - dies lehnte die Gegenseite kategorisch ab. "Wir reden hier von einer fristlosen Kündigung. Die kann man nicht einfach so zurücknehmen", sagte CFC-Anwältin Nicole Marquardsen. Außerdem wirke es unseriös, so die Fachanwältin weiter, wenn ein Anwalt Frahns für seinen Mandanten 450.000 Euro Ausgleichszahlung fordere, sich der andere Anwalt dann aber plötzlich mit 250.000 Euro zufrieden gebe. Dies sei bei einem Telefonat gesagt worden.

Als Argumente für die Rechtmäßigkeit der Entlassung Frahns nannte die beklagte Seite, dass der Ex-Kapitän nach den Vorfällen am 9. März dieses Jahres bereits eine Abmahnung erhalten habe. Damals hatte es vor dem Spiel eine Trauerminute für einen verstorbenen Neonazi gegeben. Als Frahn dann ein Tor erzielte, hielt er beim Jubel ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" ("Unterstütze deine Hooligans vor Ort") in die Luft. Der Stürmer habe sich dafür entschuldigt und versprochen, den Kontakt zu führenden Köpfen der rechten Szene zu vermeiden - sagen die Vertreter der CFC GmbH. Im Sommer wurde Frahn zum Kapitän der Drittligamannschaft ernannt. Dass er dann mit einer Person, die zu den führenden Köpfen von "Kaotic Chemnitz" gezählt wird, zum Spiel in Halle gereist sei und sich dort mit ihr öffentlich zeigte, sei Hauptgrund der Kündigung. Dass Frahn nichts von der politischen Gesinnung seines Begleiters gewusst hätte, wie es seine Anwälte behaupteten, quittierte die CFC-Anwältin nur mit einem bitteren Lachen.

Die zwei Anwälte des Fußballers, dessen Vertrag mit Laufzeit bis 2021 durch die Klage im Übrigen vorerst weiter gültig ist, bezweifelten, dass es eine Abmahnung gab. Auch sprachen sie von Rufmord gegen ihren Mandanten, der aktuell keine Chance habe, einen neuen Verein zu finden. "Daniel Frahn kann in seiner Freizeit machen, was er möchte. Er hat nie rechtsradikales Gedankengut geäußert", sagte Anwalt Marc Göbel. "Er stand im Stadion einfach nur neben Jemandem, der seinem Arbeitgeber nicht genehm ist." Zur gemeinsamen Fahrt Frahns mit dem angeblich Rechtsgesinnten sagte der zweite Anwalt Christian Schößling: "Wer will ihm das in Zeiten des Klimaschutzes denn verbieten?"

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3Kommentare
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  • 4
    3
    mathausmike
    20.09.2019

    Sorry,es war nicht die Staatsanwältin,sondern die CFC-Anwältin,die zum Lachen gebracht wurde.
    Frahn hat leider nichts begriffen.

  • 5
    4
    mathausmike
    20.09.2019

    Der 2.Frahnanwalt machte einen Superwitz,der besagt,dass Frahn aus Gründen des Klimaschutzes bei der Rechtsradikalen-fahrgemeinschaft dabei war,stark!
    Sogar die Staatsanwältin brachten die Verteidiger von Frahn zum Lachen.
    Frahn war auch total unwissend und unpolitisch als er das Hools-T-Shirt hochhielt.
    Frahns Ansprüche sind eine Farce und dazugelernt scheint er auch nicht zu haben!

  • 15
    12
    MuellerF
    19.09.2019

    Zitat: "Wir wissen jetzt sicher, dass es die falsche Entscheidung war, ihn nach seinen Unschulds-Beteuerungen seiner eigens zu verantwortenden Aktion am 9.3.2019 weiter das Vertrauen zu schenken"

    So ist es. Taten sprechen mehr als Worte!



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